VW E-Bugster: Ein Show-Star macht auf Serienheld

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E-Bugster: VW lässt seinen Show-Star von der Leine Fotos
Ingo Barenschee

Sexy ist er, der E-Bugster. Trotzdem wird dieser Prototyp von Volkswagen so rasch nicht in Masse produziert werden. Form und Technik der flotten Beetle-Studie haben allerdings gute Aussicht auf eine Serienfertigung.

Noch keinen Meter gefahren und schon ein Meilen-Millionär: Kaum ein VW ist in den vergangenen Monaten so weit herum gekommen wie dieser weiße VW Beetle mit dem E-Bugster-Schriftzug auf dem Heck. In Wolfsburg von Hand gefertigt, wurde das Auto im Januar 2012 in Detroit zum ersten Mal präsentiert, ehe es im April zur Motorshow nach Peking reiste. Der offene Zweisitzer hat also schon die halbe Welt gesehen, als er jetzt in Kalifornien aus einem leuchtend orangefarbenen Truck gerollt wird und endlich Asphalt statt Messeteppich unter die Räder bekommt.

In Pebble Beach, wo sonst vor allem Golf-Karren übers Gras surren, soll der E-Bugster erstmals aus eigener Kraft fahren. Das passt - denn wie die Golfwägelchen fährt auch der E-Bugster elektrisch.

In dem Neo-Käfer steckt ein Golf-Motor

Obwohl das Auto ein Prototyp ist, macht es bei der Jungfernfahrt einen ordentlichen Eindruck. Kein Wunder, denn den Elektroantrieb unter der schmucken Hülle hat Projektleiter Dzemal Sjenar aus der VW-Golf-Entwicklung ausgeliehen. Im kommenden Golf nämlich soll das Paket aus einer 115 PS starken E-Maschine und einem 28,3 Kilowattstunden großen Akku in weniger als zwei Jahren in Serie gehen.

Von einem echten Härtetest kann an der US-Westküste allerdings nicht die Rede sein: Mehr als 40 km/h wollen die Entwickler dem E-Bugster auf seinen 20-Zoll-Felgen nicht zumuten. Noch ist er ganz der Show-Star von Detroit und Peking und kann die rund 135 km/h Höchstgeschwindigkeit ebenso wenig unter Beweis stellen wie die 10,8 Sekunden für den Spurt von 0 auf Tempo 100.

Aber keine Frage, das Auto macht Lust auf schnelleres Tempo. "California, here we come", möchte man rufen und vom 17-Mile-Drive am liebsten gleich auf den Highway Number One abbiegen. Nach 180 Kilometern wäre der Road-Trip dann allerdings auch schon wieder vorerst zu Ende und der Bugster reif für die Steckdose. An einer Schnellladesäule, so verspricht es der Hersteller, lasse sich das E-Mobil aber innerhalb von einer Stunde vollzapfen.

Der Bugster könnte gebaut werden

Im offenen E-Bugster wächst unter der Sonne Kaliforniens derweil die Vorfreude auf den Beetle Cabrio. Der, so die Planungen bei VW, soll Ende des Jahres bei den Händlern stehen. "Dann allerdings mit vier Sitzen und mit Stoffverdeck", sagt Projektleiter Sjenar. Er kann es sich dann doch nicht verkneifen, ein "erstmal zumindest" hinterher zu schieben.

Über den Bugster, den gechoppten Beetle als zweisitzigen Retro-Roadster, scheint in Wolfsburg also ernsthaft nachgedacht zu werden. Entschieden sei allerdings noch nichts. Wohl aber wäre alles dafür vorbereitet. "Nicht umsonst haben wir im Bugster 90 Prozent Gleichteile mit dem kommenden Beetle Cabrio", sagt Sjenar. Sein Fazit: "Da müsste doch ein sportlicher Zweisitzer irgendwie zu machen sein." Dann sicher auch mit Geschwindigkeiten jenseits von 40 Sachen.

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1. Sexy, aber mit dem falschen Motor
Hugh 26.07.2012
Zitat von sysopSexy ist er, der E-Bugster. Trotzdem wird dieser Prototyp von Volkswagen so rasch nicht in Masse produziert werden. Form und Technik der flotten Beetle-Studie haben allerdings gute Aussicht auf eine Serienfertigung. Prototyp VW E-Bugster - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,846274,00.html)
Das richtige Auto mit dem falschen Antrieb. Würde VW dieses Auto bauen, ohne dass es alle 180 km für Stunden aufgetankt werden muss, also ohne "bleischwere" Batterien, und mit einem Verbrenner mit etwa 100 PS, dazu mit einem vernünftigen Preis, hätte VW einen aufregenden Roadster. So haben sie einen Prototyp, der wenn die Elektrohype vorbei ist, ins VW Museum wandert, als eine weitere vertane Chance. Ich kann mir vorstellen, dass man mit dem Auto herrlich über die Landstraßen bummeln kann, aber wer will denn nach spätestens 70, 80 km gezwungen sein, umzukehren, weil er sonst Gefahr läuft mit leerer Batterie liegen zu bleiben?
2. Reifengeräusche
papierloser 26.07.2012
Zitat von Bild 10: "Zisch und weg: Ein offenes Elektroauto ist ein eindrucksvolles Fahrerlebnis, denn außer den Windgeräuschen ist tatsächlich nichts zu hören im Wagen." Was ist mit den Reifen? Selbst wenn Autos an meinem Haus entlang das Gefälle runterfahren, höre ich meist nicht den Motor, aber immer die Reifen. Auch wenn ich an der Autobahn auf dem Rastplatz stehe, höre ich eher etwas, was sich wie eine Mischung aus Reifen- und Windgeräuschen plus LKW-Motoren anhört. Ansonsten: Der Wagen. Ja nett. Mit meinem Cabrio mache ich aber gern Ausflüge von 200 km und mehr. Und ich halte zwischendurch gerne an einem schönen Cafe. Die haben auf dem Lande aber gewiss keine Ladesäule.
3. Akku leer
fool_on_the_hill 26.07.2012
--- Im kommenden Golf nämlich soll das Paket aus einer 115 PS starken E-Maschine und einem 28,3 kWh großen Akku in weniger als zwei Jahren in Serie gehen. --- 115PS = 84,58 kW 28,3 kWh : 84,58 kW = 0,34 h = 20 Minuten als 10 min hin und 10 zurück wenn man es eilig hat , dann ist der akku leer.
4. Ein Spielzeug
E0Neun 26.07.2012
Ich kann mir nicht vorstellen, daß ihm in Deutschland ein großer Erfolg beschieden sein wird.
5. viel
truereader 26.07.2012
... Show und nichts dahinter. Andere Hersteller sind weiter.
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