Opel Insignia OPC Radikalinski aus Rüsselsheim

Opels Zukunft ist ungewiss - doch der gute Absatz des neuen Top-Modells Insignia verschafft dem Unternehmen zumindest ein kleines finanzielles Polster. Jetzt legen die Rüsselsheimer eine Radikalinski-Version ihrer Limousine nach.

Von Jürgen Pander


Auf der Motoshow in Barcelona (7. bis 17. Mai) wird Opel das rasante Top-Modell der neuen Baureihe Insignia vorstellen: den Insignia OPC. Das Buchstabenkürzel steht für Opel Performance Center und meint die ab Werk getunte Variante, die aus dem Familienauto einen Sportwagen mit Rücksitzen macht.

Der Grund dafür sitzt unter der Motorhaube. Hier pflanzen die Rüsselsheimer einen 2,8-Liter-V6-Turbomotor ein, der stattliche 325 PS leistet. Damit übertrumpft das Spitzenmodell der zum "Auto des Jahres 2009" gekürten Baureihe die Vorgängervariante deutlich. Der Vectra OPC trat mit einer Leistung von 255 PS an und machte bei seinem Debüt vor dreieinhalb Jahren vor allem dadurch auf sich aufmerksam, dass er die sonst übliche Geschwindigkeitsbeschränkung von 250 km/h durchbrach und bis auf 260 km/h beschleunigt werden konnte.

Genutzt hat das dem Auto wenig - wie überhaupt es der Vectra-Familie an Zuspruch mangelte. Mit dem Insignia wurde das völlig anders. Ein frisches Design, eine komplette Überarbeitung der Technik und des Auftritts, moderne Bedienelemente und feine Extras - Opel hat die Chance auf eine Wende zum Besseren offenbar wirklich im allerletzten Moment genutzt.

Und prompt interessieren sich die Kunden auch wieder für das größte Modell im Sortiment der Marke mit dem Blitz. In den ersten drei Monaten dieses Jahres registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg 7855 Neuzulassungen des Insignia. Im Vorjahreszeitraum standen lediglich 3445 Vectra-Neuzulassungen in der Statistik.

Der Kombi soll die Stückzahl nach oben treiben

Und das "richtige Geschäft", wie es ein Opel-Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE ausdrückte, "kommt ja erst noch". Denn das Kombi-Modell Insignia Sports Tourer ist erst seit wenigen Wochen auf dem Markt. Die Rüsselsheimer rechnen aber damit, dass diese Karosserieversion rund 70 Prozent des Verkaufsvolumens ausmachen wird.

Im Herbst soll der Insignia OPC auf die Straße kommen; zunächst als Limousine, später wohl auch als Fünftürer und als Kombi. Zur speziellen Ausstattung des geschärften Modells gehören eine Sportauspuffanlage, ein Sechsgang-Schaltgetriebe, ein um einen Zentimeter tiefer gelegtes, elektronisch geregeltes Fahrwerk, eine aufwendige Vorderachskonstruktion sowie Allradantrieb. Verbessert und vergrößert wurde auch die Bremsanlage - schließlich soll der Wagen, dessen Motor 400 Nm mobilisiert und der in sechs Sekunden von 0 auf Tempo 100 spurten kann auch sicher wieder eingefangen werden.

Martialische Frontoptik - größere Räder

Eine neue Frontpartie mit großen Lufteinlässen, extrabreite Stoßfänger mit zwei eingearbeiteten Auspuffrohren am Heck sowie 19-Zoll-Felgen mit 245er-Reifen sorgen für den Auftritt, den sich Kunden von Vollgas-Limousinen offenbar wünschen. Drinnen gibt es Recaro-Sportsitze, ein unten abgeflachtes Lenkrad und allerlei sportlich anmutenden Zierrat.

Über den Preis des Insignia OPC mag Opel derzeit noch keine Auskunft geben. Die bislang stärkste Limousine im Programm, der Insignia Sport, der ebenfalls über den 2,8-Liter-V6-Turbomotor und Allradantrieb verfügt, kostet in der Top-Ausstattung derzeit 39.385 Euro. Das zugrunde gelegt, sollte der Preis für die OPC-Variante bei ungefähr 43.000 Euro liegen. In jedem Fall wird jeder verkaufte Radikal-Insignia noch ein bisschen mehr dazu beitragen, dass Opel liquide bleibt.



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