Nach Bundestagsbeschluss Was Autofahrer über die Pkw-Maut wissen müssen

Die Pkw-Maut kommt - wann genau, steht noch nicht fest. Doch wie sie berechnet und eingetrieben wird, ist beschlossen. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Autobahnverkehr
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Für welche Strecken wird die Maut erhoben?

Inländer sollen für das knapp 13.000 Kilometer lange Autobahnnetz und das 39.000 Kilometer lange Netz der Bundesstraßen Maut zahlen. Pkw-Fahrer aus dem Ausland nur auf den Autobahnen.

Wie hoch sind die Mautpreise?

Sie richten sich nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Motors. Für Inländer kostet die Maut im Schnitt 67 Euro, maximal 130 Euro pro Jahr. Benziner sind günstiger als Diesel. Damit soll ein Anreiz zum Kauf von Fahrzeugen gegeben werden, die weniger Stickoxide und Feinstaub ausstoßen.

Für Ausländer gibt es neben der ebenfalls nach Motorisierung berechneten Jahresmaut auch zwei mögliche Kurzzeittarife: Eine Zehn-Tages-Maut, die je nach Motorisierung zwischen 2,50 und 25 Euro kostet, sowie eine Zwei-Monats-Maut für sieben bis 50 Euro.

Der Knackpunkt dabei: Die CDU hat den Mautplänen der CSU nur unter der Bedingung zugestimmt, dass für inländische Autofahrer keine Mehrkosten entstehen. Deshalb sieht das Gesetz vor, Inländer durch eine geringere Kfz-Steuer komplett von den Mautkosten zu entlasten.

Bei Autos mit besonders geringem Schadstoffausstoß soll die Steuer sogar stärker sinken als nur um den Mautbetrag.

Inländer, die nachweisen können, dass sie in einem Jahr nicht auf Autobahnen und Bundesstraßen gefahren sind, können die Maut zurückfordern. Nachweis könnte ein Fahrtenbuch sein.

Die Berechnung der Mautbeträge - geht das etwas präziser?

Ja. Je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum fallen folgende Sätze an:

  • Fahrzeuge mit Schadstoffklasse Euro 3 oder schlechter: 6,50 Euro (Ottomotor) und 9,50 Euro (Diesel)
  • Fahrzeuge mit Schadstoffklasse Euro 4 und Euro 5: zwei Euro (Ottomotor) und fünf Euro (Diesel)
  • Fahrzeuge mit Schadstoffklasse Euro 6: 1,80 Euro (Ottomotor) und 4,80 Euro (Diesel)
  • Die Mauthöhe für Wohnmobile orientiert sich am Gewicht und beträgt 16 Euro je 200 angefangene Kilo Gesamtgewicht.
  • Der Mautbetrag ist bei 130 Euro gedeckelt.

Welche Fahrzeuge sind von der Maut ausgenommen?

Motorräder, Elektroautos, Wagen von Behinderten und Krankenwagen sind mautfrei.

Was ist mit Oldtimern?

Für Wagen mit H-Kennzeichen fällt der Höchstsatz von 130 Euro an. Das Bundesverkehrsministerium begründet das mit der "typischerweise hohen Schadstoffemission dieser Fahrzeuge".

Wie wird die Maut eingetrieben?

Halter von in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen erhalten mit Einführung der Maut einen sogenannten Infrastrukturabgabenbescheid. Sie müssen die Maut dann als Jahresbetrag per Lastschriftverfahren bezahlen.

Fahrer aus dem Ausland können die elektronische Vignette per App, über das Internet oder in Shops kaufen. Sie müssen neben ihrem Kennzeichen auch die relevanten Fahrzeugdaten (Motorisierung und Schadstoffklasse) angeben. Anschließend wird das Kennzeichen im System freigeschaltet.

Wie wird die Mautpflicht kontrolliert?

Statt an Klebe-Vignetten (wie zum Beispiel in der Schweiz) sollen Mautzahler über das Nummernschild ihres Autos (sogenannte E-Vignette) zu erkennen sein. Kontrolliert wird in Stichproben durch einen elektronischen Kennzeichen-Abgleich. Die dafür erfassten Daten sollen nur kurz gespeichert und anschließend gleich wieder gelöscht werden.

Wer keine Maut zahlt und erwischt wird, muss eine Geldbuße zahlen. Genaue Summen sind noch nicht festgelegt. Geldbußen sollen auch im Ausland eingetrieben werden.

Weitere Informationen zur Pkw-Maut finden Sie hier.

cst/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Seite 1
Metternich 24.03.2017
1. einfach zu einfach
Das Mautberechnungsystem ist einfach zu einfach. Hier sollte man zusätzlich noch nach Schulbildung, Alter, Familienstand und Geburtsort unterscheiden. Auch sollten etwaige Vorstrafen berücksichtigt werden. Zudem Auslandsreisen und Grenzüberschreitungen. We die Schweizer es machen, mit einer Plakette für alle, das ist doch zu simpel.
helmut.alt 24.03.2017
2. Die ganze Mautdiskussion
wäre beendet wenn man in Europa einheitliche Mautgesetze hätte, egal ob die Straßen vom Staat oder privat betrieben werden. Ähnlich sollte es mit der Benzin- und Dieselsteuer sein, dann würde der leidige Tanktourismus unterbleiben. Denkt europäisch!
CommonSense2006 24.03.2017
3. Bescheuerte Idee,
Von Anfang bis Ende bescheuet, von den angeblichen Gründen bis zur Umsetzung einfach nur eine blöde Idee. Mehr kann man dazu nicht sagen. Braucht man auch nicht. Ich wähle nächstes Mal auf jeden Fall wieder FDP, das wären vielleicht die Einzigen, die sich gegen solchen Wahnsinn stemmen könnten
rtdes 24.03.2017
4. Hubraum!?
Alexander Dobrindt in einem Satz mit dem Wort Kompetenz zu erwähnen klappt ja ohnehin nicht. Aber eine Maut zu erschaffen mit der Begründung ausländische Autofahrer nutzen die vorhandene Infrastruktur kostenlos, und diese dann nach Hubraum zu berechnen ist absoluter Unsinn. Wann kommt endlich einer von diesen Inkompetenten Tölpeln mal auf die Idee Fahrzeuge nach dem Gewicht zu besteuern? Ich richte mit meinem 1,100 kilogramm schweren Fahrzeug weniger Sachschaden auf deutsch Autobahnen an als jeder einzelne dieser Hausfrauen-Trekker und Bauern-Panzer alá Touareg, Cayenne, Q7, X5 usw., bezahle aber genauso viel bei Steuer und nun auch bei der Maut, weil mein Motor eine ähnliche Bohrung x Hub hat. Geht es noch dümmer?
fridericus1 24.03.2017
5. Ein bürokratisches Monster ...
... und gleichzeitig ein Instrument zur anlasslosen Bewegungskontrolle. Respekt, Respekt. Lieber Lichtbringer Schulz: hier wäre doch mal eine gute Gelegenheit, Vernunft und Augenmass zu zeigen und diesen Irrsinn zu stoppen. Ansonsten hoffe ich auf unsere Nachbarn in Holland, Österreich etc., die schon Schaum schieben.
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