Quadski Kröte mit High-Speed-Antrieb

Zu Wasser wie zu Lande: Das Quadski ist in beiden Elementen zu Hause. Die Kreuzung aus Wasser- und vierrädrigem Geländemotorrad ist die neueste Erfindung aus dem Hause des Amphibienfahrzeug-Entwicklers Alan Gibbs.

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Wie eine ungelenke, fette Kröte kriecht das Quadski aus dem See. Die dicken Reifen klappen unter wuchtigen Kotflügeln hervor, und dann nimmt die Kreuzung aus vierrädrigem Quad und Jetski Fahrt auf. Und zwar ordentlich, wie das Werbevideo zeigt – denn der Prototyp des dritten Amphibienfahrzeugs aus dem Hause Alan Gibbs kann sowohl an Land als auch im Wasser bis zu 72 km/h schnell werden, gab der Hersteller bekannt.

Nach dem eleganten Aquada, dem nach Herstellerangaben schnellsten Amphibienauto der Welt, und seiner Geländewagen-Variation, dem kastigen Humdinga, hat die Gibbs Technologies im britischen Nuneaton ein drittes Zwitterauto vorgestellt. Auch in dem kompakte Quadski kommt die patentierte Hochgeschwindigkeits-Amphibien (HSA)-Technik zum Einsatz.

Wer mit dröhnendem Wasserstrahlantrieb über die Wellen hüpfen will, den soll der 140 PS starke Benzinmotor zwei Stunden lang auf dem Wasser tragen. Wer die Reichweite des Geländefahrzeugs über Stock und Stein testen will, kommt laut Gibbs rund 600 Kilometer weit. Die Verwandlung von Gelände- in Wassermotorrad auf Knopfdruck soll gerade einmal fünf Sekunden dauern.

Zwar wirkt das Quadski auf den ersten Blick wie ein reines Funmobil, doch der Neuseeländer Gibbs will seine Erfindung nicht nur als Freizeit-Gefährt verstanden wissen: "Quadski ist beides: aufregend und praktisch mit einer Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten." Er ist sich sicher: Die Kunden werden den Fahrspaß zu Wasser und Land lieben. Aber es gebe auch "einen sehr seriösen Aspekt: Rettungskräfte können zu Menschen an Orten vordringen, die kein zwei- oder vierrädriges Fahrzeug erreichen kann".

Der Ingenieur Gibbs hat erheblichen Anteil am Comeback der Amphibienfahrzeuge. Seit drei Jahren produziert er den Sportwagen Aquada in Serie. Der Dreisitzer, der Ähnlichkeit mit dem Mazda-Roadster MX-5 hat, erreicht mit seinem 175 PS starken Sechszylinder-Motor an Land bis zu 160 km/h und machte Schluss mit dem mühsamen Gegurke von Schwimmfahrzeugen über Straßen. Er wird für Preise ab 200.000 Euro angeboten.

Im Wasser ist der Aquada sogar Rekordhalter: Der Virgin-Chef und Milliardär Richard Branson überquerte 2004 in nur 90 Minuten den Ärmelkanal von Dover nach Calais - die schnellste Zeit, die ein Amphibienfahrzeug erreicht hat. Die HSA-Technik setzte Gibbs Technologies auch bei der Geländewagenstudie Humdinga ein, die mit ihren 350 PS bis zu fünf Personen und eine Zuladung von 2000 Kilogramm über Stock, Stein und Wellen transportieren kann.



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