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Nokian Tyres: Reifenhersteller gesteht Testbetrug

Reifen von Nokian: Etikettenschwindel bei Tests Zur Großansicht
REUTERS

Reifen von Nokian: Etikettenschwindel bei Tests

Spezialanfertigungen statt Standardprodukte: Das finnische Unternehmen Nokian Tyres hat jahrelang bei Reifentests betrogen und der Fachpresse modifizierte Pneus bereitgestellt.

Der finnische Hersteller Nokian hat zugegeben, bei Reifentests betrogen zu haben. Demnach hat das Unternehmen qualitativ hochwertige Reifen für Tests an Motorjournalisten ausgeliefert, um bessere Ergebnisse und damit eine positivere Berichterstattung zu erzielen.

"Die Reifen wurden speziell für die Tests angefertigt und waren in ihren Eigenschaften den im Handel erhältlichen Modelle überlegen. Unsere Richtlinien verbieten ein solches Vorgehen nun. Ich kann versichern, dass wir seit Ende letzten Jahres keine speziellen Reifen mehr für Tests angefertigt haben", sagte der Chef von Nokian Reifen, Ari Lehtoranta.

Die Wirtschaftszeitung "Kauppalehti" zitiert in ihrer Berichterstattung aus internen Mails und beruft sich auf Unternehmensinsider. Aus deren Schreiben und Aussagen gehe hervor, dass Nokian in den vergangenen zehn Jahren systematisch Autozeitschriften und andere Medien, die Reifen testen, mit modifizierten Reifen beliefert hat. Diese verfügten über mehr Grip und bessere Laufeigenschaften als die Standardprodukte.

"Unsere Marke ist beschädigt"

Die Firma Nokian, die für fast alle großen Autohersteller Reifen herstellt, hatte in der Vergangenheit mit den guten Testergebnissen geworben - unter anderem auch mit denen in deutschen Medien wie "AUTO BILD". "Wir erwarten nicht, dass dies unsere Verkäufe beeinflusst, aber wir müssen damit leben, dass es unsere Marke beschädigt", sagte Lehtoranta am Freitag.

Nachdem "Kauppalehti" über die Manipulationen berichtet hatte, fielen die Nokian-Aktien am Freitag zeitweise um fast zehn Prozent. Mit den manipulierten Reifentests von Nokian hat die Autoindustrie einen weiteren Skandal. Erst im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass VW im großen Stil bei Abgasmessungen betrogen hat.

mhu/Reuters

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Der wahre Skandal ist doch.....
herrdainersinne 26.02.2016
.... das die Autopresse sich gratis mit Reifen beliefern lässt - statt diese anonym beim normalen Reifenhändler zu kaufen. -- Dazu kommen all die kleinen Reisen und Gefälligkeiten.....
2. Vielleicht sollte Mercedes Nokian übernehmen
MS_FFM 26.02.2016
Dann könnte Nokian Winterreifen vertreiben, die bei Temperaturen unter 10 Grad nicht mehr funktionieren. Das geht ja bei Mercedes, wo die Abgasreinigung bei niedrigen Temperaturen ausser Betrieb gesetzt wird, "um den Motor zu schonen", "in Einklang mit gesetzlichen Bestimmungen". Was sind dagegen schon geschönte Testexemplare. Wo ein (Lobby-) Wille ist, ist ein Weg.
3. Also ich arbeite ja bei einem großen Autobatteriehersteller...
JorgeD 26.02.2016
Und _natürlich_ kämen wir nie auf solch eine Idee, bloß weil die Tests meistens garnicht genug Stichproben nehmen, um eine Aussagekraft zu haben, und weil an den Ergebnissen im Zweifel Millionen hängen.
4. Keine Überraschung..
rantamplan 26.02.2016
Wieso sollten die Reifenhersteller anders vorgehen als die Autohersteller? Die Autohersteller haben ja auch Abteilungen in denen nur Pressetestwagen aufgemöbelt und für Vergleiche vorbereitet werden. VW z.b. ein ganz neuer Werk in der Nähe von Gifhorn. Realistische Vergleiche von Reifen und Kraftfahrzeugen sind nur dann realistisch werden wenn der Reifen beim xy Reifenhändler und das Auto bei einer xy Autovermietung abeholt und ohne Wissen der Hersteller getestet werden. Alles andere ist unglaubwürdig und hat mit den Produkten die der Kunde kauft 0,0 gemeinsam.
5. Ah ha, also extra Tel .und dann gekauft.
kasam 26.02.2016
Das nennt man Tests. Hier werden ja Otto Normal Kunden von den Tester auch beschissen. Welche Auswirkungen hatten dann erst die beschissenen Reifen bei den Normalos bei Regen.---Erhöhte Unfallgefahr oder was----Bei dem Geschäftsgebaren sollten die Käufer einen Schadensersatz erhalten-
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