Elektromobilität in Deutschland: Ramsauer glaubt an die Million

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E-Mobile: Ramsauer bleibt bei seiner Million

Ramsauer will Millionär bleiben: Obwohl Experten skeptisch sind, ob bis 2020 wirklich eine Million E-Mobile auf deutschen Straßen fahren, bekräftigte der Bundesverkehrminister sein Vorhaben gegenüber einem Fachblatt. Zwei Vergünstigungen sollen dabei helfen.

Hamburg: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hält am Ziel von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 in Deutschland fest. "Ich rechne mit einem Hochlauf des Marktes ab dem Jahr 2015, dann werden wir bei der Elektromobilität in Richtung Massenmarkt gehen. Mein Ziel, bis 2020 eine Million zu erreichen, verliere ich nicht aus den Augen", sagte er dem Hamburger Energiefachblatt "EID" vom Freitag.

Der Verkehrsminister widerspricht damit Prognosen, die das vom Ministerium ausgegebene Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahre 2020 als nicht erreichbar eingestuft hatten. Selbst die von der Regierung mitinitiierte Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ging in ihrem letzten Bericht davon aus, dass ohne weitere Förderung bis zum Jahre 2020 höchstens 600.000 Elektromobile über deutsche Straßen rollen.

Doch gegen die von der NPE geforderte direkte Subvention, wie sie beispielsweise in den USA oder Japan praktiziert wird, wo der Kauf eines E-Mobils mit bis zu 9500 Euro gefördert wird, wehrt sich Ramsauer vehement. "Es wird keine Kaufprämie geben", erklärte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage.

Steuererleichterungen ja, Kaufprämie nein

Dem "anspruchsvollen Ziel", so die Sprachregelung des Ministeriums, wolle man sich anders nähern: "Mit den Vergünstigungen bei der Kfz-Steuer und der Dienstwagenbesteuerung sind wir gerade dabei, die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs deutlich günstiger zu gestalten", erklärte der Minister dem Fachblatt "EID".

Dabei wird die Erhöhung der Steuerbefreiung von fünf auf zehn Jahre schon länger diskutiert. Neu ist der Vorschlag, bei der Berechnung des geldwerten Vorteils bei elektrifizierten Dienstwagen die Kosten der Batterie aus dem Kaufpreis herauszurechnen.

Bislang sind die Stromspeicher nämlich für die teilweise deutlich höheren Anschaffungskosten der Elektromobile im Vergleich zu herkömmlich motorisierten Fahrzeugen verantwortlich. Und da sich die Berechnung des geldwerten Vorteils nach dem Neupreis richtet, sind Fahrer von elektrischen Dienstwagen hier klar im Nachteil. Beide Vergünstigungen sind Bestandteil des Jahressteuergesetzes 2013, das noch den Bundestag passieren muss.

Ob diese beiden Maßnahmen allein reichen, um die Elektromobilität in Deutschland anzukurbeln, bleibt fraglich. Bislang sind in Deutschland insgesamt 5700 Elektroautos zugelassen. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2012 wurden laut Angaben des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen lediglich 1478 elektrisch betriebene Fahrzeuge zugelassen, davon entfielen nur 681 Autos auf Privatleute, Unternehmen und Vermieter.

Der Rest wanderte zu Behörden oder Unternehmen wie der Deutschen Bahn. Die öffentliche Hand sieht das Ministerium, so der Sprecher des Ministeriums, inzwischen auch "in einer Vorreiterrolle". Gleichzeitig aber habe sich an der Grundhaltung, dass "Elektroautos aus sich heraus so attraktiv sein müssen, dass sie gekauft werden, nichts geändert".

Genau das aber werden sie voraussichtlich auf absehbare Zeit wegen der vergleichsweise geringen Reichweite und der hohen Kosten für die Akkus nicht sein. Deswegen müsste es eigentlich andere Anreize geben, so wie Beispielsweise kostenloses Parken für Elektromobile oder Nutzungsrecht für Busspuren in den Städten. Derartige Dinge, so heißt es aus dem Ministerium, "werden aktuell in den Schaufenstern Elektromobilität in vier Regionen erprobt." Konkret geplant ist aber noch nichts.

mhe/dapd

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insgesamt 116 Beiträge
Blaufrosch 03.08.2012
Herr Ramsauer glaubt auch, dass in Bayern noch ein König regiert...
Herr Ramsauer glaubt auch, dass in Bayern noch ein König regiert...
Plasmabruzzler 03.08.2012
Ob Vergünstigung oder nicht, ob Öko oder nicht, ich erlaube mir eine andere Frage: Wo und wie sollen 1 Mio. Elektroautos "getankt" werden? Das können doch nur die Menschen, die eine abschließbare Garage mit [...]
Zitat von sysopRamsauer will Millionär bleiben: Obwohl Experten skeptisch sind, ob bis 2020 wirklich eine Million E-Mobile auf deutschen Straßen fahren, bekräftigte der Bundesverkehrminister sein Vorhaben gegenüber einem Fachblatt. Zwei Vergünstigungen sollen dabei helfen. Ramsauer und die Million Elektroautos: Es bleibt dabei - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,848090,00.html)
Ob Vergünstigung oder nicht, ob Öko oder nicht, ich erlaube mir eine andere Frage: Wo und wie sollen 1 Mio. Elektroautos "getankt" werden? Das können doch nur die Menschen, die eine abschließbare Garage mit entsprechendem Stromanschluss haben. Eine Tankfüllung für ein Fahrzeug mit fossilem Energieträger dauert ein paar Minuten, die Füllung eines Akkus dauert mehrere Stunden. Ergo bietet sich die Ladung nachts an, wenn man für gewöhnlich nicht fährt. Man wäre doch des Wahnsinns fette Beute, würde man ein x-beliebig langes Kabel übern Balkon auf die Straße legen und Gefahr laufen, jemand stolpert über jenes Kabel (vorausgesetzt, das Auto steht auf der Straße so nah zum Haus). Oder jemand zieht den Stecker aus dem Auto. Oder es regnet, der Stecker wird nass und man bekommt einen elektrischen Schlag bei Berührung des Steckers (okay, das mag beherrschbar sein). Besonders abenteuerlich stelle ich mir dieses Szenario an einem Plattenbau vor. Ich sehe es so, dass Elektroautos nur was für gutbetuchte Menschen sind, die sich diesen Luxus (man schaue einmal auf die Preise für E-Fahrzeuge) nebenher leisten können, um einfach dem Zeitgeist zu folgen.
lemongras 03.08.2012
sonst wäre er in der CSU in der falschen Partei.
sonst wäre er in der CSU in der falschen Partei.
Privatier 03.08.2012
Stellen Sie ihnen zeitlich unbegrenzt Strom zur Verfügung, dessen Preis nicht von irrwitzigen Deutschen Sonderabgaben und hemmungslosen EEG-Subventionsabzockern in unkalkulierbare Höhen getrieben wird. Sobald es so möglich [...]
Zitat von sysopRamsauer will Millionär bleiben: Obwohl Experten skeptisch sind, ob bis 2020 wirklich eine Million E-Mobile auf deutschen Straßen fahren, bekräftigte der Bundesverkehrminister sein Vorhaben gegenüber einem Fachblatt. Zwei Vergünstigungen sollen dabei helfen. Ramsauer und die Million Elektroautos: Es bleibt dabei - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,848090,00.html)
Stellen Sie ihnen zeitlich unbegrenzt Strom zur Verfügung, dessen Preis nicht von irrwitzigen Deutschen Sonderabgaben und hemmungslosen EEG-Subventionsabzockern in unkalkulierbare Höhen getrieben wird. Sobald es so möglich ist, den eigenen Haushalt wieder mit Stromkosten auf vergleichbarem Niveau uns umgebender Nachbarländer zu betreiben, werden die Akku-Kosten schnell zum leicht finanzierbaren Schlüssel, elektrische Energie wieder zu einem gerechten Preis beziehen zu können.
xysvenxy 03.08.2012
Ich denke sobald die Reichweite von Elektrofahrzeugen ein kritisches Maß übersteigen wird (200km?) wird auch der Absatz von solchen Fahrzeugen massiv steigen. Allerdings bräuchten selbst dann die Autos noch einen Range Extender um [...]
Ich denke sobald die Reichweite von Elektrofahrzeugen ein kritisches Maß übersteigen wird (200km?) wird auch der Absatz von solchen Fahrzeugen massiv steigen. Allerdings bräuchten selbst dann die Autos noch einen Range Extender um alltagstauglich zu sein. Ich hab schon mit einem e-Renault geliebäugelt. Er hätte für mich eine ausreichende Reichweite wenn es nur um die täglichen Wege ginge - aber wenn es mal etwas mehr sein muss ginge es wieder nicht.
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  • Freitag, 03.08.2012 – 14:34 Uhr
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Die Schaufenster-Regionen
Die Förderung sogenannter Schaufensterregionen geht auf eine Anregung der Nationalen Plattform Elektromobilität zurück. Ziel ist es, die breite Palette möglicher Anwendungen aufzuzeigen und Erkenntnisse darüber zu sammeln, wie sich die Technologie im Alltag bewährt. Von 23 Bewerberregionen wählten die zuständigen vier Bundesministerien schließlich vier Regionen aus.

  • Berlin-Brandenburg: Mehr als 250 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Verbände und öffentliche Einrichtungen, koordiniert von der eMO Berliner Agentur für Elektromobilitätwollen bis 2015 rund 3800 elektrische Pkw auf die Straße bringen. Der Strom dafür soll ausschließlich aus erneuerbaren Quellen kommen. außerdem ist ein integriertes Verkehrs-/Energiesystem geplant, mit Mobilitätsangeboten, stadt- und regionalplanerischen Ansätzen und Energiespeicherkonzepten. Der Fuhrpark des Landes soll mit 200 E-Fahrzeuge ergänzt werden, und ein dichtes Netzwerk von 3400 Ladestationen soll seine Alltagstauglichkeit beweisen.

  • Niedersachsen: Hier haben sich mehr als 200 Partner aus der Automobil- und Energiebranche - darunter Volkswagen, JohnsonControls, Continental AG - und zwölf wissenschaftliche Einrichtungen, Kammern, Verbände und 13 Kommunen zusammengeschlossen, um die Elektromobilität in 37 Projekten voranzutreiben.Geplant ist der Aufbau einer Infrasturktur und Praxistests, wie sich Elektrofahrzeuge mit Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs verbinden lassen. Darüber hinaus gibt es Angebote an Flottenbetreiber, Pendler und Carsharing-Dienste.

  • Baden-Württemberg: Hier wollen rund 120 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand 41 ineinandergreifende Projekte realisieren. Neben Audi, Bosch, Daimler, Deutsche Bahn, EnBW, und Porsche sind viele kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen und Stadtwerke beteiligt. Die Region verspricht 3000 Elektrofahrzeuge bis 2015, will den Strukturwandel der Automobilregion in Richtung Elektromobilität vorantreiben und Elektromobilität in intermodalen Ketten mit E-Leihfahrzeugen, Hybridbussen und Bahnen für möglichst viele Menschen erfahrbar machen. Gefördert werden sollen auch der grenzüberschreitende Pendlerverkehr Richtung Elsass, Tourismusprojekte und die Entwicklung konkreter Konzepte zur Integration in Stadt- und Verkehrsplanung - etwa mit Plus-Energiehäusern, Ausbau von Smart Grid- und Ladeinfrastruktur.

Bayern-Sachsen: Auch in dieser Region haben sich Kommunen mit Partnern aus Industrie und Forschung zusammengeschlossen. Sie versprechen 250.000 Elektroautos bis 2020 und wollen die Langstreckentauglichkeit der Elektromobilität austesten. Dazu sollen Schnellladestationen im Abstand von 90 km entlang der A9 zwischen München und Leipzig entstehen. Die Fördermittel sollen zu annähernd gleichen Teilen auf Elektro- und Verkehrstechnologie, Ausbildung und Fahrzeugentwicklung verteilt werden. Zum Programm gehört auch der Aufbau intermodaler Angebote mit Nahverkehr und Bahn.

Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Roadster, Chevy Volt/Opel Ampera, Think City


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