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Mehr Trinkgeld in New York: Kreditkarte ist Taxifahrers Liebling

Taxi in New York: Trinkgeld für Fahrer hat sich verdoppelt Zur Großansicht
AFP

Taxi in New York: Trinkgeld für Fahrer hat sich verdoppelt

Erst verhasst, nun verehrt: Als New Yorks Taxifahrer Kreditkarten akzeptieren sollten, sträubten sie sich mit aller Macht dagegen. Mittlerweile betrachten sie die Vorgabe als einen Segen - ihr Trinkgeld hat sich dadurch verdoppelt.

Durch den Big Apple ging ein Aufschrei: Im Jahr 2007 mussten Taxifahrer auf Anordnung von Bürgermeister Michael Bloomberg ihren Kunden ermöglichen, mit Karte zu zahlen. Die Fahrer, deren gelbe "Cabs" in vielen Bezirken das Straßenbild prägen, waren entrüstet.

Kein Wunder: Die Kosten für die Kartenlesegeräte werden auf den Mietbetrag für die Taxis aufgeschlagen, durch den Bezahlvorgang geht ihnen Zeit verloren und auch die Kartengebühr müssen die Fahrer übernehmen. Von zehn Dollar gehen so 50 Cent verloren. Das Gejammer war riesig, viele Taxifahrer traten sogar in den Streik.

Heute ist aus dem Hass auf das Karten-Procedere längst heiße Liebe geworden. Denn wie sich herausgestellt hat, profitieren die Fahrer enorm vom bargeldlosen Zahlen - durch satte Mehreinnahmen bei den Trinkgeldern. Die haben sich seit Einführung des Systems nämlich mehr als verdoppelt, wie das US-Online-Magazin Slate berichtet. Gaben die Fahrgäste bis 2007 im Schnitt zehn Prozent Trinkgeld, seien es nun 22 Prozent - was einem zusätzlichen Gewinn von 144 Millionen Euro pro Jahr entspreche.

Drei Knöpfe machen den Unterschied

Möglich macht es eine simple Zusatzfunktion an den Kartenlesegeräten: die Fahrgäste können, wenn sie bargeldlos zahlen, ihren gewünschten Trinkgeld-Betrag eintippen - oder aber zwischen drei Tasten wählen und damit per Knopfdruck 20, 25 oder 30 Prozent Belohnung geben.

Dass der durchschnittliche Obolus dadurch gestiegen ist, lässt sich anhand von Erfahrungen aus der Verhaltensforschung erklären: können Kunden neben dem normalen Angebot - in diesem Fall die gewohnte Trinkgeldhöhe - noch größere oder teurere Optionen wählen, lassen sie sich leichter dazu verleiten, einen höheren Betrag auszugeben. Auch wenn kaum Fahrgäste die 35-Prozent-Taste drücken - beim schnöden Satz von zehn Prozent Extrageld belassen es die wenigsten.

cst

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Bin ich blind?
ron_ben_david 17.05.2012
Zitat von sysopAFPErst verhasst, nun verehrt: Als New Yorks Taxifahrer Kreditkarten akzeptieren sollten, sträubten sie sich mit aller Macht dagegen. Mittlerweile betrachten sie die Vorgabe als einen Segen - ihr Trinkgeld hat sich dadurch verdoppelt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,833569,00.html
Erst heißt es: Dann auf einmal: Ja was denn nun? Entweder es gibt nur die oben genannten drei Tasten von der dann die letzte falsch ist und 35 Prozent Trinkgeld erlaubt oder es gibt vier Tasten. Oder bin ich gar blind?
2. Story richtig, Zahlen aber falsch
StefanZ. 17.05.2012
Man kann das auch im Internet nachlesen. Z. B... http://www.flickr.com/photos/dcmetroblogger/5014965390/
3. Nun ja....
StefanZ. 17.05.2012
Zitat von StefanZ.Man kann das auch im Internet nachlesen. Z. B... http://www.flickr.com/photos/dcmetroblogger/5014965390/
Sorry, jetzt muss ich meinen eigenen Beitrag korrigieren. Wir leben halt in einer Software Welt, nichts mehr verdrahtet. Hier der Beweis. Wahrscheinlich gibt es auch Cab Fahrer die ihre Geräte gleich noch höher konfigurieren. The $144,146,165 Button ◇ notes.unwieldy (http://notes.unwieldy.net/post/22958656041/the-144-146-165-button)
4. Dummes Gelaber
nariu 17.05.2012
Verhaltensforschung? natürlich ist es einfacher einen Button zu drücken als einen Prozentsatz mit der Nummerntastatur einzugeben.
5. Wer sich auch freut ist
hdudeck 17.05.2012
Zitat von sysopAFPErst verhasst, nun verehrt: Als New Yorks Taxifahrer Kreditkarten akzeptieren sollten, sträubten sie sich mit aller Macht dagegen. Mittlerweile betrachten sie die Vorgabe als einen Segen - ihr Trinkgeld hat sich dadurch verdoppelt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,833569,00.html
Bloomberg. Durch die Credit Karten Bezahlung kann naehmlich jetzt die Steuer fuer den Tip festgestellt werden. Bei 166 Millionen kommt da so einiges zusammen. Leider bezahlen immmer noch viele Leute in Bars und Cabs das Trinkgeld extra, damit der Bartender/Driver keine Steuern darauf zahlen zu muessen. Dumm nur, das wir alle diese dann auch noch bezahlen muessen, denn der Staat kuemmerts wenig, wo die Steuern herkommen, solange es genug sind. Wir anderen zahlen dann halt fuer diese Leute auch noch die Steuern.
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