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Opel Monza Concept: Per Windhund in die Zukunft

Von Jürgen Pander

Opel Monza Concept: Bereit zum Abheben Fotos
Opel

Viele mochten nicht mehr daran glauben, doch es stimmt: Opel ist wieder da. Die aktuellen Autos verkaufen sich gut, das neue Management verfolgt einen Plan und auf der IAA leistet sich die Marke sogar wieder etwas Glamour - in Form eines Hightech-Flügeltürers.

Krise? Im Zusammenhang mit Opel ist dieses Wort vorerst nicht mehr passend. Der Hersteller aus Rüsselsheim, Teil des weltgrößten Automobilkonzerns General Motors, hat in die Erfolgsspur zurückgefunden. Sichtbares Zeichen der Genesung ist die Studie Opel Monza Concept, die auf der IAA in Frankfurt Weltpremiere feiern wird und von der jetzt erste aussagekräftige Fotos und Informationen veröffentlicht wurden. Das Konzeptauto ist jedoch mehr als ein schneidiges Symbol und ein gelungener Designentwurf. "Der Monza Concept stellt das Opel-Fahrzeug von morgen dar", sagt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, "er ist nichts weniger als unsere Vision der automobilen Zukunft."

Fest steht: Flügeltüren wie die der Studie werden noch sehr lange eine Vision bleiben, und das ist vermutlich gut so, denn wie sollte man sonst in einer Normgarage oder einem Parkhaus überhaupt ins Auto rein- oder rauskommen? Andere Details hingegen würden Opel-Fans sicher herzlich begrüßen: das elegant-kraftvolle Design zum Beispiel oder den luftig-luxuriösen Innenraum - überhaupt den rundum modernen Angang ans Thema Mittelklassewagen.

Expedition ins Tierreich

Der frischen Form zum Trotz bemüht der Pressetext zum Monza Concept seltsame Vergleiche. Kostprobe: "Für die einzigartige Formgebung stand der Körperbau des Windhundes Pate, der sich mit seiner schlanken Taille und kraftvollen Eleganz ganz locker wie auf Zehenspitzen fortbewegt", während die Türen "wie die Flügel eines Kondors nach oben" schwingen. Ende der Expedition ins Tierreich.

Da ist es gut, dass das Autos für sich spricht - auch bei der Ausstattung. Erstmals zeigt Opel, wie LED-Projektionstechnologie in einem Auto eingesetzt werden könnte. Insgesamt 18 LED-Projektoren verwandeln die komplette Armaturentafel von der einen zur anderen A-Säule in eine Infotainment-Fläche, die der Fahrer nach seinen Wünschen konfigurieren kann. Mittels gestochen scharfer 3D-Grafiken werden Fahrzeuginformationen, Bedienmenüs, Kommunikationsoptionen oder auch Dekor-Elemente dargestellt. Die Studie werde so zum Leitbild künftiger Bediensysteme, sagen die Rüsselsheimer Ingenieure.

Das Carsharing wollen sie übrigens, sozusagen en passant, auch gleich noch revolutionieren. Per Internetverbindung kann der Fahrer nämlich spontan die Routenplanung verbreiten und Menschen, die ebenfalls diese Richtung einschlagen möchten, können sich melden und unterwegs zusteigen.

Range-Extender-Antrieb mit Gasmotor

Als Antrieb für das Konzeptauto wurde ein origineller Mix gewählt: Das Auto ist mit einem Elektromotor sowie einem 1-Liter-Dreizylinder-Verbrenner ausgestattet. Der kleine Turbomotor ist das Aushängeschild einer neuen Motorenfamilie von Opel, die ebenfalls auf der IAA Weltpremiere feiert. Im Monza Concept allerdings wird das Aggregat nicht mit Benzin betrieben, sondern mit Erdgas, um den virtuellen CO2-Ausstoß zu senken.

Dank der schnieken Studie und der Konzentration auf Vernetzung und Effizienz steht Opel unter den Volumenherstellern plötzlich ziemlich aufgeweckt da. Zudem beginnen die Maßnahmen der sogenannten Drive-!-2022-Strategie, die aus dem angeschlagenen Autobauer wieder ein gesundes Unternehmen machen sollen, allmählich zu greifen. Die Verluste werden von Quartal zu Quartal geringer; 2016 soll Opel wieder schwarze Zahlen schreiben, so der Plan des neuen Managements um Vorstandschef Neumann. Das Wort Krise steht bis auf weiteres auf dem Index.

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insgesamt 90 Beiträge
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1. Schade nur,
volker_morales 21.08.2013
dass GM den Standort NRW abgeschrieben hat. In NRW gab es viele treue Opel-Kunden, die sich mit ihrem Stammwerk in Bochum identifiziert haben. Der Verlust dieser Stammkäuferschicht mag für GM eine Marginalie sein, eine unkluge Entscheidung ist es dennoch.
2. Bitte...
steffen420 21.08.2013
baut doch dieses Konzeptauto in Serie! Es wäre meines Wissens der erste Hersteller, der ein Konzeptfahrzeug in diesem Stadium zur Serienreife bringen würde. Die Optik passt - falsch: Die Optik ist für einen Opel geradezu herausragend! Ich kann nur hoffen, dass Opel es schafft, diese optische Schmuckstück zumindest in die folgenden Modellpaletten zu integrieren.
3. Wirklich gelungen, ...
tobiash 21.08.2013
... diese Studie. Eventuell könnte Opel damit wirklich mal wieder etwas an Image gewinnen, gute Autos bauen sie ja schon lange wieder. Sofern der unerträgliche Streit zwischen Management und Belegschaft endlich einmal beendet ist, würde ich Opel dann auch mal wieder in die engere Wahl nehmen. Auch wenn mein Opa immer gesagt hat: "Kaufe nie ein Auto, welches mit F anfängt: Fiat, Ford und Fopel!"
4. So-so....
Ex-Kölner 21.08.2013
Von der Seite sieht die Studie ja ganz schick aus. Von vorn ähnelt das Teil der aktuellen Mercedes-Oberklasse aber doch arg. Das Heck wirkt etwas drangeklatscht; da es ja nun ein Kombi sein soll, finde ich es unter dem Aspekt "Alltagstauglichkeit" etwas zu tief gezogen. Immerhin freut es mich zu lesen, daß Opel anscheinend die Kurve kriegt. Hätte ich dem GM-Panikorchester nicht zugetraut - ich hatte Opel schon abgeschrieben...
5.
lequick 21.08.2013
Opel ist schon lange wieder da - nur leider noch nicht bei der Kundschaft angekommen aber das wird schon. Nur weiter so!
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