E-Mobil für Papst Benedikt XVI.: Der eilige Stuhl

Bislang fuhr der Papst vor allem in gepanzerten Limousinen und in seinem Papamobil. Jetzt wird er untreu. Denn ab sofort nutzt Joseph Ratzinger für kurze Strecken ein speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Elektromobil.

E-Mobil für Papst Benedikt XVI.: Herr Ratzinger steigt um Fotos
Renault

Hip und experimentierfreudig - so stellt man sich den typischen E-Mobil-Fahrer vor. Ausnahmen bestätigen die Regel: Papst Benedikt XVI. fährt ab sofort auch elektrisch. Zumindest für kleine Ausfahrten im Vatikan und in seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo unweit von Rom ist er künftig in einem Elektroauto unterwegs.

Joseph Ratzinger wird dabei untreu. Ließ er sich bisher vor allem in gepanzerten Limousinen von Mercedes chauffieren, nutzt er nun die Dienste von Renault. Die Franzosen haben für ihn einen Kangoo Z. E. papstgerecht umgebaut: Der Wagen verfügt über eine elektrische Einstiegshilfe sowie ein Schiebedach, damit das Kirchenoberhaupt seine Anhänger auch im Stehen grüßen kann. Das Sondermodell trägt das Kennzeichen SCV 1 und ist ganz in Weiß gehalten.

Eine erste Spritztour mit dem 60-PS-starken Gefährt führte den Papst laut Angaben der Katholischen Presseagentur Österreich vom Hubschrauberlandeplatz in Castel Gandolfo in den apostolischen Sommerpalast. Für Auftritte in großer Öffentlichkeit werde aber weiterhin das kugelsichere Papamobil aus der Garage geholt, stellte ein Vatikan-Sprecher klar.

Prophezeiung wahr gemacht

Der Umstieg vom Benziner auf einen alternativen Antrieb kommt nicht überraschend: Bereits 2010 hatte Kardinal Giovanni Lajolo, der im Vatikan für die weltlichen Dinge zuständig ist, das päpstliche Interesse an einem Stromer verkündet. "Wenn jemand ein funktionierendes, effizientes und standesgemäßes Elektroauto anbieten könnte, würde der Vatikan es nehmen." Schließlich, so Lajolo damals, sei Ratzinger ein Verfechter des Umweltschutzes und setze sich für die "Bewahrung der Schöpfung" ein.

Nun scheint die Kurie das richtige Auto gefunden zu haben. Neben dem Papst bekommt auch die vatikanische Gendarmerie einen Elektro-Renault zur Verfügung gestellt. Für die Beamten ist das lautlose Mobil allerdings nicht neu, sie sammeln schon einige Jahre in zwei Elektro-Smarts Erfahrungen mit alternativen Antrieben. Durch die umweltbewusste Entscheidung des Heiligen Stuhls profitieren sie von einer besseren Infrastruktur: Im Vatikan wurden in den vergangenen Tagen bereist drei neue Ladestationen installiert.

cst/afp

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Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Roadster, Chevy Volt/Opel Ampera, Think City
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Honda Civic, Honda Insight
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz)
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera
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