Rettungskarte per QR-Code Scannen für mehr Sicherheit

Bei einem schweren Autounfall zählt jede Sekunde. Damit die Handgriffe der Helfer exakt sitzen, gibt es seit 2007 sogenannte Rettungskarten - für Mercedes und Smart sind diese erstmals auch per QR-Code abrufbar.

Daimler

Besitzer von Fahrzeugen der Marken Mercedes und Smart ab dem Baujahr 1990 können ihren Wagen ab sofort mit kostenlosen Sicherheits-Aufklebern ausstatten, die es in den Werkstätten der Marken gibt. Auf die kleinen Sticker aufgedruckt ist ein spezielles Schwarzweißmuster, ein sogenannter QR-Code (QR steht für quick response), der sich mit einem Smartphone oder einem Tablet-Computer scannen lässt. Dann wiederum wird auf dem Bildschirm des Geräts unmittelbar die für den jeweiligen Fahrzeugtyp passende Rettungskarte angezeigt.

Die Karte informiert Rettungskräfte auf einen Blick über die Position von Autobatterie, stromführenden Kabeln, Gaspatronen für die Airbags und auch jene Stellen der Karosserie, an denen sich die Helfer mit Schneid- oder Stemmgeräten am schnellsten Zugang zum Innenraum verschaffen können. Kurz gesagt: Eine Rettungskarte kann die Hilfe für Verletzte im Wagen erheblich beschleunigen und die Sicherheit von Insassen und Rettern während der Bergungsaktion deutlich erhöhen.

Bald gibt es auch eine App für die Rettungskarten

Bei allen Neuwagen der Marken Mercedes und Smart sind die QR-Codes für die Rettungskarten seit Jahrebeginn serienmäßig aufgeklebt - und zwar an der Innenseite des Tankdeckels und im Bereich der gegenüberliegenden B-Säule. Um sich eine Rettungskarte per QR-Code anzeigen zu lassen, ist aktuell noch eine Internetverbindung nötig. Ab Mitte 2014 soll es nach Angaben von Mercedes eine App für den Offline-Zugriff auf diese Daten geben.

Die QR-Codes für Mercedes- und Smart-Modelle ergänzen ein herstellerübergreifendes System, das seit Februar vergangenen Jahres in Betrieb ist. Seither nämlich sind die Zentralen Leitstellen für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst berechtigt, mit Hilfe des Kfz-Kennzeichens alle für Rettungskräfte relevanten Informationen direkt aus dem Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg abzurufen.

dpa/jüp

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dango 07.01.2014
1. Theorie
Zitat von sysopDaimlerBei einem schweren Autounfall zählt jede Sekunde. Damit die Handgriffe der Helfer exakt sitzen, gibt es seit 2007 so genannte Rettungskarten - für Mercedes und Smart sind diese erstmals auch per QR-Code abrufbar. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/rettungskarte-per-qr-code-ein-aufkleber-fuer-mehr-sicherheit-a-942264.html
Schöne Idee. Aber in meinen Augen pure Theorie. Als freiwilliger Feuerwehrmann war ich gelegentlich nach Verkehrsunfällen an Einsatzstellen und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Einsatzleiter oder der Angriffstrupp dort während eines Einsatzes, bei dem vermutlich akut Menschenleben in Gefahr sind (sonst müsste man das Fahrzeug nicht auseinandernehmen), ggf. noch nachts, bei Regen und in einem entlegenen Waldstück, ein Smartphone aus der Tasche fummelt, hoffentlich eine Internetverbindung hat und dann auf dem kleinen Display in der Rettungskarte rumzoomt. Deswegen: Lieber den bisherigen Rat beibehalten, die richtige Rettungskarte ausdrucken und unter der Sonnenblende deponieren !! Wenn DAS gleich die Hersteller serienmäßig machen würden, wäre es sinnvoller.
maledicto 07.01.2014
2.
Zitat von dangoSchöne Idee. Aber in meinen Augen pure Theorie. Als freiwilliger Feuerwehrmann war ich gelegentlich nach Verkehrsunfällen an Einsatzstellen und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Einsatzleiter oder der Angriffstrupp dort während eines Einsatzes, bei dem vermutlich akut Menschenleben in Gefahr sind (sonst müsste man das Fahrzeug nicht auseinandernehmen), ggf. noch nachts, bei Regen und in einem entlegenen Waldstück, ein Smartphone aus der Tasche fummelt, hoffentlich eine Internetverbindung hat und dann auf dem kleinen Display in der Rettungskarte rumzoomt. Deswegen: Lieber den bisherigen Rat beibehalten, die richtige Rettungskarte ausdrucken und unter der Sonnenblende deponieren !! Wenn DAS gleich die Hersteller serienmäßig machen würden, wäre es sinnvoller.
Genau. Denn fast alle Unfälle passieren Nachts bei Regen in entlegenen Waldstücken fernab jeglicher Zivilisation. Und ich Dummerchen dachte dabei immer an Autobahnen *kopfschüttel*
birnstein 07.01.2014
3. Beides zusammen ist ideal
Wenn die Karte hinter der Sonnenblende durch den Unfall nicht erreichbar ist, ist der QR-Code als zusätzliche Möglichkeit doch nicht verkehrt. Er ersetzt die Karte nicht, sondern ergänzt sie. Besser als keine Info ist es allemal.
retourenpaket 07.01.2014
4. Schöne Theorie
Ist die Rettungskarte nicht allgemein nur eine gutgemeinte Theorie? Dass die Feuerwehr, wenn es um Sekunden geht, ersteinmal mit dem Smartphone hantiert ist absurd. Ähnlich unpraktisch ist doch aber auch die Rettungskarte unter der Sonnenblende. Wer birgt erst die Rettungkarte und dann die Unfallopfer? Halten Sie das für realistisch? Haben Sie damit Erfahrung? Würde mich über Ihre Einschätzung freuen. Dank & Grüße
Bananenblatt 07.01.2014
5. High-Tech <---> Low-Tech???
Zitat von birnsteinWenn die Karte hinter der Sonnenblende durch den Unfall nicht erreichbar ist, ist der QR-Code als zusätzliche Möglichkeit doch nicht verkehrt. Er ersetzt die Karte nicht, sondern ergänzt sie. Besser als keine Info ist es allemal.
Dango hat recht: Naja... aber der QR-Code funktioniert nur bei Mercedes und Smart, und nur ab Bj 1990 (OK, das sind wohl die meisten) und nur wenn die Einsatzkräfte vor Ort ein Smartphone mit der entsprechenden App haben, und b.a.w. nur bei einer funktionierenden Internetverbindung. Und wenn irgendein SCH... dazwischenkommt, klappt's auch wieder nicht. Gerade für Sicherheit und Notfälle wünsche ich mir Low-Tech-Lösungen, bei denen möglichst wenig schiefgehen kann. Der Vorschlag von Dango, die Karten einfach mit auszuliefern, zeigt, dass es einfache Möglichkeiten gibt, die noch nicht ausgeschöpft sind. Die Aktion ist nur für die Galerie, es geht viel mehr ums Angeben als um tatsächlichen Mehrwert.
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