Elektromobilität Shell will Tankstellen mit Ladestationen aufrüsten

Strom statt Sprit: Der Markt für E-Mobile ist zukunftsträchtig und bedroht das Geschäftsmodell des Ölmultis Shell. Darauf will der Konzern jetzt reagieren.

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Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell plant in diesem Jahr einen Aufbau von Ladestationen für Elektroautos. Zunächst will das Unternehmen an Tankstellen in Großbritannien und den Niederlanden Stromzapfsäulen installieren, das sagte der für Raffinerie und Vertrieb zuständige Manager John Abbott der "Financial Times". Es könnten noch weitere Länder folgen. Abbott rechnet mit der größten Nachfrage nach E-Ladestationen in städtischen Gegenden. Wie viele Stationen Shell aufrüsten will, wollte er noch nicht sagen.

Die Elektromobilität gilt als große Gefahr für die Ölkonzerne, weil der Autoverkehr einer der größten Verbraucher fossiler Brennstoffe ist. Abbott geht zwar davon aus, dass der Übergang von Verbrennungsmotoren zu Elektroantrieben Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird, sieht aber offenbar einen wachsenden Bedarf an Ladestationen.

Der Shell-Manager hofft zudem auf ein kleines Zusatzgeschäft im Gastronomiebereich von Tankstellen: Bisher dauern Ladevorgänge bei E-Mobilen nämlich noch deutlich länger als herkömmliches Tanken. Ein zusätzlich verkaufter Kaffee dürfte sich jedoch nur geringfügig positiv auf die Jahresbilanz auswirken.

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Elektroautos auf dem Markt: Stärker, schneller - und vor allem weiter

Dass Shell die Offensive zunächst für Großbritannien und Holland plant, ist kein Wunder: Im vergangenen Jahr wurden in Großbritannien 35.907 Elektroautos neu zugelassen, in Deutschland lag die Zahl der Neuzulassungen bei 25.154. In den Niederlanden haben E-Autos einen Anteil am gesamten Markt von etwa sieben Prozent, die Zahl der Neuzulassungen war in den vergangenen Jahren ebenfalls stets höher als die von Deutschland. Zum Vergleich: In China wurden 2016 mehr als eine halbe Million Elektrofahrzeuge verkauft.

Das Fehlen von Ladestationen gilt neben geringerer Reichweite und höheren Preisen als Hemmschuh für den Durchbruch von E-Autos. Die Kaufprämie für Fahrzeuge mit E-Antrieb beantragten in Deutschland im vergangenen Jahr nur wenige Autokäufer, bis zum 1. Januar 2017 waren es lediglich 9023 Anträge.

Neben Shell wollen auch europäische Konkurrenten demnächst mehr Stromladestationen anbieten, unter anderem der französische Ölkonzern Total. In Deutschland planen derzeit die Autobauer Daimler, Volkswagen, BMW und Ford gemeinsam den Aufbau von Tausenden Ladesäulen entlang der Autobahnen in den kommenden Jahren.

In Deutschland sollen bereits bis Ende dieses Jahres mehr als 400 Schnellladestationen für Elektroautos an Fernstraßen stehen. Das sieht zumindest ein Plan vor, den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Sommer 2015 vorstellte. Derzeit ist allerdings erst ein Viertel davon fertig - Dobrindt will in dieser Woche in Augsburg die 100. Ladestation an einer Autobahnen in Betrieb nehmen.

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jan/dpa



insgesamt 108 Beiträge
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rennflosse 30.01.2017
1. Gute Idee
Man stelle sich vor, an jeder Tankstelle gäbe es eine Elektroladesäule. Dann käme die Elektromobilität vielleicht in Schwung. Es müßte nur gewährleistet sein, dass alle Fahrzeuge dort laden können. Egal ob sie von Renault, BMW oder Tesla kommen oder vom nahe gelegenen Golfclub.
emporda 30.01.2017
2. Das wird teuer
Unser 110 PS Mini-SUV mit EURO-6 Diesel braucht 4,1 - 4,4 Liter/100km plus 0,2 - 0,7 Liter/100km mit Klimaanlage und 99 mg/km NOX. Diesel kostet 0,98 €/Liter oder 0,04 €/km, das sind 0,08 €/Kwh mit 0,05 €/Kwh für Steuern Die Reichweite einer 54 l Tankfüllung ist 1150 - 1350 km. Beim E-Auto kostet der Ladestrom je Anbieter und Spannung (230 V Ladezeit 12 h, 400 V Ladezeit 1 h) 0,30 - 0,65 €/Kwh bzw. das 4 - 8 fache. Dabei fallen 30 Milliarden € Mineralölsteuern weg, auf die der Bund nicht verzichten kann. E-Autos kosten je km das 5 - 10-fache heutiger Dieselautos Die BRD nutzt im Jahr 45 Millionen Tonnen Pkw Treibstoffe entsprechend 550 Milliarden Kwh. Alle BRD Kraftwerke erzeugen 617 Milliarden Kwh, davon stammen nur 9% aus der Windkraft. Nach 2 Mal hoch transformieren, Leitungslängen bis 400km und 3 Mal runter transformieren kommen beim Verbraucher 75 - 83% an, abzüglich dem Wirkungsgrad von Dampfturbine, Kessel, Großdiesel usw. Alle Pkws mit E-Antrieb auszurüsten bedeutet die Kraftwerke der BRD noch einmal bauen zu müssen, um Ladestrom aus billiger Braunkohle zu erzeugen - zum Schutz der Umwelt sagen GRÜNE Traumtänzer. Wer die Billionen € für neue Kraftwerke aufbringen soll, das verraten die Traumtänzer nicht, sie wären morgen ohne Amt. E-Autos haben mit Klimaanlage, NAVI, Bluetooth, Radio, Scheibenwischer, Licht usw. eine Reichweite von max. 100 km, dann wird die Batterie 12-15 Stunden bei 230V geladen. Ladestationen sind extrem selten (ich kenne nur 1), solche mit 400 V Drehstrom gibt es nicht. Batterieladung kostet 4 - 8 Mal so viel wie mit Diesel fahren, die Anbieter können keine Parkplätze für 1 halben Tag kostenlos vorhalten. .
faehri_60 30.01.2017
3.
Zitat von rennflosseMan stelle sich vor, an jeder Tankstelle gäbe es eine Elektroladesäule. Dann käme die Elektromobilität vielleicht in Schwung. Es müßte nur gewährleistet sein, dass alle Fahrzeuge dort laden können. Egal ob sie von Renault, BMW oder Tesla kommen oder vom nahe gelegenen Golfclub.
Grundsätzlich eine gute Idee. Wenn ich mir jedoch die meisten Tankstellen so anschaue, sehe ich deren Größtes Problem im vorhandenen Platz. Die "E-Parkplätze" dürften die übrigen Anlagen nicht zustellen und so bliebe den meisten T.-Stellen ca. 2 - 4 Ladestellen. 14531 Tankstellen gab es 2016. Abzüglich der zu weit abgelegenen und ländlichen Zapfplätze ergäben 3 Plätze je Tankstelle 43.539 Ladestellen; wovon einige überfrequentiert wären, und andere wiederum leer stünden. Jetzt könnte man einwenden, dass wir ja kaum E- Fahrzeuge haben .. stimmt, da ginge also so manche Investition ins blaue. Und hätten wir 200.000 plus X wollten die garantiert da auftanken, wo es andere auch wollen. Wenn schon "Duracell"-Auto, dann über die "Verkabelung" aller öffentlichen Parkplätze .. wobei D einmal darüber nachdenken sollte, ob es unbedingt so eine pompöse Ladesäule sein muss. Ebenso nachdenken sollten PKW- Hersteller wie z. B. Tesla oder Porsche ... der Ladestecker gehört auf die rechte Seite .. nicht links dem Verkehr zugewandt .. ich fass es nicht! So .. nun brauchen wir eigentlich nur noch die Autofahrer vom Stromern zu überzeugen ... und da, dürfte, neben den zu vollmundigen Versprechen der Hersteller, die größte Hürde liegen.
les2005 30.01.2017
4. Rückwärtsgewandt
Zitat von empordaUnser 110 PS Mini-SUV mit EURO-6 Diesel braucht 4,1 - 4,4 Liter/100km plus 0,2 - 0,7 Liter/100km mit Klimaanlage und 99 mg/km NOX. Diesel kostet 0,98 €/Liter oder 0,04 €/km, das sind 0,08 €/Kwh mit 0,05 €/Kwh für Steuern Die Reichweite einer 54 l Tankfüllung ist 1150 - 1350 km. Beim E-Auto kostet der Ladestrom je Anbieter und Spannung (230 V Ladezeit 12 h, 400 V Ladezeit 1 h) 0,30 - 0,65 €/Kwh bzw. das 4 - 8 fache. Dabei fallen 30 Milliarden € Mineralölsteuern weg, auf die der Bund nicht verzichten kann. E-Autos kosten je km das 5 - 10-fache heutiger Dieselautos Die BRD nutzt im Jahr 45 Millionen Tonnen Pkw Treibstoffe entsprechend 550 Milliarden Kwh. Alle BRD Kraftwerke erzeugen 617 Milliarden Kwh, davon stammen nur 9% aus der Windkraft. Nach 2 Mal hoch transformieren, Leitungslängen bis 400km und 3 Mal runter transformieren kommen beim Verbraucher 75 - 83% an, abzüglich dem Wirkungsgrad von Dampfturbine, Kessel, Großdiesel usw. Alle Pkws mit E-Antrieb auszurüsten bedeutet die Kraftwerke der BRD noch einmal bauen zu müssen, um Ladestrom aus billiger Braunkohle zu erzeugen - zum Schutz der Umwelt sagen GRÜNE Traumtänzer. Wer die Billionen € für neue Kraftwerke aufbringen soll, das verraten die Traumtänzer nicht, sie wären morgen ohne Amt. E-Autos haben mit Klimaanlage, NAVI, Bluetooth, Radio, Scheibenwischer, Licht usw. eine Reichweite von max. 100 km, dann wird die Batterie 12-15 Stunden bei 230V geladen. Ladestationen sind extrem selten (ich kenne nur 1), solche mit 400 V Drehstrom gibt es nicht. Batterieladung kostet 4 - 8 Mal so viel wie mit Diesel fahren, die Anbieter können keine Parkplätze für 1 halben Tag kostenlos vorhalten. .
Ja, man kann Verbrenner gnadenlos schönrechnen (sorry, unter welchen Umständen braucht ein Mini denn 4l, und wo bekommt man die heute für unter 1 EUR?, um nur zwei Beispielen zu nennen). Und natürlich sind Verbrenner den Elektroautos heute in allen Belangen (naja, nicht Beschleunigung) haushoch überlegen. Leider haben die Leute, die nur das Offensichtliche vorrechnen, aber keine Antwort wie man denn sonst Klimawandel, Luftverpestung und der Tatsache daß Erdöl endlich ist, begegnen soll. Die selben Modellrechnungen, die heute beweisen sollen was morgen unmöglich ist, haben gestern noch bewiesen, daß 30% Strom aus erneuerbaren Energien unmöglich ist - geht nicht, bringt Netze zum Kollaps, etc. Heute sind sie Tatsache, und wir könnten schon weiter sein, wenn Seehofer nicht alles getan hätte, den Leitungsausbau einzubremsen. Vielleicht sollten sich die Leute, die ständig vorrechnen was das alles kostet, auch mal überlegen ob es für die Volkswirtschaft sinnvoller ist, jährlich Hunderte Millarden für Erdöl in Despotenländer zu überweisen, oder zuhause in nachhaltige Arten der Energiegewinnung zu investieren.
Crom 30.01.2017
5.
Zitat von rennflosseMan stelle sich vor, an jeder Tankstelle gäbe es eine Elektroladesäule. Dann käme die Elektromobilität vielleicht in Schwung. Es müßte nur gewährleistet sein, dass alle Fahrzeuge dort laden können. Egal ob sie von Renault, BMW oder Tesla kommen oder vom nahe gelegenen Golfclub.
Wenn die eine Säule belegt ist, sollte man am besten gleich noch ein Hotel dazu bauen, damit die, welche warten gleich noch übernachten können.
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