Berlin - Seit dem 1. Dezember 2011 müssen Neuwagen ein Öko-Label tragen. Mit der Vorschrift wollte die Regierung den Vergleich von Autos hinsichtlich ihrer Energieeffizienz vereinfachen. Von einem Erfolg lässt ich dabei nicht sprechen - laut einer Umfrage wissen nur 31 Prozent der potentiellen Autokäufer, was das Label zu bedeuten hat.
Die Farb- und Buchstabenskala ähnelt den Stickern auf Elektrogeräten und soll unter anderem Aufschluss über die CO2-Effizienz geben. Die Einordnung erfolgt in einer Farbskala von Dunkelgrün für das besonders gute A+ über Gelbtöne für eine mittlere Ökobilanz bis zur rot markierten und besonders schlechten Klasse G.
"Pure Verbraucherverwirrung"
Die Tatsache, dass laut der Umfrage 63 Prozent der Teilnehmer diese Angabe für einen wichtigen Faktor bei der Kaufentscheidung halten, dürfte Automobilverbände wie den Verkehrsclub Deutschland (VCD) entsetzen. Denn zur Bewertung der Energieeffizienz wird der CO2-Ausstoß der Autos in Bezug zu ihrem Gewicht gesetzt. Diese Formel begünstigt laut dem VCD schwere Autos mit hohem Energieverbrauch.
Auch der ADAC sprach bei der Einführung des Öko-Labels von "purer Verbraucherverwirrung". Denn plötzlich bekamen spritsaufende Geländewagen eine bessere Einstufung als sparsame Kleinwagen. Ausschlaggebend war dabei das Gewicht.
Die Umfrage, die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) beauftragt worden war, scheint die Konfusion bei den Käufern zu bestätigen: Nur jeder Zweite ordnete den Buchstaben G auf dem Label korrekt als Kennzeichnung für wenig effiziente Autos ein.
cst/dpa
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