PGO Cévennes Der Glamour-Roadster

Die französische Firma PGO baut Roadster im Look des Porsche 356 Speedster, unter deren weich wallender Karosserie Antriebstechnik von Peugeot steckt. Für die Messe in Paris wurde ein besonders glamouröses Modell kreiert - beklebt mit mehreren hunderttausend Kristallen.


Seit gut 20 Jahren fertigt die Firma PGO Automobiles im Ort Saint Christobal lez Alès in den Cévennen Liebhaber-Roadster. Vor vier Jahren ging das Unternehmen an die Börse, vor etwa einem Jahr stiegen Investoren aus Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit zusammen 51 Prozent ein. Seither weht ein anderer Wind in der vormals beschaulichen Manufaktur, vor allem soll der Vertrieb internationalisiert werden, um so den Absatz anzukurbeln.

In Deutschland werden die beiden nahezu baugleichen PGO-Flitzer Speedster II und Cévennes über eine Vertriebsfirma in Remscheid verkauft, etwa zehn Exemplare waren es in diesem Jahr bislang. Durch den Autosalon in Paris erhofft sich die Marke eine deutlich bessere Resonanz - eine hohe Aufmerksamkeit jedenfalls dürfte dem Kleinserienhersteller gewiss sein. Denn auf dem Messestand in Halle drei steht ein Auto, das funkelt und glitzert wie kein anderes Modell dieser Show: PGO Beauty heißt der Wagen offiziell, es handelt sich um einen Roadster des Typs Cévennes, der vom Pariser Atélier Roadblock mit mehreren hunderttausend Swarovski Kristallen beklebt wurde.

Und zwar nicht nur außen, sondern auch innen. Nahezu überall glimmen die Kristalle und machen aus dem kompakten Zweisitzer eine fast schon sphärische Erscheinung. Motorisiert ist das Auto mit dem Standard-Aggregat der PGO-Modelle, einem 2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit einer Leistung von 138 PS, der von Peugeot zugekauft wird. Weil die Autos kaum 1000 Kilogramm wiegen, beschleunigen sie in weniger als sieben Sekunden von 0 auf Tempo 100 und erreichen deutlich mehr als 200 km/h. Dies dürfte demnächst noch eindrucksvoller werden, denn der etwas sportlicher positionierte Cévennes (erkennbar an den fehlenden Stoßstängchen) soll bald eine 180-PS-Maschine erhalten.

Ab 150.000 Euro stünde der Kristall-Roadster zum Verkauf

Ohne Kristallzirat kostet der Cévennes in Deutschland 38.990 Euro, der Speester II ist 2000 Euro billiger. Dafür erhält man ein gut ausgestattet Ausnahmeauto mit Klimaanlage, Lederverkleidungen, elektrischen Fensterhebern und einem sehr klassisch gestalteten Cockpit mit insgesamt acht Rundinstrumenten. Wer verchromte Aluminiumräder möchte (Aufpreis 1100 Euro), eine speziell angerührte Karosseriefarbe (1300 Euro) oder einen Doppelendrohr-Auspuff (150 Euro) muss zuzahlen. Wer jedoch mit dem Einzelstück mit den Swarovski-Kristallen Staat machen möchte, sollte noch etwas mehr auf dem Konto haben. Einen offiziellen Preis mag bei PGO zwar niemand nennen, aber von "rund 150.000 Euro" ist hinter vorgehaltener Hand durchaus die Rede.

Irgendwo in Kuwait, so offenbar die Spekulation der Franzosen, könnte ein Scheich Gefallen an dem funkelnden Kleinod finden. Für diesen Fall ist es sicher clever, den Preis noch nicht fix zu kalkulieren, denn bei soviel Klunkern auf dem Auto sollte da nach oben hin noch etwas möglich sein.

jüp

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