Renault Altica Wer denkt da noch an Vans?

Zwei Türen wie ein Coupé, das Heck aber groß und variabel wie bei einem Kombi - dieser neuen Klasse der sogenannten Sportkombis scheinen viele Hersteller eine große Zukunft zu geben. Renault zeigt mit der Studie Altica, wie die aussehen könnte.


Audi fährt mit dem A3 Sportback in diese Richtung, Volvo wird den kommenden C30 so positionieren, und beim Genfer Salon (2. bis 12. März) zeigt Renault, wie man sich einen Sportkombi für die Zukunft vorstellen könnte. Das Auto streckt sich auf 4,27 Meter, duckt sich 1,36 Meter flach über den Asphalt, zeigt eine flüssig geschwungene Karosserie und fällt unter anderem durch keck modellierte LED-Scheinwerfer, zwei große Flügeltüren und erstaunliche Mosaikfenster in den C-Säulen auf. Weil das Dach des Konzeptautos transparent ist und die Frontscheibe sich bis in die Flanken biegt, herrscht im Auto eine luftig-helle Atmosphäre.

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Renault Altica: Kombi der Zukunft

Vor allem aber sieht der Altica innen futuristisch und minimalistisch zugleich aus. Ein paar Beispiele. Die vier Einzelsitze sind fest installiert, wobei die beiden hinteren Plätze vollständig in den Fahrzeugboden geklappt werden können, was die Ladekapazität erhöht, doch dazu später mehr. Weil die vorderen Sitze starr verschraubt sind, kann der Fahrer sowohl die Pedale als auch den Instrumententräger nach Gusto elektrisch verstellen.

Das Cockpit wiederum ist - da gönnten sich die Designer einen kleinen Seitenblick zu den Kollegen aus der Formel 1 - an vier Armen aufgehängt, was die ganze Konstruktion sehr filigran und technisch erscheinen lässt. Die Anzeigeninstrumente selbst erinnern an einen detailreich ausgestatteten Science-Fiction-Film. Der Beifahrer wiederum darf sich über ein muschelförmig auf ihn zukommendes Handschuhfach freuen. Weitere Staufächer gibt es in den Armlehnen und unter dem Ladeboden im Heck.

Für Sportgeräte, Taschen oder Kleinkram ist also reichlich Platz an Bord des Altica, zumal bei umgelegten Rücksitzen das Kofferraumvolumen 1300 Liter beträgt. Von außen sieht das verlängerte Heck mit den ungewöhnlichen Seitenscheiben aus wie ein gechoppter Kleintransporter. Das liegt unter anderem an der Linienführung der Karosserie, deren Schwünge vorn sehr weich und schnittig beginnen, nach hinten hin aber kantiger und schärfer werden. Zum wuchtigen Gesamteindruck der Studie tragen natürlich auch die sehr großen 21-Zoll-Leichtmetallräder bei.

Neuer Dieselmotor plus neues Aerodynamik-System

Unter der Motorhaube der Studie steckt ein komplett von den Allianzpartnern Nissan und Renault entwickelter Dieselmotor. Der 2-Liter-Turbodiesel mit Vierventiltechnik und Rußpartikelfilter leistet 177 PS und stemmt 380 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. So gerüstet bringt die Maschine das Auto in 7,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Der Gesamtverbrauch liegt nach Renault-Angaben bei lediglich 5,3 Liter Dieselkraftstoff je 100 Kilometer. Falls sich dieser Wert bis zu einer eventuellen Serienfertigung eines Sportkombis erhalten ließe, wäre das ein erfreulicher Fortschritt.

Möglich wird das auch für eine Innovation, die erstmals beim Altica zum Einsatz kommt und die Renault auch gleich zum Patent angemeldet hat. "Active Synthetic Jet System" heißt die Technik, die aus einer Mechanik besteht, die unterschiedliche Luftströme abwechselnd durch einen zwei Millimeter breiten Schlitz leitet. Der Effekt dieses scheinbar minimalen Eingriffs in die Aerodynamik des Altica: Bei Tempo 130 wird der Luftwiderstand um 15 Prozent vermindert, was erheblich zur Kraftstoffeinsparung beiträgt. Wobei die die Steuerung Mechanik lediglich zehn Watt Leistung benötigt.



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