Probleme mit Kraftstoffleitungen Toyota ruft 1,6 Millionen Autos zurück

Erneuter Massenrückruf bei Toyota: Der japanische Autokonzern muss weltweit rund 1,6 Millionen Wagen überprüfen, weil sich eine Dichtung in der Kraftstoffleitung als Schwachstelle erwiesen hat. Betroffen sind vor allem Modelle der Baureihe Avensis.

Toyota Avensis: Von dem Rückruf ist die zweite Generation des Mittelklasseautos betroffen

Toyota Avensis: Von dem Rückruf ist die zweite Generation des Mittelklasseautos betroffen


Köln - Das Jahr fing für Toyota eigentlich ganz gut an. Eben noch konnten die Japaner rund 8,5 Millionen verkaufte Autos im Jahr 2010 feiern, die Pannenserie des vergangenen Jahres schien vergessen. Doch jetzt stehen dem Konzern neue Probleme ins Haus: Weil es Probleme mit den Kraftstoffleitungen gebe, müssen weltweit 1,6 Millionen Fahrzeugbesitzer in die Werkstatt, um die Kraftstoffleitungen ihrer Autos überprüfen zu lassen. Die Benzinschläuche könnten undicht werden und so zu Benzingeruch im Auto führen, teilte Toyota Deutschland am Mittwoch in Köln mit. In Deutschland seien rund 24.000 Fahrzeuge betroffen: Bestimmte Modelle des Toyota Avensis sowie 660 Wagen der Nobeltochter Lexus.

Wie akut die Brandgefahr ist, ging aus der Meldung nicht hervor. Die Fahrzeughalter würden zeitnah schriftlich informiert und gebeten, eine Werkstatt aufzusuchen. Dort würden die fraglichen Teile überprüft und ersetzt.

Mit den problematischen Bauteilen ausgerüstet seien in Europa ausschließlich Avensis-Modelle mit 2,0- und 2,4-Liter Benzindirekteinspritzer, die zwischen Juli 2000 und September 2008 produziert worden seien. Davon gebe es europaweit rund 135.000 Fahrzeuge. Durch den variierenden Chloranteil im Sprit könnten ein Dichtring am Rückschlagventil der Kraftstoff-Hochdruckpumpe sowie die Benzinleitung spröde werden. Weltweit hätten bislang 117 Kunden Benzingeruch beanstandet. In Europa sei hingegen bisher kein Fall bekanntgeworden, sagte ein Sprecher.

Beim Lexus sind Autos der Baureihe IS 250 betroffen, die im Zeitraum von August 2007 bis Februar 2009 produziert wurden. Europaweit seien etwa 10.000 solcher Fahrzeuge zugelassen. Hier soll der Drucksensor an der Kraftstoffleitung überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden.

Toyota hatte im vergangenen Jahr immer wieder wegen weltweiter Rückrufaktionen Schlagzeilen gemacht. Zunächst wurden mehr als acht Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten zurückbeordert. Später folgten rund eine halbe Million Hybridautos, bei denen das elektronische Bremssystem falsch programmiert war. Die Pannenserie setzte sich im Oktober fort, als weltweit 1,5 Millionen Wagen der Marken Toyota und Lexus wegen Problemen am Brems- und Kraftstoffsystem in die Werkstätten gerufen wurden. Dem Image des Konzerns hatten die Rückrufe enormen Schaden zugefügt.

rom/dpa-AFX

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