Pkw-Maut Stärkere Entlastung für schadstoffarme Autos

Die geplante Pkw-Maut lässt sich nur durch einen Kompromiss retten: Demnach sollen Besitzer von schadstoffarmen Autos künftig eine Steuerentlastung erhalten, die höher als die Mautgebühr ist. Die wichtigsten Antworten.

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Was sieht der Kompromiss vor?

Nach langem Streit um die Pkw-Maut haben sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und die EU-Kommission auf einen Kompromiss geeinigt. Das betrifft auch den bislang umstrittensten Punkt des Maut-Konzepts: Dobrindts Plan sah bislang vor, dass nur Inländer für ihre Maut auf den Cent genau weniger Kfz-Steuer zahlen sollen - aus EU-Sicht eine Benachteiligung von Ausländern. Die Lösung sieht nun eine stärkere Entlastung für deutsche Autofahrer mit besonders schadstoffarmen Wagen vor: Für Fahrzeuge, die die Euro-6-Norm erfüllen, soll der Betrag der Steuersenkung insgesamt höher als die Mautgebühr sein.

Was bedeutet die Euro-6-Norm?

Sie schreibt unter anderem Grenzwerte für Partikel- und Stickoxid-Emissionen vor: Benzin-Autos dürfen demnach nicht mehr als 60 Milligramm Stickstoffoxide pro Kilometer ausstoßen. Für Diesel-Pkw gilt ein Wert von 80 mg/km. Seit September 2015 müssen alle Neuwagen in der EU diese Vorgaben erfüllen.

Wie viele Euro-6-Autos gibt es in Deutschland?

Laut einer Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) erfüllten zum 1. Januar 2016 rund 1,7 Millionen Benzin-Pkw und etwa 1,4 Millionen Diesel-Autos die Norm. Das entspricht 6,9 Prozent des Gesamtbestandes an Pkw (45 Millionen).

Was bedeutet das für die Einnahmen durch die Maut?

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entspricht die Entlastung für Euro-6-Autos einem Betrag von jährlich 100 Millionen Euro.

Droht Besitzern von Autos ohne Euro 6 eine Mehrbelastung?

Nein - diese Lösung schließt der Koalitionsvertrag von Union und SPD aus.

Ab wann soll die Maut erhoben werden?

Das ist noch unklar. Verkehrsminister Dobrindt rechnete zuletzt mit einem Start der Maut nach der Bundestagswahl im Jahr 2017.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Textes hieß es, dass Besitzer von Euro-6-Autos eine Gutschrift erhalten, statt Kfz-Steuer zahlen zu müssen. Das ist falsch, wir haben den Fehler korrigiert.

cst/dpa



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