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02. August 2006, 15:14 Uhr

Porsche 911 Targa

Noch ein Ableger

Die aktuelle 911er-Baureihe von Porsche wächst und gedeiht. Nach Coupé, Cabrio, GT-Typen und Turbo folgt nun die Targa-Variante der neuen Generation. Im November soll der Verkauf des Glasdach-Sportlers starten, der jetzt erstmals ausschließlich mit Allradantrieb angeboten wird.

Ein bisschen ist es wie beim Bäcker: Wenn der Grundteig für die Brötchen erst einmal schmeckt, lassen sich durch Darüberstreuen von Mohn, Kümmel, Sesam oder Sonnenblumenkernen allerlei Varianten backen, die unterschiedlich aussehen, unterschiedliche Namen bekommen und unterschiedlich schmecken. Beim Porsche funktioniert die Baureihe 911 nach dem gleichen Prinzip: Ein Grundmodell wird variiert, und heraus kommen lauter Sportwagengeschwister, die nur in Nuancen voneinander abweichen.

Das Grundmodell der Zuffenhausener heißt 911, und die aktuelle Version (intern Typ 997 genannt) des Sportwagen-Evergreens kam vor zwei Jahren auf den Markt. Zunächst als Coupé in den Varianten Carrera und Carrera S, danach als Cabrio, als Allradler, in diversen GT-Variationen und als Turbo. Jüngster Zugang in der Riege der 911-Derivate ist das Modell Targa, also der Zwitters zwischen Coupé und Cabrio, dessen Dachteil in früheren Zeiten herausgenommen wurde und sich heute wie ein riesiges Schiebedach nach hinten fahren lässt. Damit in diesem Fall nicht die Heckscheibe verdunkelt wird, baut Porsche den Targa seit der vergangenen Generation (Typ 996) mit einem großen Glasdach.

Die zweilagige Scheibe aus getöntem Glas wird auf Knopfdruck von zwei Elektromotoren bis zu einem halben Meter nach hinten gefahren und unter der aufklappbaren Glasheckscheibe fixiert. Maximal entsteht so eine Dachöffnung von 0,45 Quadratmetern, über die Cabriofans zwar schmunzeln werden, die aber Menschen mit einem komplizierteren Verhältnis zur Zugluft gerade groß genug sein dürfte.

Allradantrieb und ein extra breites Heck

Um die Targa-Modelle ein bisschen deutlicher von Coupé und Cabrio abzuheben, werden sie in der neuen Generation erstmals ausschließlich mit permanentem Allradantrieb angeboten sowie mit einer um 4,4 Zentimeter verbreiterten Karosserie am Heck. Ansonsten erhält auch der Targa die bewährten Zutaten aus dem 911-Regal, also den 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 325 PS, einem Spurtvermögen von 5,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und einer Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h.

Für die Show mit dem Glasdach, das sich übrigens durch ein elektrisch zu betätigendes Stoffrollo abdunkeln lässt, den Allradantrieb und das dicke Ende müssen Targa-Kunden ordentlich draufzahlen. 91.843 Euro kostet das Auto in der Grundausstattung. Wer die S-Variante mit dem stärkeren 3,8-Liter-Motor (355 PS) bestellt, muss gar 102.167 Euro bezahlen.

jüp

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