Peugeot 208: Schrumpfkur für den Kleinen

Von Tom Grünweg

Nach nur sechs Jahren fährt der Kleinwagen Peugeot 207 schon wieder in den Ruhestand. Das Nachfolgemodell schrumpft, wird sparsamer und erhält die Typbezeichnung 208. Präsentiert wird das Auto im Frühjahr auf dem Genfer Salon. Erste Fotos und Fakten gibt es schon jetzt.

Peugeot 208: Downsizing auch für die Karosserie Fotos

Die Geschichte der Kleinwagen bei Peugeot beginnt im Jahr 1929. Damals stellte die französische Marke das Modell 201 vor. Es war nicht nur das erste Auto der Marke mit einer Null in der Mitte des Typkürzels, sondern auch der erste Kleinwagen des Herstellers. Gut 80 Jahre später hat Peugeot mehr als 18 Millionen Fahrzeuge in diesem Segment verkauft und ist in der Nomenklatur bei Typ 208 angekommen: Auf dem Genfer Automobilsalon im nächsten Frühjahr enthüllt Peugeot nämlich das Modell 208, den die Marketing-Strategen aus Paris als Re-Generation des Kleinwagens ankündigen.

Bei dem Wagen, den es vom Start Weg als Drei- und Fünftürer sowie später zusätzlich wohl auch als Kombi und Cabrio geben wird, verdichtet sich die neuen Formensprache von Designchef Gilles Vidal. Sportlich, unverwechselbar, mit auffälligen Linien und fließenden Flächen, markiere das Auto "eine neue Etappe in dem Willen, den modernen Charakter immer weiter in den Vordergrund zu stellen", sagt Marketingchef Xavier Peugeot.

Neben der Form ist auch das Format neu. Mit 3,96 Metern fällt die Karosserie sieben Zentimeter kürzer aus als die des Vorgängermodells; und einen Zentimeter flacher wurde das Auto auch. Das spart unter anderem Gewicht. Weil zudem leichterer Stahl und mehr Kunststoff verwendet wurden, wiegt der 208 je nach Motorisierung bis zu 173 Kilogramm weniger als der Vorgänger. Die leichteste Variante bringt 975 Kilogramm auf die Waage.

Eine neue Anordnung des Cockpits soll das Fahrgefühl verbessern

Obwohl außen kleiner, soll der 208 innen mehr Platz bieten. Die Kniefreiheit im Fond sei um fünf Zentimeter gewachsen, heißt es. Und mit 285 Litern Fassungsvermögen ist der Kofferraum ebenfall um 15 Liter größer als bislang. Dazu gibt es ein neues Interieur, von dem vor allem der Fahrer profitiert. Er sitzt jetzt hinter einem auffallend kleinen Lenkrad und blickt auf Armaturen, die fast so weit nach oben rücken wie ein Head-up-Display. Für Zusatzinformationen platziert Peugeot einen großen Touchscreen im Auto, der wie ein Flachbildschirm auf der Mittelkonsole thront.

Für den Antrieb des kleinen Wagens stehen zunächst zehn Motorisierungen zur Wahl. Die fünf Dieselmotoren sind aus dem jetzigen Modell bekannt und leisten zwischen 70 und 112 PS; dazu kommen drei ebenfalls bekannte Vierzylinder-Benziner mit 95, 120 und 156 PS. Neu sind zwei Ottomotoren mit je drei Zylindern, die eine Leistung von 68 und 82 PS entwickeln.

Eine Start-Stopp-Automatik ist für einige Motorvarianten erhältlich

Vor allem sparsam sollen die neuen Antriebe sein - ein logischer Anspruch in Zeiten steigender Spritpreise und intensiver Schadstoff- und Verbrauchsdiskussionen. Durch das geringere Gewicht, den günstigeren cW-Wert und eine für vier der Dieselvarianten verfügbare Start-Stopp-Automatik gehe der CO2-Ausstoß im Durchschnitt um 34 g/km zurück, melden die Entwickler. Der sparsamste Selbstzünder sei mit 3,4 Litern zufrieden, und selbst dem stärksten reichten 3,7 Liter. Die beiden Dreizylinder-Benziner mit 1,0 und 1,2 Litern Hubraum sollen ebenfalls wenig verbrauchen, der kleinere der beiden schluckt nach Peugeot-Angaben 4,2 Liter.

Einerseits ist der 208 von Grund auf neu entwickelt worden, andererseits aber ist nicht alles neu - und darauf sind die Franzosen besonders stolz. Denn zum ersten Mal erhält das Modell 208 Stoßfänger und ein Klimagebläse, die komplett aus nachwachsenden Rohstoffen und recycelten Kunststoffen hergestellt sind. Allein wegen des neuen Stoßfängers werden in der Produktion pro Jahr 1600 Tonnen Rohöl weniger benötigt.

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insgesamt 12 Beiträge
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    Seite 1    
1. 207?
Teile1977 02.11.2011
Der 207 wurde doch schon in den 90ern gebaut? wie kommen die auf "schon nach 6 Jahren"? Er wurde parallel zum 208 verkauft, eben weil der 208 etwas kleiner ist und es so ein günstiges "Zwischenmodell" gab.
2. Nee
alexander.klimetschek 02.11.2011
Zitat von Teile1977Der 207 wurde doch schon in den 90ern gebaut? wie kommen die auf "schon nach 6 Jahren"? Er wurde parallel zum 208 verkauft, eben weil der 208 etwas kleiner ist und es so ein günstiges "Zwischenmodell" gab.
Du verwechselt das mit dem 206 + 207.
3. langweiliges modisches Design
gemüsepeter 02.11.2011
Dieser 208er wird vermutlich in zwei Jahren schon ein Facelift hinter sich haben. Das Design wirkt so künstlich, dass es in kürzester Zeit veraltet und langweilig sein dürfte. Der 205er war da eine echte Ausnahme und ist auch heute noch schön anzuschauen.
4. Mal ganz was anderes....
BerndBodensee 02.11.2011
Ich bin ja richtiggehend überrascht: Bisher habe ich immer gedacht, es sein ein (ungeschriebenes) Gesetz für die Autokonstrukteure, dass das jeweilige Nachfolgemodell immer länger, breiter und höher sein muss als der Vorgänger. Es ist wirklich das erste Mal, so lange ich rückdenke, dass ein Hersteller sein Nachfolgemodell "kleiner" macht. Durchaus ein Schritt in die richtige Richtung. Und wenn es umweltfreundlicher daherkommt, umso besser. Ich bin überhaupt am Überlegen, in Zukunft einen Peugeot zu kaufen.
5. Endlich!
Hypocrist 02.11.2011
Endlich mal ein Hersteller, der mit dem "größer-breiter-schwerer" Wahnsinn aufhört und eine echte Gewichtsreduktion hinbekommt. Nur so lässt sich ein spürbarer Minderverbrauch beim Treibstoff erzielen. Das Design ist nicht schlecht, entspricht halt dem derzeitigen Stand. Glücklicherweise sind das "Riesenmaul" und die Megascheinwerfer wieder etwas normaler geworden.
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