Porsche Cayenne Zwang zum Anderssein

Vor kurzem enthüllte VW den neuen Touareg, jetzt rückt Porsche den nächsten Cayenne ins Rampenlicht. Technisch sind die beiden großen SUV-Modelle eng verwandt, doch Porsche müht sich um eine eigene Note - unter der Motorhaube, im Innenraum und auf der Preisliste.


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Porsche Cayenne: Der musklösere Zwilling
Zuerst VW dann Porsche: Die Reihenfolge ergab sich praktisch von selbst. Schließlich haben die Wolfsburger mittlerweile nicht nur das Sagen in Zuffenhausen, sondern verkauften von der ersten Generation des Touareg mit etwa 500.000 Autos auch fast doppelt so viele Autos wie die Schwaben vom Zwillingsmodell Cayenne (276.000). Jetzt also, der neue VW Touareg ist enthüllt - wird es auch für Porsche Zeit, erste Fotos und Daten zum nächsten Cayenne bekanntzugeben, der ab 8. Mai bei den Händlern stehen wird.

Beide Allradler teilen sich sowohl die Plattform und viele technische Komponenten. Daher hat der Porsche Cayenne ähnliche Neuerungen zu bieten wie der VW Touareg, nämlich etwa vier Zentner weniger Gewicht, einen Hybridantrieb, eine Achtgang-Automatik, einer Start-Stopp-Funktion und durchweg weniger Spritverbrauch. Sogar eine um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank im Fond ist jetzt im Cayenne installiert.

Trotz vieler Gleichteile haben die Porsche-Entwickler dem massigen Auto durchaus eine eigene Note mitgegeben. Das gilt nicht nur fürs Design, das nun ein wenig zurückhaltender und verspielter wirkt, sondern vor allem für den im Stil des Porsche Panamera veredelten Innenraum mit der hohen Mittelkonsole im Flugzeug-Look, den feinen Armaturen und dem links neben dem Lenkrad sitzenden Zündschloss.

Auch den Cayenne wird es mit Hybridantrieb geben

Auch im Motorraum grenzt sich Porsche von VW ab. Allerdings ist der insgesamt 380 PS starke Hybridantrieb, der den Wagen auch ein paar Kilometer rein elektrisch bewegen kann und im Schnitt mit 8,2 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer zufrieden ist, hier wie dort identisch. Das gilt auch noch für den Dreiliter-Dieselmotor mit 240 PS und einem Verbrauch von 7,4 statt bislang 9,3 Liter. Dann aber beginnen die Unterschiede: Der 3,6-Liter-V6-Benzin-Direkteinspritzer leistet bei Porsche 300 statt 280 PS im VW und verbraucht 9,9 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

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Während VW als stärksten Motor einen V8-Diesel anbietet, setzt Porsche gleich noch zwei Benziner drauf: Vor allem mit Blick auf die Kunden in Amerika und im arabischen Raum gibt es den Cayenne daher auch wieder mit den beiden Achtzylinder-Aggregaten. Der Motor leistet als Sauger nun 400 statt bislang 385 PS, ist aber trotzdem mit 23 Prozent weniger Sprit zufrieden und steht jetzt mit 10,5 Liter in der Liste. Für die Variante mit Turbo bleibt es bei 500 PS, doch geht selbst bei diesem Triebwerk der Verbrauch um fast ein Viertel zurück - auf immer noch 11,5 Liter.

Sehr ähnliche Autos für grundverschiedene Käufer

Dass die Entwicklung von Cayenne und Touareg just in der Zeit auf die Zielgerade ging, als sich Porsche und VW eine erbitterte Übernahmeschlacht lieferten, sieht man den SUV-Zwillingen nicht an. Eine Verwässerung des Images sieht Nick Margetts, Chef der deutschen Dependance des Marktbeobachtungsunternehmens Jato Dynamics, nicht. "Die Verantwortlichen werden schon dafür sorgen, dass sich die richtigen Käuferschichten angesprochen fühlen, auch dann, wenn es um den Griff ins Portemonnaie geht."

Schließlich liegen zwischen Touareg und Cayenne in der Preisliste etwa zehn Prozent. Während das billigste Touareg-Modell 50.700 Euro kosten soll, startet der Cayenne als V6-Benziner mit 55.431 Euro und die beiden technisch am engsten verwandten Hybridmodelle kosten 73.500 Euro als VW und 78.636 Euro als Porsche. Während dies auf der Touareg-Preisliste auch die Spitze markiert, geht es für den Cayenne noch weiter: Das teuerste Modell wird 115.526 Euro kosten.

Dass solche Preisunterschiede funktionieren, liegt für Margetts am "sauberen Image, dem scharfen Produktprofil und einem klar definierten Kundenkreis" von Porsche. Dass der Cayenne und Touareg häufig als Symbole für die übertriebene SUV-Mobilisierung herangezogen wird, dürfte sich allerdings kaum ändern.

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insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
bürgerschreck 25.02.2010
1. Eine Schnwanzverlängerung...
Zitat von sysopVor kurzem enthüllte VW den neuen Touareg, jetzt rückt Porsche den nächsten Cayenne ins Rampenlicht. Technisch sind die beiden großen SUV-Modelle eng verwandt, doch Porsche müht sich um eine eigene Note - unter der Motorhaube, im Innenraum und auf der Preisliste. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,679969,00.html
.... muß halt auch etwas teuerer sein, sonst hätte sie ja jeder und der Vorteil wäre dahin! Man muß sich doch nur mal die Typen ansehen, die in der Karre sitzen. Golfset hinten drin aber zu alt oder blöd eine Frau anzusprechen. Dann die Karre tieferlegen (tiefergelegte Geländeagen... saugeil) und einen auf dicke Hose machen. Der Manta für die Oberschicht...
ramuz 25.02.2010
2. Abzocke
---Zitat--- "sauberen Image, dem scharfen Produktprofil und einem klar definierten Kundenkreis" ---Zitatende--- ... der Kundenkreis wird dann offenbar als wesentlich dümmer eingeschätzt und als leichter abzockbar, wenn man sogar dass Produktprofil drauf zuschneidet.
Mo2 25.02.2010
3. Ein Glück
Gerade machte ich mir Sorgen, womit ich meine Kinder künftig zur Schule bringen soll, nachdem meine Lieblingsmarke Hummer eingestampft wurde. Der Cayenne ist dagegen natürlich etwas mickrig, aber was solls, besser als garnix, und die 2 Kilometer wird er in der Turboversion wohl schaffen.
t.h.wolff 25.02.2010
4. Ergonomie - GAU
Zündschloß auf der verkehrten Seite: läuft wie geschnittenes Brot.
andy69 25.02.2010
5. interessant
Zitat von bürgerschreck.... muß halt auch etwas teuerer sein, sonst hätte sie ja jeder und der Vorteil wäre dahin! Man muß sich doch nur mal die Typen ansehen, die in der Karre sitzen. Golfset hinten drin aber zu alt oder blöd eine Frau anzusprechen. Dann die Karre tieferlegen (tiefergelegte Geländeagen... saugeil) und einen auf dicke Hose machen. Der Manta für die Oberschicht...
Immer wieder interessant, wie Leute wie Sie es anhand eines Autotyps schaffen, anderen Menschen pauschal etwas zu unterstellen... Das man zum Frauen anmachen zu alt sein kann, verwundert mich doch sehr. Und es gibt mit Sicherheit auch Toyota Prius Fahrer, die zu blöd sind, selbiges zu tun. Also hören sie mit solchen Plattitüden auf - zu den Fahrern fast jeder anderen Autogattung könnte man auch irgendwelche abwertenden Verallgemeinerungen finden - nicht nur für die feister SUVs...
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