Autogramm Opel Mokka: Macker im Miniformat
Opel braucht dringend ein Modell, das große Stückzahlen bringt. Der neue Kompakt-SUV Mokka könnte so eins werden. Das Auto erfüllt alle Kriterien, die immer mehr Kunden wollen: hohe Sitzposition, kompakte Abmessungen, robuste Optik.
Der erste Eindruck: Wie eine Riesenpraline mit Schokoglasur unten herum - so wirkt der Opel Mokka bei der ersten Begegnung. Das liegt an der schwarzen Plastikbeplankung, die in der PS-Symbolik Allradantrieb und Offroad-Tauglichkeit signalisiert. Von schräg vorn sieht der Wagen stämmig und stimmig aus. Das ist allerdings auch die Perspektive, für deren Wirkung sich moderne Autodesigner am meisten ins Zeug legen.
Umrundet man den Mokka, ändert sich die Wirkung. Seitlich betrachtet wirkt die Karosserie arg gestaucht, von hinten macht der Wagen einen eher dicklichen Eindruck. Eleganz strahlt das Auto also keine aus, wohl aber Solidität und Reife.
Und ob es einem gefällt oder nicht - Autos mit Geländewagenoptik sind gefragt, in Deutschland sind die so genannten SUVs (Sport Utility Vehicles) mit 15 Prozent Marktanteil bereits die zweitbeliebteste Pkw-Gattung nach den Kompaktwagen. Bislang gab es noch keinen Klein-SUV einer deutschen Marke, mit dem Mokka ändert sich das. Das Auto könnte Opel also tatsächlich vorwärts bringen, es kommt jedenfalls passgenau zum neuen Trend in den hiesigen Autohäusern.
Das sagt der Hersteller: Imelda Labbé, die Marketing-Direktorin von Opel in Deutschland, sagt, sie sei "sehr stolz" auf den Mokka und der Kundenzuspruch sei "sehr motivierend". Es lägen europaweit bereits mehr als 40.000 Bestellungen für das Auto vor, davon rund 10.000 aus Deutschland. "Wir wollen dieses Segment aufmischen", sagt Frau Labbé, es klingt durchaus angriffslustig. Und es ist ein gutes Zeichen, denn ein neues Modell von Opel wirft seit einigen Jahren immer auch die Frage auf, ob es das Zeug dazu hat, die Firma aus Rüsselsheim wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Großer Optimismus in dieser Hinsicht kam zuletzt nicht auf. Mit dem Mokka jedoch ist das anders.
Entwickelt und designt wurde der Wagen maßgeblich von deutschen Ingenieuren, gebaut wird er allerdings im General-Motors-Werk im koreanischen Bupyeong. Dort entsteht auch das Zwillingsmodell Buick Encore, das sich nur durch Kühlergrill und Markenlogo vom Opel Mokka unterscheidet; außerdem noch der Chevrolet Trax. Der wiederum erhält zur klareren Abgrenzung vom Mokka eine veränderte Karosserie. Lediglich Dach, Frontscheibe und die vorderen Türen gleichen denen des Opel-SUVs.
Das ist uns aufgefallen: Der Wagen macht vom ersten Moment an einen stämmigen, selbstbewussten Eindruck. Das beginnt beim ansprechenden Außendesign, setzt sich bei der Inspektion des Interieurs fort und hält auch auf der rund 300 Kilometer langen Testfahrt an. Das Platzangebot ist ordentlich, auch im Fond sitzt man entspannt und aufrecht. Der Kofferraum fasst je nach Stellung der Rücksitzlehnen zwischen 356 und 1372 Liter, das ist ok, doch der sechs Zentimeter kürzere Skoda Yeti beispielsweise bietet mehr Stauvolumen (405 bis 1760 Liter).
Wir fuhren das allradgetriebene Modell mit dem 1,4-Liter-Turbo-Benziner mit 140 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe inklusive Start-Stopp-Automatik. Der Motor passt gut zum Auto, die Leistung ist absolut ausreichend, das Fahrgefühl so, wie man es von einem Wagen dieses Typus erwartet: harmonisch und unauffällig. Als Durchschnittsverbrauch gibt Opel 6,4 Liter je 100 Kilometer an, der Bordcomputer meldete nach der Testfahrt einen Schnitt von 7,5 Liter.
Opel rühmt den Mokka als Auto voller Innovationen. Tatsächlich gibt es zum Beispiel ein Frontkamerasystem mit Verkehrsschilderkennung, Kollisionswarner und Spurhalteassistent, adaptives Fahrlicht, Sitz- oder Lenkradheizung sowie eine 230-Volt-Steckdose im Fond für den Laptop-Dauerbetrieb auf langen Fahrten.
Doch all diese Dinge müssen natürlich extra bezahlt werden, so dass der Basispreis von 18.990 Euro für das Modell mit 115-PS-Benziner ein eher theoretischer Wert ist. In der Top-Ausstattung "Innovation" werden mindestens 25.520 Euro fällig, und da ist die Rückfahrkamera noch gar nicht dabei. Die kostet 270 Euro Aufpreis und empfiehlt sich sehr, denn nach hinten ist der Mokka ziemlich unübersichtlich.
Das muss man wissen: Es gibt neben den beiden schon erwähnten Ottomotoren noch einen 1,7-Liter-Diesel mit 130 PS und für dieses Triebwerk auch ein sechsstufiges Automatikgetriebe. Die beiden stärkeren Motorisierungen können wahlweise mit Front- oder Allradantrieb bestellt werden. Das System wiegt lediglich 65 Kilogramm, funktioniert mittels einer elektromagnetischen Kupplung und verteilt das Antriebsmoment variabel bis zu einer Verteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Zur Serienausstattung aller Varianten gehören acht Airbags, ABS, ESP inklusive Bergabfahr- und Berganfahrhilfe, eine Klimaanlage und ein CD-Radio. Darüber hinaus betritt man aufpreispflichtiges Gelände.
Das werden wir nicht vergessen: Der Wagen ist rundum in Ordnung, aber er sticht nicht wirklich aus der Masse der kompakten SUV-Modellen hervor. Das Ungewöhnlichste an dem Auto ist wohl der Name: Mokka. Man kann die Kaffee-Assoziation sogar auf die Spitze treiben - denn Opel bietet das Auto wahlweise und für 530 Euro Aufpreis auch in Braunmetallic an. Korrekter Name des Farbtons: "Espressobraun".
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- Montag, 22.10.2012 – 08:45 Uhr
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| Hersteller: | Opel |
|---|---|
| Typ: | Mokka 1.4 Turbo |
| Karosserie: | Geländewagen |
| Motor: | Vierzylinder-Turbobenziner |
| Getriebe: | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Allrad |
| Hubraum: | 1.364 ccm |
| Leistung: | 140 PS (103 kW) |
| Drehmoment: | 200 Nm |
| Von 0 auf 100: | 9,9 s |
| Höchstgeschw.: | 190 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,4 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 149 g/km |
| Kofferraum: | 356 Liter |
| umgebaut: | 1.372 Liter |
| Gewicht: | 1.400 kg |
| Maße: | 4278 / 1777 / 1658 |
| Versicherung: | 16 (HP) / 18 (TK) / 19 (VK) |
| Preis: | 24.320 EUR |
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