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Protest gegen Spritpreise: Mann fackelt seinen BMW ab

Flammender Protest in Frankfurt: Aus Zorn über die hohen Spritpreise hat ein BMW-Besitzer öffentlichkeitswirksam sein Fahrzeug mit Benzin übergossen und angezündet. Der schwarze 3er brannte in einer Grünanlage nahe dem Messegelände komplett aus.

Frankfurt am Main - Auf seinen Wagen hatte der arbeitslose Mann aus Bayern mit weißer Farbe "SPRIT-WUCHER" und "BENZIN-ABZOCKE" sowie die Adresse seiner Internetseite geschrieben. Das Fahrzeug ging nahe des Frankfurter Messeturms am Freitag in Flammen auf.

Der Mann erklärte nach der Tat, sich wegen der hohen Spritpreise kein Auto mehr leisten zu können. Bis die Feuerwehr eintraf, war der Wagen völlig verkohlt. "Ich bin jetzt seit 35 Jahren hier, aber so was habe ich noch nicht erlebt", sagte Polizeisprecher Karlheinz Wagner.

Wagner sagte, die Staatsanwaltschaft prüfe nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen Umweltgesetze. Als Brandstiftung könne die Aktion offenbar nicht gelten. Allerdings muss der 30-Jährige wohl den Feuerwehreinsatz bezahlen. Den Gesamtschaden schätzte die Polizei auf etwa 10.000 Euro.

"Man könnte meinen, er sei völlig bescheuert"

Eigentlich habe der Mann seinen Protestbrand in Berlin entzünden wollen, den Weg dort hin nach eigenen Angaben aber nicht gefunden, sagte der Polizeisprecher. Ein psychologisches Gutachten des 30-Jährigen sei nicht geplant: "Er scheint völlig intakt zu sein im Oberstübchen. Man könnte ja meinen, er sei völlig bescheuert."

Auf seiner Internetseite macht der Mann, der seinen Namen mit Michael angibt, den deutschen Staat für die hohen Benzinpreise verantwortlich: "Die Ohnmacht in der sich die heutige Welt befindet ist für mich nicht mehr erträglich", heißt es auf der Webseite.

Der Aktivist gibt dort an, er habe seine Arbeit gekündigt, weil ihm 250 Euro Treibstoffkosten pro Monat für täglich 80 Kilometer Entfernung zu viel gewesen seien. Der Mann, der nach eigenen Angaben als "Cryptwalker666" auch eine MySpace-Seite unterhält, hat im Web auch seine Kontodaten veröffentlicht und bittet um Spenden "Die Strafe die man mir ans Bein nagelt, werde ich nie bezahlen können, aber das ist es mir Wert, meine Mitmenschen sind mir das Wert", heißt es.

Bislang war der Benzinpreisaktivist bei der Polizei unbekannt - "ein völlig unbescholtener Bürger", so Wagner. Auch arbeitslos sei der 30-Jährige nach eigenen Angaben erst seit weniger als einem Monat. Im Laufe des Tages soll er wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

hil/AP

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Feuriger Protest: BMW in Flammen

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