Produktionsende VW Golf I Abschied einer Legende

Die Erfolgsgeschichte einer Legende geht zu Ende. Der Volkswagen-Konzern hat die Produktion des nur noch in Südafrika gefertigten Golf I eingestellt. Zum Abschied des Klassikers kündigte der Autohersteller ein Sondermodell an.

DPA

Johannesburg - "Heute verkünden wir das Ende einer Auto-Legende", teilte VW-Südafrika-Chef David Powels am Montag in Uitenhage bei Port Elizabeth mit. Bis 2010 werden alle bereits gebauten Modelle verkauft sein. Zuvor hatte die Werksleitung signalisiert, dass es zum Produktionsende des Ur-Golfs noch ein aufwendiges Sondermodell zum Beispiel mit 1,6-Liter-Motor und 15 Zoll Leichtmetallfelgen sowie diverse Aktionen geben soll.

Unter dem Namen Citi Golf gilt der kleine Flitzer in Südafrika noch immer als einer der populärsten Wagen und gehört dort aktuell zu den zehn meistverkauften Pkw seiner Klasse. Denn der Ur-Golf mit der veralteten Technik ist dort sehr beliebt. Nicht nur zahlreiche Touristen aus aller Welt schätzen das Auto als preiswertes Fortbewegungsmittel, sondern auch viele Studenten - der Kaufpreis für das Einsteigermodell liegt bei unter 10.000 Euro. Technisch ist der Ur-Golf aber seit seiner Einführung in Südafrika nahezu unverändert geblieben. Als Zugeständnis an die Moderne gab es zuletzt immerhin noch einen Airbag.

Der 1974 vorgestellte VW Golf hatte mit Frontmotor und seinem eckigen Design bereits zwei Jahre später den legendären VW-Käfer von der Spitzenposition verdrängt und war schnell zum Marktführer seiner Klasse geworden. Im Oktober 1976 waren bereits eine Million Exemplare in Deutschland verkauft.

Einzelheiten der neuen Modellpolitik sind noch nicht bekannt

Der Grund für das Auslaufen des Modells ist neben der veralteten Technik auch eine Neuausrichtung der VW-Produktion in Südafrika. Das VW-Werk in Uitenhage soll sich ab dem 2010 auf die Produktion von zwei Kleinwagen konzentrieren. VW hat dafür in den vergangenen zwei Jahren drei Milliarden Rand (rund 275 Millionen Euro) in die Werks-Modernisierung investiert. Die Exportzahlen sollen von bisher 40.000 Fahrzeugen (2008) auf bis zu 60.000 Autos und mittelfristig knapp 90.000 Wagen gesteigert werden. Bisher wurden in Uitenhage die Modelle Jetta, Polo und der Golf I montiert.

Durch die Einstellung der Produktion des Citi Golfs habe es keinen Personalabbau gegeben, teilte Powels weiter mit. Zu der Frage, ob es möglicherweise einen Nachfolger für den Golf I in Südafrika geben werde, hielt er sich bedeckt. Im März kommenden Jahres wolle man Einzelheiten zur neuen Modellpolitik bekanntgeben.

Von Ralf E. Krüger, dpa



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