Mehrere Euro-6-Diesel Opel erneut unter Manipulationsverdacht

Opel musste bereits bei rund 100.000 Dieselautos per Softwareupdate nachbessern. Nun untersucht das Kraftfahrt-Bundesamt erneut Autos des Herstellers - darunter auch ein besonders beliebtes Modell.

Der Opel Astra
Opel

Der Opel Astra


Beim Autohersteller Opel stehen weitere Diesel-Modelle unter Manipulationsverdacht. Nach Informationen des Hessischen Rundfunks untersucht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) derzeit unter anderem die Abgasreinigung des meistverkauften Modells Astra auf illegale Abschalteinrichtungen. Es geht um bis vor Kurzem produzierte Motoren, die bereits die Euro 6-Norm erfüllen sollen. Opel wollte sich am Freitag nicht dazu äußern.

Das Bundesamt hatte dem Autobauer bereits auferlegt, Tausende Dieselautos der Modelle Insignia, Cascada und Zafira aus den Modelljahren 2013 bis 2016 per Software abgastechnisch nachzurüsten. Opel hatte vergeblich versucht, sich mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Bescheid zu wehren. Eine Hardware-Nachrüstung lehnt das Unternehmen ohnehin ab. Das im August 2017 vom französischen PSA-Konzern übernommene Unternehmen sieht den Alteigentümer General Motors in der Haftung.

ene/dpa



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Seite 1
tlb021099 23.11.2018
1.
Das KBA ist ein Papiertiger, welches Opel als derzeit schwächstes Glied der Autoindustrie an den Pranger stellt,jedoch VW,Daimler und BMW gewähren lässt und deren Tauschprämien kostenlos bewirbt.Kaum erholt sich Opel (wenn auch langsam) kommen Vorwürfe aus dem Nichts,die die Marke massiv beschädigen und von den anderen genannten Herstellern ablenken. Ein Schelm wer böses dabei denkt.
Opti Mist 23.11.2018
2. Der Dieselmotor
ist derzeit keine gute Wahl. Wer nur etwas technisches Verständnis hat, nimmt seit einiger Zeit von dieser Antriebsart Abstand. Aber irgendwas hält potenzielle Käufer nicht vom Dieselkauf ab. Das verstehe wer will. (Ich hatte meinen Dieselwagen schon vor ca. 3 Jahren verkauft weil das drama schon absehbar war)
dirkcoe 23.11.2018
3. Euro6?
Das diese Norm ( mit Ausnahme Euro6d-TEM) Dreckschleudern sind ist ja nichts Neues. Ich Frage mich eh, warum dieses Alteisen von Fahrverboten ausgenommen ist? Aber das auch der Betrug praktisch bis vor Kurzem weiterlief? Der Diesel ist inzwischen so fertig wie eine Antriebsart nur sein kann - und eigentlich nur noch peinlich.
Referendumm 23.11.2018
4. Gratulation wg. pro Benziner!
Zitat von Opti Mistist derzeit keine gute Wahl. Wer nur etwas technisches Verständnis hat, nimmt seit einiger Zeit von dieser Antriebsart Abstand. Aber irgendwas hält potenzielle Käufer nicht vom Dieselkauf ab. Das verstehe wer will. (Ich hatte meinen Dieselwagen schon vor ca. 3 Jahren verkauft weil das drama schon absehbar war)
Da haben Sie die richtige Entscheidung getroffen. Der Kauf eines Fahrzeugs mit Dieselmotor lohnte sich nur solange, wie die extrem laschen Diesel-Abgasgrenzerte galten. Spätestens mit der Verschärfung der Diesel-Abgasgrenzerte in Bezug auf geringere Partikelwerte oder jetzt gar mit niedrigen Stickoxidwerte, war der Dieselmotor eigentlich tot und zwar mausetot. Pischetsrieder u.a. Auto-Topmanager sagten dies bereits vor Jahren (nämlich um 2004) voraus. Statt nur einem einzigen Kat, wie bei herkömmlichen Benzinern mit Saugrohreinspritzung, benötigt ein Dieselfahrzeug aktuell rund fünf Abgaskomponenten (DOC + DPF + SCR-System mit allein drei Hauptkomponenten). Nur, die Automobilindustrie (nicht nur die deutsche) hatten bereits Milliarden in die Produktion und aufwändigen Testanlagen von Dieselmotoren investiert gehabt und diese Investitionen wollte man mit großem Gewinn wieder zurück haben. @ tlb021099 Heute, 15:45: Der Staat ist nach wie vor Haupt-Miteigentümer vom VW-Konzern. Der Rest, die Familien Porsche und Piech kungelten schon seit Gründung von VW mit den obersten Staatsvertretern herum - das ist bekannte Geschichte. Genau aus diesem Grund will man durch solche Aktionen auch andere Autokonzerne in Verruf bringen. Schon in meinem Bekanntenkreis höre ich ständig: Alle haben betrogen - was definitiv völlig unwahr ist. Aber viele Bürger, die das Thema nur am Rande interessiert, müssen halt zu diesem Schluss kommen, weil das KBA diesbezüglich ja auch massiv mitmacht. Wie lautet dazu das bekannte Motto: Schön mit Dreck werfen, irgendwas bleibt immer hängen. Man muss sich dazu nur diesen SPON-Text genauer durchlesen: "Nach Informationen des Hessischen Rundfunks untersucht das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) derzeit unter anderem die Abgasreinigung des meistverkauften Modells Astra auf illegale Abschalteinrichtungen." Es findet derzeit eine Untersuchung statt. Das Ergebnis ist allerdings noch nicht bekannt, daher wird richtig formuliert: "Manipulationsverdacht". Nur, was soll solch eine Vorverurteilung? Interessant ist auch, dass der verlinkte SPON-Beitrag vom 15.10.2018 im Konjunktiv spricht und die Rede von "Thermofenstern" ist. Das sind allerdings KEINE illegalen Abschaltvorrichtungen, weswegen VW Milliarden US$-Strafe zahlen musste. Dieses Vorgehen des KBA ist mehr als unseriös, genau wie der letzte unverschämte Brief des KBA, der durch die Presse ging.
Referendumm 23.11.2018
5. Was ist denn bitteschön illegal?
Darf mal zitieren aus: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/abgasskandal-bei-mercedes-benz-die-luft-wird-duenn-fuer-daimler-a-1157553.html "Mercedes rechtfertigt die oben erwähnten "Thermofenster", in denen die Abgasnachbehandlung ab einer bestimmten Temperaturgrenze heruntergeregelt wird, mit dem Motorschutz. *Das EU-Gesetz ist hier tatsächlich schwammig formuliert und gibt den Herstellern erheblichen Spielraum*. Ob Daimler diesen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft überreizt hat oder aber weitere Abschaltvorrichtungen entdeckt wurden, ist noch unklar. VW hatte dagegen zugegeben, eine Betrugssoftware benutzt zu haben. Diese sorgte dafür, dass bei Normtests die Abgasnachbehandlung so funktionierte, dass die Stickoxidgrenzwerte eingehalten wurden. Wurden die Wagen jedoch frei auf der Straße bewegt, schaltete das System die Reinigung ab und machte die Dieselautos zu Dreckschleudern." Bei Opel geht es um die sogenannten "Thermofenster", die nun einmal rein gar nichts mit den illegalen Abschaltvorrichtungen des VW-Konzerns zu tun haben und wofür der VW-Konzern allein in den USA mit 21 Milliarden US$ bestraft wurde. Ich finde es sehr bedauerlich, dass die SPON-Autoren diesbezüglich nicht immer den Unterschied machen, obwohl der sehr groß ist. Ob die verwendet "Thermofenster" gut oder schlecht sind und damit der Umwelt schaden, steht auf einem ganz anderen Blatt. Meine Fachmeinung dazu: Diese "Thermofenster" sind seitens der Technik absolut nicht nötig und sollten daher seitens der EU verboten werden; doch sie sind derzeit noch erlaubt. Das ist der Unterscheid vs. Prüfstand-Abschaltvorrichtungen vom VW-Konzern. Entwickelt übrigens seit 2001!
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