Porsche 918 Spyder Der Drei-Liter-Supersportwagen wird gebaut

Der Porsche 918 Spyder war der Star auf dem Genfer Salon. Damals deklarierten die Zuffenhausener den Plug-In-Hybrid noch als Studie. Nun ist klar: Der aufregende Renner wird in einer Kleinserie gebaut. Ein teurer Spaß, denn das Auto dürfte rund 500.000 Euro kosten.

Porsche

Einen CO2-Ausstoß von 70 g/km und eine Nordschleifenrunde in weniger als 7 Minuten und 30 Sekunden - das galt bislang in einem Porsche unmöglich. Doch genau diese beiden Zahlen sind die Eckwerte, mit denen der Porsche 918 Spyder im Februar auf dem Genfer Salon allen anderen Autos die Schau gestohlen hat. Schneller als die meisten Straßensportler und sparsamer als jeder Kleinwagen - das war das Credo der Studie".

Allein das war schon überraschend. Doch mehr noch erstaunt eine Botschaft, mit der sich Porsche jetzt in die Sommerferien verabschiedet: "Der Aufsichtsrat hat in seiner heutigen Sitzung grünes Licht für die Serienentwicklung gegeben," meldet das Unternehmen am Dienstagabend. Entwickelt wird das Auto in Weissach und bauen will es Porsche am Stammsitz in Zuffenhausen.

Vorausgegangen sind nicht nur umfangreiche technische Analysen, sondern auch intensive Marktforschungen: Es war "die überwältigende Resonanz von Öffentlichkeit und Kunden", die jetzt zum Auftrag von Aufsichtsrat an Vorstand führte, auf Basis der Studie ein Serienfahrzeug zu entwickeln.

Strom aus der Steckdose

Auf den Messen in Genf und Peking haben die Schwaben bei ihren Umfragen nach Angaben von Pressesprecher Eckhard Eybl "eine vierstellige Zahl von Kunden" registriert, die die Frage nach einer konkreten Kaufabsicht mit "Ja" beantwortet haben. Und auch wenn die Konzernspitze sehr wohl weiß, dass es von dieser Aussage bis zur Unterschrift auf einem Scheck noch ein weiter Weg ist, war das offenbar Grund genug.

Der offene Zweisitzer soll neben einem V8-Motor mit mehr als 500 PS, der von einem aktuellen Rennwagen aus der American-Le-Mans-Serie abgeleitet wurde, noch mehrere Elektromotoren enthalten, die zusammen auf noch einmal 218 PS kommen. Außerdem hat die offene Karbonflunder einen Lithium-Ionen-Akku, und kann anders als bei einem konventionellen Hybriden auch an der Steckdose aufgeladen werden. So sollen bis zu 25 Kilometer im rein elektrischen Betrieb möglich sein. Schaltet man dagegen beide Antriebsarten zusammen, wird der 918 Spyder zum spurtstärksten Porsche im Programm: Nur 3,2 Sekunden vergehen bis Tempo 100, und erst bei 325 km/h soll es vorbei sein mit der Raserei.

Damit wäre der 918 Spyder noch einmal zwei Nummern schärfer als die ebenfalls batteriebetriebenen Boliden Audi Etron und Mercedes SLS E-Cell, die gerade bei der Konzernschwester in Ingolstadt und beim Nachbarn in Sindelfingen entwickelt werden. Die beiden Stromsportler sind vielleicht nicht ganz so stark und schnell wie der Porsche, doch kommen sie dafür wohl früher in den Handel: Den Audi soll es zum Jahreswechsel 2011/2012 geben, und Mercedes verspricht die erste Auslieferung für 2013.

Frühestens in vier Jahren

Porsche dagegen schweigt sich zu einem möglichen Liefertermin noch kategorisch aus. "Viele der in der Studie eingesetzten Komponenten stehen gerade einmal am Beginn der Vorentwicklung. Da braucht es nicht viel Phantasie, um sich den Zeithorizont auszurechnen," sagt Pressemann Eybl. In weniger als vier Jahren dürfte der Wagen deshalb kaum aus der Boxengasse stromern.

Auch zum Preis macht Porsche noch keinerlei Angaben, nicht zuletzt weil der stark von der noch nicht entschiedenen Stückzahl und Kosten für die heute noch extrem teuren Akkus abhängt. Doch auch in diesem Punkt darf man sich wohl keine Illusionen machen. Mit Blick auf den Carrera GT, den letzten Supersportwagen von Porsche, der zum Verkaufsbeginn im Jahr 2003 immerhin 452.400 Euro gekostet hat, sagte Eybl, dass man ganz sicher "mit einem Supersportwagen-Preis plus Hightech-Aufschlag" rechnen müsse.

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
Satiro, 28.07.2010
1. nicht umwerfend
>>Nur 3,2 Sekunden vergehen bis Tempo 100,
mynona3 28.07.2010
2. keine Trickserei?!?
Und diese Nordschleifenrunde ist wirklich mit den 70g CO2je km gefahren worden? Meine Vermutung: Den Verbrauchstest hat der Porsche sicher nach Norm mit den Elektromotoren und den (am Anfang voll geladenen) Batterien absolviert um anschließend diese Renntour auf der Nordschleife zu fahren - mit einem ordentlichen Schluck aus dem Tank. Wenn wirklich die Raserei mit dem im Artikel angegebenen CO2-Wert absolviert wurde, dann ist das schon eine technische Meisterleistung - allein, ich glaube an die bei den Verbrauchswerten übliche Trickserei und dieses Spielzeugauto wird im Alltagsbetrieb auch einen dem Firmenstandard entsprecheneden Verbrauchswert haben.
LouisWu 28.07.2010
3. 0-200?
Zitat von Satiro>>Nur 3,2 Sekunden vergehen bis Tempo 100,
[QUOTE=Satiro;5940669]>>Nur 3,2 Sekunden vergehen bis Tempo 100,
solarfighter, 28.07.2010
4. Was für ein Kasperletheater.
Zitat von sysopDer Porsche 918 Spyder war der Star auf dem Genfer Salon. Damals deklarierten die Zuffenhausener den Plug-In-Hybrid noch als Studie. Nun ist klar: Der aufregende Renner wird in einer Kleinserie gebaut. Ein teurer Spaß, denn das Auto dürfte rund 500.000 Euro kosten. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,708955,00.html
Was für ein Kasperletheater. Ein Hybrid, der mit aufgeladenem Zusatzakku und super sparfahrweise dann mal kurz 70g CO2 pro km braucht, sonst aber immer gerne "am Limit" bewegt wird und dann im CO2-Ausstoß und Spritverbrauch weit jenseits von Gut und Böse ist. Auf so etwas hat die Welt gewartet. Durchfall vom Marketingkasper.
baß1 28.07.2010
5. Verbrauchswerte
Bedauerlich, dass in dem Vergleich der Verbrachs- und Schadstoffausstoßwerte Werksangaben mit Testergebnissen und Angaben aus Bordcomputern verglichen werden, teilweise sogar, ohne deutlich darauf hin zu weisen. Interessant können nur Testwerte unter vergleichbaren Bedingungen sein (Normrunden). Leider habe ich unter diesem Aspekt noch keinen umfassenden und objektiven Vergleichstest gefunden. Hinweise nehme ich gern per PN entgegen.
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