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12. September 2018, 17:56 Uhr

Nach Pleite

München verschrottet Tausende Leihräder von Obike

Die Stadt München verliert die Geduld mit dem Fahrradverleiher Obike. Die Verwaltung sammelt Tausende schrottreife Drahtesel ein. Der Anbieter ist nicht mehr zu erreichen, die App funktioniert aber noch.

Leihfahrrad-Anbieter Obike bereitet der Stadt München zunehmend Ärger. Tausende Fahrräder der wirtschaftlich angeschlagenen Firma stehen noch in der Stadt, die Verwaltung räumt sie vermutlich im Dezember weg und entsorgt sie. Die Behörden arbeiteten an einer Beseitigungsanordnung, sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul.

Am Dienstag war eine Frist der Landeshauptstadt an Obike abgelaufen. Das Unternehmen sollte erklären, wie das Verleihsystem weitergehe und ob Obike die Räder wegräumen werde. "Wir haben bisher keine Rückmeldung erhalten", so Paul.

Räder lassen sich per App noch ausleihen

Die Stadt schätzt die Zahl der orangefarbenen Räder auf 3000 bis 6000. Zahlreiche Obikes liegen zerstört in Parks, in Bäumen oder auf dem Gehsteig - auch wenn das Ausleihen per App noch immer funktioniere, sagte Paul.

"Wir dürfen uns jetzt ums Aufräumen kümmern", kritisierte der Münchner Radverkehrsbeauftragte. Er habe kaum Hoffnung, dass Obike selbst noch aktiv werde. Jegliche Kontaktversuche blieben zuletzt erfolglos.

In Hamburg wurden neue Obikes versteigert

Obike war erst im vergangenen Jahr gegründet worden und bietet in mehreren europäischen Städten seine Leihräder an. Gründer Shi Yi hatte im Juli in einem Interview von wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesprochen. Für Unruhe hatte auch die Insolvenz von Obike Singapur gesorgt. Auf die Geschäfte an anderen Standorten habe dies aber keine Auswirkungen, hatte der Anbieter im Juni erklärt.

In Hamburg kamen 10.000 neue Leihräder des Unternehmens gar nicht erst zum Einsatz. Nachdem sie eine Weile in einer Lagerhalle standen, wurden sie schließlich zum Großteil verkauft und versteigert.

nis/dpa

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