Nürburgring und Wörthersee: Mit Vollgas durchs Wochenende

Von und Jürgen Pander

Es wird das erste große PS-Wochende des Jahres: Während am österreichischen Wörthersee die GTI-Gemeinde sich selbst und ihre Autos feiert, findet in der Eifel das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring statt.

Wörthersee & Nürburgring: Gebremst wird später Fotos

Es wird laut, benzindunstig und alkoholhaltig - in Reifnitz am Wörthersee und rund um den Nürburgring in der Eifel. Hier wie dort sind an diesem Wochenende mehr Auto-Aficionados versammelt als irgendwo sonst in Mitteleuropa: Mehr als 100.000 PS-Fans etwa tummeln sich in Kärnten bei der 29. Auflage des legendären GTI-Treffens, das inzwischen vom VW-Konzern für sich entdeckt und zum Großevent aufgeblasen wurde. Der Nürburgring wiederum ist das Ziel von mehr als 200.000 Motorsportfans. Dort findet von Samstag bis Sonntag je 15 Uhr das 24-Stunden-Rennen statt, der deutsche Langstreckenklassiker schlechthin.

Bereits die ganze Woche geht es rund um den Ring hoch her. Obwohl die Eifel den Gästen wettertechnisch die kalte Schulter zeigt, haben nicht nur die Rennteams frühzeitig mit dem Vorbereitungen begonnen. Auch die Zeltstädte der Fans stehen bereits. Wer nicht - wie zum Beispiel die Event-Agentur von VW - tonnenweise Rindenschnipsel als Bodenbelag verteilt hat, versinkt an der Döttinger Höhe oder der Hohen Acht allerdings im Matsch.

Wo Hunderttausende ihre Zuneigung zum Auto ausleben, die Luft nach Benzin und verbranntem Gummi riecht und das ewige Motiv von der Schönen und dem PS-Biest in immer neuen Variationen strapaziert wird, dürfen die Fahrzeughersteller natürlich nicht fehlen. Sie nutzen die imposante Kulisse fürs Marketing. "Dieses Rennen ist der finale Dauertest für jeden Sportwagen, und zwar unter den Augen der Öffentlichkeit", sagt zum Beispiel Aston-Martin-Chef Ulrich Bez, der beim Langstreckenrennen selbst im Cockpit sitzt. Mit anderen Vollgasprofis wird er den neuen Viertürer Rapide pilotieren, dessen Verkauf passenderweise Ende Mai beginnen wird.

Mit Sportlichkeit schmückt sich jeder Hersteller gern, und so sind praktisch alle da, die auf einen Abstrahleffekt des Nürburgring-Glanzes auf das eigene Image hoffen. Opel geht mit zwei monströs aufgetakelten Astra OPC mit 320 PS Motorleistung ins Rennen. Die Toyota-Marke Lexus unterstützt zwei ihrer Supersportwagen vom Typ LFA, die vom Gazoo Racing Team an den Start gebracht werden. Subaru nutzt die Kulisse, um den neuen Impreza WRX STI mit 305 PS erstmals beim Ernstfall zu präsentieren und Peugeot tritt mit zwei der neuen Coupés RCZ mit 200 PS starken Dieselmotoren an, die erst seit wenigen Tagen bei den Händlern stehen.

Greenwashing inmitten des großen Spritverbrennens

Nicht nur Rasanz, Zuverlässigkeit und Dauerhaltbarkeit sollen dem Publikum eindrucksvoll vorgeführt werden - einige Marken zeigen selbst in diesem eher ökoresistenten Umfeld ihre grünen Ambitionen. Der BMW-Konzern etwa wird vor dem Start des 24-Stunden-Rennens einen Elektro-Mini über die Nordschleife flüstern lassen - gesteuert von Prinz Leopold von Bayern. Der ehemalige DTM-Rennfahrer fährt den Wagen, dessen 204 PS starke Elektromaschine mit Energie aus 5088 Lithium-Ionen-Zellen versorgt wird. Nach den 20,8 Kilometern durch die grüne Hölle dürfte der Stromspeicher allerdings leer sein.

VW wiederum tritt mit drei Scirocco-Rennern an, deren 330 PS starke Turbomotoren mit Bioerdgas betrieben werden. Die neue VW-Tochtermarke Porsche feiert neben dem ersten Hybrid-Rennwagen auch das 24-Stunden-Comeback von Rallye-Legende Walter Röhrl.

VW total am Wörthersee? Smart hält ein bisschen dagegen

Für die Granden des Volkswagenkonzerns ist dieses Wochenende besonders stressig, denn das große Frühlingsfest des Hauses findet ja eigentlich am Wörthersee statt. Dort sind unter anderem VW-Patriarch Ferdinand Piëch, VW-Vorstandschef Martin Winterkorn oder Audi-Boss Rupert Stadler.

VW etwa enthüllte in Kärnten zwei limitierte Serien des Golf GTI und zeigte den Pick-up Amarok; zudem organisierten die Wolfsburger einen Auftritt von Peter Maffay. Audi nutzte die Bühne zur Werbung für den Kleinwagen A1 und zeigte gleich ein halbes Dutzend zurechtgemachter A1-Modelle. Sogar die VW-Tochtermarke Skoda war mit von der Partie und stellte getunte Varianten der Modelle Fabia und Octavia RS vor.

VW total also am Wörtersee? Nicht ganz, denn ausgerechnet das "Offizielle GTI-Radio" mit Rundum-Beschallung zum GTI-Treffen wird von der Konkurrenz gesponsert. Wetterbericht, Nachrichten und die "Power-Regel" des Tages präsentiert die Daimler-Marke Smart.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. die schnellste Runde eines Serienrennwagens
Emil Peisker 15.05.2010
Nur so nebenbei - die schnellste Runde eines Serienrennwagens auf der Nordschleife fuhr nicht, wie Lasse Hinrichs berichtete, Tom Coronel in seinem Dodge Viper SRT-10 ACR, mit 7:22,1 Minuten am 8. August 2008, sondern am 21. April 2010, ein Ferrari 599XX mit einer Zeit von 6:58,16 Minuten. http://www.carpassion.com/magazin/405-ferrari-599xx-auf-der-nordschleife.html Emil
2. oooo
inci 15.05.2010
Zitat von sysopEs wird das erste große PS-Wochende des Jahres: Während am österreichischen Wörthersee die GTI-Gemeinde sich selbst und ihre Autos feiert, findet in der Eifel das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring statt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,694751,00.html
und formel 1 ist auch noch..............brrrrmmmm
3. Was ist ein Serienrennwagen?
optverteiler 15.05.2010
Zitat von Emil PeiskerNur so nebenbei - die schnellste Runde eines Serienrennwagens auf der Nordschleife fuhr nicht, wie Lasse Hinrichs berichtete, Tom Coronel in seinem Dodge Viper SRT-10 ACR, mit 7:22,1 Minuten am 8. August 2008, sondern am 21. April 2010, ein Ferrari 599XX mit einer Zeit von 6:58,16 Minuten. http://www.carpassion.com/magazin/405-ferrari-599xx-auf-der-nordschleife.html Emil
Wenn damit 'zulassungsfähig' gemeint sein sollte, dann hält den Rekord nach wie vor die zulassungsfähige Viper vor dem nicht zulassungsfähigen Ferrari.
4. oder ist jener ?
Alois 16.05.2010
Zitat von optverteilerWenn damit 'zulassungsfähig' gemeint sein sollte, dann hält den Rekord nach wie vor die zulassungsfähige Viper vor dem nicht zulassungsfähigen Ferrari.
der Reckordhalter für Straßenzugelassene Sportwagen? http://www.sportauto-online.de/news/nordschleife-rundenzeitenrekord-gumpert-apollo-sport-florian-gr
5. Der Link ist besser:
Emil Peisker 16.05.2010
Zitat von Aloisder Reckordhalter für Straßenzugelassene Sportwagen? http://www.sportauto-online.de/news/nordschleife-rundenzeitenrekord-gumpert-apollo-sport-florian-gr
Der Link ist besser: http://www.sportauto-online.de/news/nordschleife-rundenzeitenrekord-gumpert-apollo-sport-florian-gruber-1382398.html
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Nürburgring
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 8 Kommentare

Aktuelles zu