Porsche 911 ...und es hat Zoom gemacht

Über Monate drucksten die Porsche-Verantwortlichen herum, wenn die Frage nach dem neuen 911er auftauchte. Jetzt wird der Schleier gelüftet. Am 17. Juli fährt das neue Modell vor - und zwar gleich im Doppelpack. Porsche-Designchef Harm Lagaay dagegen nimmt Abschied.


Porsche 911 Carrera: Ende der "Spiegelei"-Ära

Porsche 911 Carrera: Ende der "Spiegelei"-Ära

Das gab es zuletzt in den Siebzigern - und es ist ein Beleg dafür, wie gut es Porsche geht. Zum Debüt der neuen Elfer-Baureihe 997 fahren die Zuffenhausener gleich zwei Varianten vor: den Porsche 911 Carrera und den 911 Carrera S. Das Design beider Autos, abgesehen von den beiden runden Doppelauspuff-Rohren sowie der Typbezeichnung am Heck des S-Modells, ist identisch. Porsche kehrt wieder zurück zur klassischen Rundscheinwerfer-Form und packt Blinker sowie Positionslichter in eine zweite, längliche Scheinwerfereinheit im Stoßfänger.

Damit ist die "Spiegelei"-Ära beendet. "Wie ein ausgelaufenes Spiegelei", so hatten Spötter stets gelästert, sähen die merkwürdig geformten Scheinwerfer des bisherigen Modells aus. Das eigenwillige Design jedoch war damals, Anfang der neunziger Jahre, pure Notwendigkeit. Porsche musste eisern sparen, und so hatte Chefdesigner Harm Lagaay die unbedingte Anweisung, sämtliche Lichtfunktionen in einem Scheinwerfergehäuse unterzubringen, was ihm auch gelang.

Debüt der neuen Elfer-Baureihe: Das rundum frische Modell ist der Abschiedsgruß des Chefdesigners Harm Lagaay

Debüt der neuen Elfer-Baureihe: Das rundum frische Modell ist der Abschiedsgruß des Chefdesigners Harm Lagaay

Beim neuen 911er korrigierte Lagaay nun den leicht schrägen, durch massiven Kostendruck entstandenen Eindruck des Porsche-Gesichts. Das rundum frische Modell ist zugleich der Abschiedsgruß des Holländers, der seit 1989 die Hauptabteilung "Style Porsche" in Weissach leitete. Unter der Regie des 57-Jährigen entstanden auch die Baureihen Boxster und Cayenne, die das moderne Bild von Porsche prägen. Sein Nachfolger wird der bisherige Saab-Chefdesigner Michael Mauer, der vor seinem Engagement in Schweden bei Mercedes und Smart arbeitete.

Optisch neu an den neuen 911-Modellen sind neben den Frontscheinwerfern eine breitere Spur, eine deutlichere Taille, wuchtige Kotflügel und Außenspiegel, die von zwei filigranen Armen gehalten werden. Auf ersten Bildern wirkt das Auto eleganter, runder und gestreckter als das bisherige Modell.

911 Carrera S: Mit 355 PS in 4,8 Sekunden von 0 auf 100

911 Carrera S: Mit 355 PS in 4,8 Sekunden von 0 auf 100

Technisch bleibt Porsche beim bewährten Heckmotorkonzept. Der Carrera wird von einem Sechszylinder-Boxermotor mit 3,6 Liter Hubraum angefeuert, der 325 PS (239 kW) leistet und den Wagen in fünf Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigt. Porsche gibt als Höchstgeschwindigkeit 285 km/h an. Die Werte für den Carrera S liegen jeweils etwas höher: Aus 3,8 Liter Hubraum entwickelt der Motor 355 PS (261 kW), produziert ein Drehmoment von 400 Newtonmeter und drückt das Auto in 4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 293 km/h.

Neu bei beiden Fahrzeugen ist das Sechsganggetriebe sowie das Fahrwerk. Beim S-Modell ist eine verstellbare Dämpfung serienmäßig an Bord, für den normalen Carrera kann die Technik, die das Fahrwerk auf Knopfdruck härter macht, gegen Aufpreis bestellt werden. Bei beiden Versionen sind Räder und Reifen größer dimensioniert als bislang - 18-Zoll-Räder kommen beim Carrera zum Einsatz, 19-Zöller beim Carrera S.

Auch die Preise hat Porsche schon bekannt gegeben. Die Autos kosten 75.200 und 85.176 Euro. In einschlägig interessierten Kreisen dürfte dies aber keine wirkliche Hürde sein.



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