Neues Gesetz in den USA: Kalifornien lässt autonome Pkw auf die Straßen
Wer im Westen der USA unterwegs ist, muss sich wohl an einen besonderen Anblick gewöhnen: Autos ohne Fahrer. Der Bundesstaat Kalifornien hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, das den Einsatz von autonomen Pkw im öffentlichen Straßenverkehr zulässt.
Mountain View - Auf den Straßen Kaliforniens dürfen künftig auch ganz offiziell fahrerlose Autos unterwegs sein: Der Gouverneur des US-Staats unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz, das den Weg für die autonomen Gefährte freimacht. "Heute werden wir Zeuge, wie aus Science-Fiction die Realität von morgen wird - das selbstfahrende Auto", erklärte Jerry Brown in der Google-Zentrale in Mountain View. "Jeder, der in ein Auto steigt und feststellt, dass es von alleine fährt, wird zwar erst etwas nervös sein. Aber er wird darüber hinwegkommen."
Schon jetzt sind einige selbstfahrende Autos auf kalifornischen Straßen zu sehen, spätestens in den nächsten zehn Jahren soll der kommerzielle Verkauf starten. Einer der Vorreiter ist der Internetkonzern Google: Eine computergesteuerte Autoflotte des Internetgiganten legte ohne Fahrer nach Unternehmensangaben 482.780 Kilometer ohne Unfall zurück.
Ähnliche Projekte gibt es auch in Europa. Bereits seit drei Jahren gibt es die Sartre-Initiative - die Abkürzung steht für "Safe Road Trains for the Environment". Hinter einem von einem Menschen gelenkten Führungsfahrzeug reihen sich weitere Autos ein und übergeben die Steuerung an die elektronischen Systeme. Erst am Zielort übernimmt der Fahrer wieder das Kommando.
Das Autonomos-Lab der FU-Berlin arbeitet ebenfalls an einem selbständig fahrenden Auto. Das Projekt der Forscher ist sogar in einem Punkt der Konkurrenz einen Schritt voraus: Der umgebaute iMiev kann sogar Ampeln erkennen.
Google hingegen nutzt für das autonome Fahren einen modifizierten Toyota Prius. Der Wagen ist ausgestattet mit Videokameras, Radarsensoren und Laser, um sämtliche Informationen zum Straßenverkehr und zur Umgebung zu erfassen. Anhand dieser Daten steuert ein Rechner das Gefährt. Bereits seit 2010 arbeitet Google an dem Projekt. "Es hilft, Verkehrsunfälle zu vermeiden, gibt den Leuten mehr Zeit und reduziert den CO2-Ausstoß", schrieb Projektleiter Sebastian Thrun in einem Blog des Unternehmens.
rom/dapd
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