Luftverschmutzung Zentrum von Paris soll Fußgängerzone werden

Die Bürgermeisterin von Paris will das historische Zentrum der Hauptstadt zur Fußgängerzone machen. Der Autoverkehr soll aus der Innenstadt gedrängt werden - nur laufen müssen Anwohner und Touristen aber nicht.

Die Kathedrale Notre Dame in Paris
AFP

Die Kathedrale Notre Dame in Paris


Paris sozialistische Bürgermeisterin will das historische Zentrum der französischen Hauptstadt zur Fußgängerzone machen. In vier Innenstadtbezirken will die Sozialistin Anne Hidalgo dafür den Autoverkehr drastisch einschränken, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus dem Pariser Rathaus erfuhr. Im Bereich der geplanten Fußgängerzone liegen Touristenattraktionen wie der Louvre und die Kathedrale Notre Dame. Auch die Zeitung "Le Parisien" berichtet über das Vorhaben.

Künftig sollen elektrische Shuttlebusse die Menschen transportieren. Bereits jetzt lässt die Bürgermeisterin das Radwegenetz ausbauen. Die Fußgängerzone soll aber erst in einer möglichen nächsten Amtszeit Hidalgos ab 2020 umgesetzt werden. Ihre Wiederwahl gilt nicht als sicher.

Autofreie Sonntage sollen ausgeweitet werden

Zuvor sollen sich alle Parteien über die Fußgängerzone beraten, zudem soll die Realisierbarkeit in Studien überprüft werden. Die Verwaltung will die Pläne in den vier Innenstadtbezirken vorstellen. Ein Teil der Fußgängerzone ist bereits fertig, so ist das rechte Ufer der Seine zwischen dem Place de la Concorde und dem Rathaus auf drei Kilometern Länge ganzjährig autofrei.

Zunächst will Hildago die monatlichen autofreien Sonntage in einigen Bezirken ausweiten. Ab Sommer 2019 sollen es diese jede Woche geben. Zusätzlich wird der Großraum Paris ab Mitte nächsten Jahres für ältere Dieselfahrzeuge gesperrt. Dieselautos mit Erstzulassung vor 2001 und Benziner mit Baujahr vor 1997 dürfen schon heute in der Woche tagsüber nicht mehr überall fahren.

Im Video: Drecksstädte - Paris - Die stinkende Geschichte von Metropolen

ene/AFP/dpa

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insgesamt 49 Beiträge
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juliette78 15.11.2018
1. Man kann nur hoffen, dass sie nicht wiedergewählt wird!
Wenn Madame Hidalgo und ihr Hofstaat sich selbst nur per Fahrrad, Roller und den überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln im Grossraum Paris fortbewegen, kann man darüber diskutieren. Solange es keine glaubhaften Alternativen zum Auto für alle Alters- und Berufsgruppen gibt, ist das nur pseudo-grüne Diktatur. Und bei den Olympischen Spielen, die sie ohne Konsultation der betroffenen Bürger nach Paris geholt hat, laufen natürliche alle Grosskopfeten zu Fuss!
scxy² 15.11.2018
2. Mit dem Fahrrad durch Paris?
...da muss sich wirklich noch viel ändern. Schön wäre es ja, aber im Moment erscheint mir das noch in weiter Ferne.
decathlone 15.11.2018
3. Wer die engen Gassen im Zentrum von Paris kennt...
... versteht das sofort. Dort macht Autofahren (es sei denn für Anwohner) sowieso keinen Sinn, weil man zu Fuss viel schneller ist. Das komplette Chaos bricht aus, wenn z.B. die komplette Champs Elysee etwa wegen dem Finale der Tour de France gesperrt ist: die Unverbesserlichen versuchen, dann trotzdem mit dem Auto irgendwie durch die Seitengassen zu gelangen, was zu einem kompletten Stillstand bei laufendem Motor führt, während man die Luft an der Champs Elysee an diesem Tag ausnahmsweise mal atmen kann... Unser Auto stand noch bei jedem Parisbesuch einfach die ganze Zeit in der Hotelgarage. Paris hat ein gutes ÖPNV-Angebot.
eisen2610 15.11.2018
4. na endlich...
Die Franzosen haben zumindest mal den Mut, so etwas auszusprechen. Das wird nicht von heute auf morgen gelingen, ist aber eine sinnvolle Lösung. Die Autos MÜSSEN raus aus den Städten. Kann ich mir für viele deutsche Städte auch vorstellen. Aber wir haben leider nur wenige Politiker mit Visionen.
spontanistin 15.11.2018
5. Na geht doch!
Innenstädte wurden nie für den Autoverkehr konzipiert, bei dem für den Verkehrsfluss gedachte Straßen permanent durch dauerparkende Blechkisten blockiert werden. Auch die großen Boulevards in Paris dienten primär dem schnellen Aufmarsch der Militärs gegen rebellische Stadtbewohner. Im übrigen hat Paris schon jetzt ein vorbildlich ausgebautes Métro-System, ohne das der Aufenthalt in der „Stadtluft“ sicher unerträglich wäre! Ludwig der XIV hatte sicher gute Gründe nach Versailles auszuweichen!
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