Kooperation in China Renault und Dongfeng gründen Allianz

Schon länger ist die Allianz geplant, nun ist sie unter Dach und Fach: Der französische Autobauer Renault und der chinesische Dongfeng-Konzern gründen ein Gemeinschaftsunternehmen. Die gemeinsame Produktion soll sich zunächst auf ein Segment konzentrieren, das besonders angesagt ist.

Renault-Chef Ghosn und Dongfeng-Boss Xu Ping: Gemeinsame Fabrik in Wuhan
REUTERS

Renault-Chef Ghosn und Dongfeng-Boss Xu Ping: Gemeinsame Fabrik in Wuhan


Paris/Wuhan - Als letzter großer europäischer Hersteller startet Renault eine lokale Autoproduktion in China. Zusammen mit dem zweitgrößten dortigen Autobauer Dongfeng investieren die Franzosen 870 Millionen Euro und ziehen in Wuhan, in der zentralchinesischen Provinz Hubei, eine Fabrik hoch. Ab dem Jahr 2016 sollen dort zunächst 150.000 Autos vom Band rollen. Später könne die Kapazität verdoppelt werden. Am Montag hoben Renault-Boss Carlos Ghosn und Dongfeng-Chef Xu Ping das entsprechende Gemeinschaftsunternehmen offiziell aus der Taufe.

Für Renault ist es die erste gemeinsame Produktion auf dem weltgrößten Automarkt - bislang hatte der Konzern dort nur importierte Autos verkauft. Das Unternehmen ist damit der letzte der großen europäischen Autobauer, der den großen Sprung nach China wagt. Rivalen wie Volkswagen oder die Oberklassehersteller Daimler und BMW gleichen in China schon länger die schrumpfende Nachfrage auf dem europäischen Markt aus.

Renault-Chef Carlos Ghosn sprach von einer "strategischen Annäherung". Dongfeng habe eine "unvergleichliche Kenntnis vom chinesischen Markt" und werde Renault dabei helfen, "neue Grenzen zu erkunden". Er betonte, in China gebe es "das größte Wachstumspotenzial" im Automobilsektor weltweit.

Begehrter Partner aus China

In dem Gemeinschaftsunternehmen wollen Renault und Dongfeng zunächst vor allem SUV bauen, langfristig sollen dort aber auch Hybrid- und Elektroautos vom Band laufen. Laut "Financial Times" will sich Renault in China als bezahlbare Oberklasse-Marke etablieren.

Beide Konzerne halten 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, die Investitionskosten betragen 932 Millionen Euro. Die chinesischen Behörden hatten Anfang Dezember grünes Licht für das seit langer Zeit geplante Gemeinschaftsunternehmen gegeben.

Chinas zweitgrößter Autobauer Dongfeng ("Ostwind") arbeitet bereits mit anderen Autoherstellern zusammen, etwa mit dem Renault-Wettbewerber PSA Peugeot Citroën, mit Honda und dem Renault-Partner Nissan aus Japan. Dongfeng dürfte zudem bald bei Peugeot Citroën einsteigen, entsprechende Gespräche gab PSA vergangene Woche bekannt.

cst/AFP/dpa



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