Berlin - Derzeit noch befristete Modellprojekte der Bundesländer würden zum 1. Januar 2011 in eine bundesweite Dauerlösung überführt, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Laut Daten von 2008 entscheidet sich im Rahmen der Modellprojekte bereits mehr als jeder Dritte von etwa einer Million Prüflingen für den Führerschein mit 17. Jugendliche können dabei den Führerschein machen, dürfen dann aber bis zu ihrer Volljährigkeit nur in Begleitung eines Erwachsenen ans Steuer.
Der Entwurf verweist dem Bericht zufolge auf positive Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen. Demnach hätten begleitete Fahranfänger im Vergleich zu herkömmlich ausgebildeten 18-Jährigen in den ersten Monaten ihrer Fahrpraxis bis zu 30 Prozent weniger Unfälle und 20 Prozent weniger Verkehrsverstöße verursacht.
In Deutschland sollen nach Vorstellung von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zudem künftig schon 15-Jährige den Führerschein der neuen Moped-Klasse AM machen können, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Damit dürften die Jugendlichen nicht nur Mopeds (mit Beifahrer) mit einem Tempo von bis zu 45 Stundenkilometern steuern, sondern auch geländetaugliche vierrädrige Quads. Bisher ist das erst 16-Jährigen erlaubt.
Der Verkehrsausschuss des Bundestages wird am Mittwoch über einen Gesetzentwurf der schwarz-gelben Koalition beraten, der vor allem neue EU-Regeln zum Führerschein umsetzen soll. Mehrere Experten sprechen sich jedoch gegen das Vorhaben aus.
So mahnt die Bundesanstalt für Straßenwesen, den Jugendlichen fehle mit 15 die nötige Erfahrung. "Wir wollen keine Lizenz zum Rasen für Jugendliche", sagte auch der Verkehrsausschuss-Vorsitzende Winfried Hermann der "SZ".
hil/dpa
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