Keine Ausnahmeregeln Das Aus des Bulli ist besiegelt

Nach 56 Jahren endet die Produktion des VW Bulli in Brasilien nun endgültig. Ein letzter Hoffnungsschimmer, dass der legendäre Bus durch eine Ausnahmeregel doch noch eine Ehrenrunde dreht, wurde jetzt zerstört. Der Wagen ist der Verkehrsbehörde einfach zu gefährlich.

Abschied vom Bulli: "Irgendwann ist die Stunde einmal da"
Volkswagen

Abschied vom Bulli: "Irgendwann ist die Stunde einmal da"


São Paulo - Weil in Brasilien im nächsten Jahr neue Sicherheitsvorschriften für Fahrzeuge gelten, wird die Produktion des VW Bulli dort nach 56 Jahren gestoppt. Eigentlich hatte sich Volkswagen bereits damit abgefunden - doch Finanzminister Guido Mantega schürte vor kurzem noch überraschend die Hoffnung auf eine Rettung.

Weil die Einführung der Airbag- und ABS-Pflicht Neuwagen zu teuer mache, erwäge die Regierung eine Verschiebung. Die Freude bei den Fans des Klassikers währte jedoch nur kurz: Denn jetzt hat die nationale Verkehrsbehörde Contran beschlossen, dass es keine Gnade gibt.

Die Vorschrift für Sicherheitssysteme wird nach Angaben von Städteminister Aguinaldo Ribeiro ohne Ausnahme in Kraft treten. "Wir haben schon viele Leben im Verkehr verloren", sagte der Minister. Das Argument, dass durch die Weiterproduktion Arbeitsplätze gesichert würden, sei zwar gerecht. "Aber die Sicherheit und die Leben der Menschen hat keinen Preis."

Ein Ministeriumssprecher sagte am Donnerstag auf Anfrage, man habe in den vergangenen Jahrzehnten schon "viel Geduld" mit dem als Kombi bekannten Bulli gehabt. Die Produktion werde eingestellt werden müssen. "Irgendwann ist die Stunde einmal da", so der Sprecher.

cst/dpa



insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
farid1979 19.12.2013
1.
Jahrelang ist der Wagen auf der Straße gefahren, und war niemandem gefährlich. Da hat sich die Behörde einen Dreck gekümmert. Auf einmal entdecken die Beamten ihr Gewissen? Wem wollen die das denn weiß machen?
Teile1977 19.12.2013
2. Zwang
Zitat von farid1979Jahrelang ist der Wagen auf der Straße gefahren, und war niemandem gefährlich. Da hat sich die Behörde einen Dreck gekümmert. Auf einmal entdecken die Beamten ihr Gewissen? Wem wollen die das denn weiß machen?
Nun ja, freiwillig macht kein Hersteller zugeständnisse bei der Fahrzeugsicherheit. So wird VW gezwungen ein anderes günstiges Fahrzeug anzubieten. Der Zwang kann nur vom Gesetzgeber kommen, der Kunde investiert sein Geld lieber in Leistung/Alufelgen als in zusätzliche Sicherheit oder Umweltschutz. Oder wie in Brasilien: Er kauft einfach das günstigste Fahrzeug.
Dette 19.12.2013
3. Aus Sicherheitsgruenden...
...ich lach mich schlapp. In Brasilien!
taglöhner 19.12.2013
4. So long Buddy
Die passive Sicherheit des T3 ist legendär wegen der Holme unten. da sieht der potentielle Unfallgegner halt eher alt aus. Mag das der Grund sein? Love forever!
a.vollmer 19.12.2013
5. optional
Man muss auch bedenken, dass jetzt gebaute T3 noch bis zur Mitte des Jahrhunderts herumfahren werden, und ob sie den Anforderungen dann noch genügen? Es ist ja nicht nur der Verkauf jetzt, den der Gesetzgeber im Auge behalten muss, sondern auch der Eigentums- und Bestandsschutz, der damit verbunden ist und in die Zukunft wirkt.
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