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Polaris Slingshot: Eine Klasse für sich

Vorne Quad, hinten Motorrad, im Großen und Ganzen ein Roadster: Der Polaris Slingshot sieht aus, als hätte sich der Hersteller bei lauter verschiedenen Fahrzeuggattungen bedient. Das Verhältnis von Gewicht und PS-Stärke des Dreirads klingt verlockend.

Polaris Slingshot: Ein bisschen von Allem Fotos
Polaris

Harte Kanten, böser Blick und drei Räder: Der Polaris Slingshot ist vorne Quad und hinten Motorrad. Oder irgendwas dazwischen. Der Hersteller Polaris Industries erfindet gleich eine eigene Fahrzeuggattung für das Gefährt: "Roadster Jet-Fighter", also "Roadster Düsenjäger".

Ganz schön hochgegriffen, sieht der Slingshot optisch doch eher aus wie eine Kreuzung aus Motorrad und Street-Buggy. Trotzdem will der Hersteller vor allem anspruchsvolle Motorsportfreunde für das Vehikel begeistern. Kann das gelingen? Bisher stand Polaris Industries eher für Schneemobile oder Geländefahrzeuge. Die Spaß-Abteilung bediente das amerikanische Unternehmen außerdem mit Quads und Motorrädern der Marken Victory und Indian.

Alles, nur kein Auto

Der Polaris mag auch ein bisschen nach Sportwagen aussehen, er sei aber definitiv kein Auto, betont der Hersteller: "Er hat keine Airbags und erfüllt auch keine Sicherheitsstandards für Automobile." Trotz aller Warnhinweise: Dreipunktgurte, ABS und ESP sind mit an Bord. Allerdings besteht Helmpflicht für Fahrer und Beifahrer.

Angetrieben wird das Dreirad durch einen 2,4-Liter-Ecotec-Vierzylinder mit 173 PS, die fünf Gänge werden manuell gewechselt. Die Kraft gelangt über einen Carbon-verstärkten Triebriemen an ein 20-Zoll-Hinterrad. Bei einem Gewicht von 790 Kilogramm sorgt das für ordentlichen Vortrieb. Polaris verspricht zudem extreme Bodenhaftung, bleibt aber genauere Angaben zur Fahrleistung und Höchstgeschwindigkeit schuldig.

Die Karosserie des Dreirads besteht aus einem Stahl-Gitterrohrahmen, samt Plastikhaut mit bullig-aggressiver Optik. Ein Dach hat der Slingshot nicht. Anders als etwa der vergleichbare BRP CanAm Roadster oder Piaggio MP3 sitzen in diesem Dreirad Fahrer und Beifahrer neben- und nicht hintereinander. Und sie sitzen ziemlich tief: Lediglich 12,7 Zentimeter Bodenfreiheit bleibt zwischen Straße und Unterboden.

Die Rückspiegel kosten extra

Das Cockpit ist spartanisch eingerichtet. Gegen Aufpreis gibt es ein Infotainmentsystem, Ambientlichter und Rückspiegel. Die schmale Windschutzscheibe verdient die Bezeichnung kaum, sie gibt es aber auch nur in der höheren SL-Version serienmäßig. Die kostet dann mindestens 23.999 Dollar (rund 18.000 Euro) und ist rot, die Basis kommt in schwarz-grau und ist einfacher ausgestattet 4000 Dollar günstiger (knapp 15.000 Euro).

Das Konzept selbst ist nicht neu, es gibt eine Menge motorisierte Dreiräder, zum Beispiel von Morgan. Bei deutschen Herstellern haben es die Crossover-Modelle dagegen selten über Studienstatus hinaus geschafft.

Wie viel Zuspruch der Slingshot erfährt, wird sich noch zeigen. Interessenten müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden: In den USA und Kanada rollen die ersten Fahrzeuge erst im September zu den Händlern. Ob der Slingshot nach Deutschland kommt, konnte Polaris auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE noch nicht sagen.

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1. Schon ok
Leser161 06.08.2014
Bzw. der Autor hat recht, sowas gibt es schon. Peugeot hatte sowas auch mal als Studie. Das Besondere ist der Preis. Ein Spassmobil mit diesem Leistungsgewicht gibt es normalerweise erst ab dem doppelten bis anderthalbfachen Kurs. (Lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen)
2. Na ja
werner-xyz 06.08.2014
Ich habe bis heute bei diesen ganzen Quads und Dreirädern für den Straßenverkehr nicht verstanden welchen Sinn es macht die Nachteile eine Motorrades mit den Nachteilen eines Autos zu kombinieren? Entweder fahre ich Cabrio, da kann ich das Dach zu machen wenn es regnet und Gepäck mitnehmen oder ich setze mich auf mein Moped und habe anders Spaß.
3. Kann man...
Überfünfzig 06.08.2014
...in Deutschland so nicht verkaufen, da der Motor mit 2,4 ltr Hubraum, sprich einfache Technik, gepaart mit Wartungsfreundlichkeit, sofort alle Verbrauchshysteriker auf den Plan rufen wird.
4. mich würde interessieren
thlogical 06.08.2014
wie das Hinterrad mit den Querbeschleunigungskräften klar kommt oder ob man der beste Freund des Reifenhändlers wird. Ich würde ja sowas eher mit Neigetechnik und einem Motorradreifen am hinterrad konstruieren. Na mal sehen was da noch an technischen Details kommt.
5.
Frank Zi. 06.08.2014
Zitat von sysopPolarisVorne Quad, hinten Motorrad, im Großen und Ganzen ein Roadster: Der Polaris Slingshot sieht aus, als hätte sich der Hersteller bei lauter verschiedenen Fahrzeuggattungen bedient. Das Verhältnis von Gewicht und PS-Stärke des Dreirads klingt verlockend. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/polaris-slingshot-motorisiertes-dreirad-fuer-sportwagen-fans-a-984528.html
Geiler Hobel, und billig ist er auch. Etwa so billig wie ein besseres Speeding Ticket in der Schweiz.
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