Autogramm Mini Paceman: Ende Gelände

Von Tom Grünweg

Autogramm Mini Paceman: Ein Konzept leiert aus Fotos
Mini

Hurra. Schon wieder ein neuer Mini. Um das selbst auferlegte Gelübde zu erfüllen, jedes Jahr ein neues Modell anzubieten, fährt die BMW-Tochtermarke jetzt den Typ Paceman vor. Der zweitürige Ableger des Mini-SUVs Countryman zeigt vor allem, dass das Mini-Konzept an Grenzen stößt.

Der erste Eindruck: Hat der einen Dachschaden? Von vorn ist der neue Mini Paceman dem Typ Countryman wie aus dem Gesicht geschnitten. Doch sobald man den Wagen von der Seite sieht, sticht der Umbau ins Auge. Als hätte sich hinten mal ein Elefant aufgestützt, fällt das Dach zum Heck hin ab. Das lässt den zum Zweitürer reduzierten Mini-SUV zumindest etwas schnittiger aussehen als den aufgequollen wirkenden Viertürer.

Das sagt der Hersteller: Mini nennt den Paceman im verschrobenen Marketing-Sprech das "erste Sports Activity Coupé im Premium-Segment der Klein- und Kompaktfahrzeuge". Wir erkennen: Wenn man die Nische nur klein genug herbeiformuliert, ist man immer irgendwo der erste. Jedenfalls soll der Paceman im Revier zwischen Nissen Juke und Range Rover Evoque auf Kundenfang gehen. Die Idee eines SUVs mit coupéhaftem Finale hat Mini bei der Konzernmutter BMW abgeschaut, die den X6 seit vier Jahren anbietet. Intern läuft der Paceman deshalb als "X6 des kleinen Mannes".

Das ist uns aufgefallen: Natürlich ist es paradox, wenn der Mini erst zur SUV-Karikatur Countryman aufgeblasen-, und jetzt für ein neues Modell wieder etwas Luft abgelassen wird. Währen der Countryman auch als kompaktes Familienauto taugt, ist der Paceman eher für Paare gedacht, die nur gelegentlich Verwendung für die Rückbank haben. Zwar kann man auf den etwas tiefer gelegten und nicht verschiebbaren Sitzen im Fond, sofern man kein Schlaks ist, ganz ordentlich sitzen doch die Kletterpartie nach hinten ist so mühsam, dass die vom Marketing beschworene Lounge-Atmosphäre schon beim Einsteigen flöten geht.

Auch beim Fahrwerk rudert Mini zurück. Der Countryman wurde noch aufgebockt, der Paceman wiederum verliert drei Zentimeter an Bodenfreiheit. Das allerdings ist kein Schaden. Man hat vom Fahrersitz noch immer einen guten Überblick und einen etwas bequemeren Einstieg als in den normalen Mini. Und für einen ausgefahrenen Feldweg oder den Ausflug in den Stadtwald reicht das Fahrwerksniveau allemal.

Wichtiger ist jedoch, dass sich der Wagen dank der strammer angestimmten Federn und Dämpfer und der optionalen Differentialsperre ein bisschen mehr nach Mini anfühlt und auf kurvigen Strecken mehr Spaß macht. Knackig, handlich und agil macht er seinem Namen alle Ehre und gibt auf der Landstraße tatsächlich die Pace vor.

Das muss man wissen: Der Paceman startet im März nächsten Jahres und ist - wie jedes Coupé - ein bisschen teurer als der dazugehörige Viertürer. Der Grundpreis des Autos liegt also bei 23.800 Euro, und das sind rund 1200 Euro mehr als der billigste Countryman kostet. Weil er ein Spaßauto sein soll, gibt es den Paceman nur mit den stärkeren Motoren aus der Mini-Palette. Bei den Benzinern sind das der 122 PS starke Sauger für die Variante Cooper und der bekannte Turbomotor mit 184 PS für die Version Cooper S.

Es stehen auch zwei Dieselmotorisierungen zur Wahl; eine mit 1,6 Liter Hubraum und 112 PS, die andere mit 2 Liter Hubraum und 143 PS. Bis auf den Einstiegsbenziner kann man alle Varianten auch mit Allradantrieb bestellen. Das Spitzentempo rangiert je nach Motor- und Getriebekombination zwischen 182 und 217 km/h. Der Verbrauch bewegt sich zwischen 4,4 Litern für den kleinen Diesel und 7,1 Litern für den Cooper S mit Automatik.

Das werden wir nicht vergessen: Wie albern der riesige Modell-Schriftzug auf dem Heckdeckel aussieht, der uns peu à peu auch bei den anderen Mini-Ablegern begegnen wird. Das kommt davon, wenn man die Modellfamilie so weit auffächert, dass man ohne wirklich großes Namensschild den Überblick verliert.

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insgesamt 46 Beiträge
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1. optional
Schnydge 10.11.2012
Weshalb wird ein Bericht über ein Fahrzeug gebracht, das nicht viel anderes ist als ein Countryman mit 2 Türen. Es gäbe genug eigenständige Modelle die einen Bericht bzw. Test verdient haben. Oder bezahlt Mini dafür?
2. Dafür Geld ausgeben?
rechnernetzstecker 10.11.2012
Meine Güte, ist der unförmig und hässlich. Wenn Designer LSD rauchen... Nur Walter Whites Pontiac Aztek in "Breaking Bad" ist noch hässlicher!
3. sensationell
klugfiedel 10.11.2012
Den "mini" erst zum Van aufblähen, dann platt treten und in der Kategorie Keinwagen für 30T€ antreten lassen. Gehts paradoxer? Echt keinen Artkel wert!
4. ups
mischamai 10.11.2012
..für soviel Geld bekommt man (oder Frau) doch schon ein richtiges Auto.
5. das ist ein richtiges Auto
DerBlicker 10.11.2012
Zitat von mischamai..für soviel Geld bekommt man (oder Frau) doch schon ein richtiges Auto.
Oder beurteilen Sie ein Auto danach, wie viel Tonnen Blech es hat?
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Fahrzeugschein
Hersteller: Mini
Typ: Paceman
Karosserie: Kompaktwagen
Motor: Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer-Turbo
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung: 184 PS (135 kW)
Drehmoment: 260 Nm
Von 0 auf 100: 7,8 s
Höchstgeschw.: 212 km/h
Verbrauch (ECE): 6,7 Liter
CO2-Ausstoß: 157 g/km
Kofferraum: 330 Liter
umgebaut: 1.080 Liter
Gewicht: 1.445 kg
Maße: 4115 / 1786 / 1522
Preis: 29.300 EUR


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