Opel Corsa Hybrid-Konzept In der Warteschleife

Seltsame Autowelt: Während Toyota bereits eine Million Hybrid-Pkw produziert hat, werkeln andere noch an Prototypen. Opel etwa, dem Auto-Riesen General Motors zugehörig, stellt jetzt einen Corsa-Hybrid vor - der aber erst in einigen Jahren serienreif sein soll.


Dass Opel auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) im September ein Hybrid-Auto als Weltpremiere zeigt, zugleich aber einräumt, der Wagen komme frühestens in einigen Jahren auf die Straße, scheint der aktuellen Stimmung in der Fahrzeugindustrie geschuldet. Die Hersteller versuchen mit allen Mitteln, sich als besonders umweltfreundlich und klimaschonend zu positionieren. Opel ist da keine Ausnahme.

Also wird gezeigt, was noch längst nicht ausgereift ist. "Um ein Hybridsystem mit einem Dieselmotor zur Serienreife zu entwickeln, ist ein enormer Aufwand nötig", sagt Opel-Sprecher Wolfgang Scholz. Zudem erreiche der gegenwärtige Corsa bereits ein "beachtlich niedriges Schadstoffniveau" argumentiert er. Das stimmt zwar, doch 99 Gramm CO2 je Kilometer, wie sie mit der Hybrid-Technik erreicht werden könnten, wäre eben noch besser.

Um das hinzubekommen, kombinieren die Techniker den bekannten 1,3-Liter-Dieselmotor mit 75 PS mit einem riemengetriebenen Starter-Generator, der seine Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie bezieht. Im Einzelnen funktioniert das wie folgt: Der Dieselmotor wird immer dann automatisch ausgeschaltet, sobald das Auto steht. Nimmt der Fahrer den Fuß von der Bremse, wirft der Starter den Motor wieder an. Zusätzlich tritt der Starter-Generator zur Unterstützung des Dieselaggregats in Aktion, wenn etwa beim Beschleunigen oder Überholen zusätzliche Leistung gebraucht wird.

Die Batterie wird beim Bremsen aufgeladen

Wenn der Fahrer bremst oder das Auto im Schubbetrieb dahinrollt, fungiert der Starter-Generator als Dynamo und speist elektrische Energie in die Batterie in. Zusätzlich wird die Treibstoffzufuhr zum Verbrennungsmotor unterbrochen. Durch diese Maßnahmen wird der Verbrauch des Corsa Hybrid laut Opel auf 3,75 Liter je 100 Kilometer gedrosselt. Das entspricht, wie oben schon erwähnt, einem CO2-Ausstoß von 99 Gramm je Kilometer.

Der Corsa-Hybrid fungiert bei Opel allerdings nur als Ausrufezeichen für das Thema CO2-Reduktion. Denn viel näher an der Wirklichkeit sind die kommenden, so genannten Eco-Flex-Varianten der Rüsselsheimer. So wird künftig das CO2-günstigste Modell jeder Baureihe genannt. Den Anfang macht abermals der Corsa 1,3 CDTI Eco-Flex mit Rußpartikelfilter, der ab Dezember bestellt werden kann. Sein Durchschnittsverbrauch liegt bei 4,5 Liter Diesel je 100 Kilometer und er emittiert 119 Kohlendioxid je Kilometer. Parallel zum Corsa Eco-Flex wird auch in den Baureihen Zafira und Astra ein Eco-Flex-Modell mit eben jenem 1,3-Liter-Selbstzünder eingeführt.

jüp

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