PR-Flop Verbraucherschützer verdammen "lebenslange" Opel-Garantie

Sie sollte den Kunden Vertrauen in die Marke Opel einflößen - jetzt wird die "lebenslange Garantie" zum PR-Desaster. Die Wettbewerbszentrale mahnt das Unternehmen ab, weil die Gewährleistung gar nicht dauerhaft gilt, sondern schon nach 160.000 Kilometern erlischt.

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Homepage: Die "lebenslange Garantie" bewirbt Opel mit einem Unendlich-Symbol

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Frankfurt am Main - Branchenkenner hatten sich bereits bei der Vorstellung der "lebenslangen Garantie" gewundert: Was die GM-Tochter da ankündigte, klang allzu spektakulär - kein anderer Autohersteller bietet Vergleichbares, mehr als sieben Jahre Gewährleistung gab es bisher nirgendwo. Bei genauerem Hinsehen stellte sich freilich heraus, dass die Opel-Garantie mit vielen Einschränkungen und Pferdefüßen versehen ist: Laufleistung? Begrenzt. Reparaturkosten? Werden nur zum Teil übernommen. Weiterverkauf mit Garantie? Nicht kostenfrei möglich.

Dieser Widerspruch zwischen Werbung und Wirklichkeit ist auch der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs aufgefallen. Sie hat dem Pkw-Hersteller nun eine Abmahnung geschickt, weil in Anzeigen falsche Versprechungen gemacht würden. Die Wettbewerbszentrale droht Opel mit einer Klage, wenn die Kampagne nicht binnen zwei Tagen eingestellt wird und der Autobauer außerdem eine Unterlassungserklärung unterzeichnet.

"Wir beanstanden hier eine irreführende Blickfangwerbung, weil entgegen der vollmundigen Ankündigung eine 'lebenslange' Garantie tatsächlich nicht von Opel gewährt wird", sagte Rainer Münker, Präsidiumsmitglied der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, am Dienstag. Opel erklärte, das Schreiben der Wettbewerbshüter zu prüfen. "Das Garantieangebot von Opel hat hervorragende Resonanz bei unseren Kunden erzielt", erklärte ein Sprecher.

"Lüge im Blickfang"

In aktuellen Rückruf-Statistiken hatte Opel zuletzt sehr schlecht abgeschnitten. In den vergangenen fünf Jahren musste die GM-Tochter laut der "Rheinischen Post" in Deutschland mehr als 400.000 Fahrzeuge zurückrufen - mehr als jeder andere Hersteller.

Opel-Chef Nick Reilly hatte deshalb eine kostenpflichtige, "lebenslange" Garantie auf alle Opel-Neuwagen versprochen, um das "Vertrauen in unsere Produkte" zu stärken. Diese bewirbt das Unternehmen derzeit in Zeitungen und im Internet, pikanterweise mit einem Unendlichkeitssymbol.

Tatsächlich ist die Garantie auf 160.000 Kilometer begrenzt. Die Materialkosten werden zudem bei Reparaturen nur bis 50.000 Kilometer übernommen. Danach muss der Besitzer einen nach Laufleistung schrittweise steigenden Anteil der Materialkosten selbst übernehmen - ab 100.000 Kilometern liegt der Eigenanteil bei 60 Prozent. Beim Weiterverkauf des Autos erlischt die Garantie, wenn der neue Eigentümer nicht einen dreistelligen Betrag pro Jahr an Opel zahlt.

All das erfülle das Versprechen einer "lebenslangen" Garantie, mit der sich Opel von der Konkurrenz absetzen wolle, in den Augen der Verbraucher nicht, erklärte Münker. Ähnliche Garantien böten auch andere Hersteller an. Die Einschränkungen seien nur in einer Fußnote der Anzeigen genannt. "Eine Lüge im Blickfang kann nicht durch einen Sternchenhinweis 'aufgeklärt' oder 'relativiert' werden", so der Verbraucherschützer.

Mit Material von Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 169 Beiträge
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Seite 1
gsm900, 17.08.2010
1. Suum cuique
Zitat von sysopSie sollte den Kunden Vertrauen in die Marke Opel einflößen - jetzt wird die "lebenslange Garantie" zum PR-Desaster. Die Wettbewerbszentrale mahnt das Unternehmen ab, weil die Gewährleistung gar nicht dauerhaft gilt, sondern schon nach 160.000 Kilometern erlischt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,712283,00.html
für die Käufer der Nachfolger der Fuschsschwanzkutsche eine intellektuelle Hrausfoprderung: was ist ein Leben lang?
syracusa 17.08.2010
2.
Zitat von sysopSie sollte den Kunden Vertrauen in die Marke Opel einflößen - jetzt wird die "lebenslange Garantie" zum PR-Desaster. Die Wettbewerbszentrale mahnt das Unternehmen ab, weil die Gewährleistung gar nicht dauerhaft gilt, sondern schon nach 160.000 Kilometern erlischt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,712283,00.html
Dabei käme eine echte lebenslange Garantie Opel sicherlich billiger: die Garantie gilt, solange das Auto lebt. Geht es kaputt, erlischt automatisch die Garantie.
sgift 17.08.2010
3.
---Zitat--- "Eine Lüge im Blickfang kann nicht durch einen Sternchenhinweis 'aufgeklärt' oder 'relativiert' werden", so der Verbraucherschützer. ---Zitatende--- Kann sie nicht? Na dann freue ich mich ja darauf, wenn die Verbraucherschuetzer die ganzen Mobilflat-Anbieter verklagen, die staendig mit Flatrate werben und dann ganz klein hinschreiben "nach 5 gb aber nur noch mit gprs", was in etwa so ist als wuerde der Opel nach 160k Kilometer noch maximal 5 km/h fahren.
steso 17.08.2010
4. Hausaufgaben
Zitat von sysopSie sollte den Kunden Vertrauen in die Marke Opel einflößen - jetzt wird die "lebenslange Garantie" zum PR-Desaster. Die Wettbewerbszentrale mahnt das Unternehmen ab, weil die Gewährleistung gar nicht dauerhaft gilt, sondern schon nach 160.000 Kilometern erlischt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,712283,00.html
SPON empfehle ich, erst einmal nachzuschlagen, was der Unterschied zwischen der gesetzliche Gewährleistungspflicht und der freiwilligen Garantie ist! Und danach dann vielleicht einfach noch mal den Artikel überdenken oder neu schreiben!
zynik 17.08.2010
5. wir sind eben eine Sternchen-Republik
Zitat von sysopSie sollte den Kunden Vertrauen in die Marke Opel einflößen - jetzt wird die "lebenslange Garantie" zum PR-Desaster. Die Wettbewerbszentrale mahnt das Unternehmen ab, weil die Gewährleistung gar nicht dauerhaft gilt, sondern schon nach 160.000 Kilometern erlischt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,712283,00.html
Jungejunge, wenn der gute Mann dies in unserer Republik verhindern will, hat er sich eine Menge vorgenommen. Am besten direkt bei der BILD anfangen, dann weiter zu diversen privaten Fernsehanstalten, bis hin zu allen möglichen Kauf-, Miet und Sonstwasverträgen. Die ganze Bankenindustrie lebt von diesem Spielchen. Achja und die FDP-Wähler hätten letztes Jahr vor der Wahl auch mal besser das Kleingedruckte gelesen. * *In der PR wird gelogen bis sich die Balken biegen? Is nicht wahr. Mein Weltbild ist erschüttert.
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