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Papa Mobil: Vatikan verkündet Zehn Gebote für Autofahrer

Nicht trinken, nicht töten, aber beten: Der Vatikan hat Zehn Gebote für Autofahrer veröffentlicht. Verurteilt werden in dem Dokument PS-Protzer und Raser. Und: Ein Auto dürfe kein Mittel zur Sünde sein.

Vatikanstadt – Sollte es da einen Zusammenhang zum täglichen Anblick des chaotischen Stadtverkehrs in Rom geben? Der Vatikan hat heute einen christlichen Verhaltenskodex für Autofahrer herausgebracht. Die Kirche halte es für notwendig, sich um die seelsorgerischen Bedürfnisse von Kraftfahrern zu kümmern, weil Autofahren ein wichtiger Teil des heutigen Lebens sei, teilte Kurienkardinal Renato Martino in Rom mit.

Der Kirchendiener geißelte bei der Vorstellung des Dokuments das häufige Fehlverhalten von Menschen auf der Straße. "Selbst gefährliches Überholen kann Sünde sein", warnte Martino, auch "Flüche, unhöfliche Gesten oder Flegelei" seien für gläubige Christen ebenso verpönt wie die Nutzung eines Autos als Ort der Sünde – etwa für Prostitution.

"Wir wissen, dass infolge von Regelverletzungen und Fahrlässigkeit jährlich 1,2 Millionen Menschen auf der Straße sterben", sagte Martino, der Vorsitzender des Päpstlichen Rats für Migranten und Reisende ist. "Das ist eine traurige Wahrheit und zugleich eine große Herausforderung für Gesellschaft und Kirche." Das Dokument empfiehlt, im Straßenverkehr stärker christliche Werte zu pflegen

Wie sich Autofahrer vor Gefahren auf der Straße schützen können, weiß Martino auch: Vor jedem Reiseantritt sollten sie sich bekreuzigen, auf der Fahrt einen Rosenkranz beten – weil dessen "Rhythmus und sich wiederholendes Muster nicht die Aufmerksamkeit des Fahrers ablenken". Der Vatikan selbst hat wenig mit den aufgeführten Problemen zu kämpfen - im kleinsten souveränen Staat der Erde sind gerade einmal um die tausend Fahrzeuge zugelassen, nirgendwo dort darf man schneller als 30 km/h fahren. Der letzte Unfall mit kleineren Schäden passierte vor eineinhalb Jahren, teilte ein Vatikansprecher mit.

Die Zehn Gebote für Autofahrer sollen nun als Teil eines insgesamt 36-seitigen Dokuments zum Verhalten auf der Straße in Kirchengemeinden verteilt werden.

Die Zehn Gebote für Autofahrer:

1. Du sollst nicht töten.

2. Die Straße soll ein Ort der Zusammenkunft von Menschen sein, kein Ort tödlicher Verletzungen.

3. Freundlichkeit, Aufrichtigkeit und Klugheit werden Dir helfen, mit unvorhergesehenen Zwischenfällen fertigzuwerden.

4. Sei mildtätig und hilf Deinem Nachbarn in Not, vor allem hilf Opfern von Unfällen.

5. Autos sollen kein Ausdruck von Macht oder Dominanz sein und keine Mittel zur Sünde.

6. Sei wohltätig und unterstütze die Jungen und nicht so Jungen, dass sie nicht fahren, wenn sie nicht in dem entsprechenden Zustand dazu sind.

7. Unterstütze die Familien von Unfallopfern.

8. Bringe Schuldige an Unfällen und ihre Opfer zusammen zur rechten Zeit, damit sie die befreiende Erfahrung von Vergebung erleben können.

9. Schütze die schwächeren Verkehrsteilnehmer auf der Straße.

10. Fühle Dich für andere verantwortlich.

sto/AFP/AP

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Zehn Gebote für Kraftfahrer: Vatikan geißelt Verkehrssünder

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