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04. April 2003, 17:49 Uhr

Richtig wechseln

Auf den Dreh kommt es an

Der Winter ist vorbei. Jetzt können die Sommerreifen wieder drauf. Vorausgesetzt der Wagen hat keine pannenfreien Rad-Reifen-Systeme, die nur mit speziellem Werkzeug gewechselt werden können, ist der Austausch nicht schwierig, wenn man die unten aufgeführten Regeln beachtet.

Reifenwechsel: Die Montage der Sommerreifen ist ganz einfach, wenn man einige Tipps beachtet
DDP

Reifenwechsel: Die Montage der Sommerreifen ist ganz einfach, wenn man einige Tipps beachtet

Wichtig ist, dass der Reifenwechsel auf einer festen, gerade Fläche mit ausreichender Standsicherheit für das Auto vorgenommen wird. Ungeeignet sind beispielsweise Kopfsteinpflaster, Schotter oder Rasen. Das Werkzeug sollte griffbereit liegen. Dazu gehören mindestens ein Wagenheber, ein Radkreuz (zur Not geht auch der mitgelieferte Radschlüssel) sowie ein Schraubendreher, um die Radkappen zu entfernen. Nicht notwendig, aber sinnvoll sind darüber hinaus Standböcke und Drehmomentschlüssel.

Es kann also losgehen. Zuerst die Handbremse anziehen und einen Gang einlegen. Nun mit dem Radkreuz die Schrauben etwas lockern. Wenn möglich mit dem Fuß nachhelfen, das schont den Rücken. Die Radschrauben so nur ein bis zwei Umdrehungen lösen, bis sie ganz einfach zu drehen sind.

Anschließend den Wagen mit dem Wagenheber aufbocken. Nicht jede Stelle des Unterbodens ist dafür geeignet, das Gewicht des Wagens zu tragen. In der Nähe des Vorder- und Hinterreifens gibt es verstärkte Stellen, die man gut erkennen kann. In der Bedienungsanleitung sind diese Punkte in jedem Fall gekennzeichnet. Eventuell noch ein Holzstück auf den Teller des Wagenhebers legen, um die Gewichtsverteilung zu verbessern. Den Wagen nun leicht anheben, dann nachprüfen, ob der Wagenheber justiert ist. Wenn vorhanden, die Standböcke unterschieben. Nun die Radmuttern komplett lösen. Das Rad vorsichtig abnehmen und mit Kreide markieren (VL= vorne links usw.).

Beim zu wechselnden Reifen gegebenenfalls auf eine feste Laufrichtung achten. Dies wird durch einen Pfeil auf dem Reifen kenntlich gemacht. Den Reifen nun so an die Radnabe aufsetzen, dass die Gewinde für die Radschrauben zu sehen sind. Diese mit der Hand ansetzen und ein paar Umdrehungen eindrehen. Wenn großer Widerstand zu spüren ist, ist die Schraube wahrscheinlich schief angesetzt. Falls nicht, ist entweder die Radschraube kaputt oder/und das Gewinde. Da kann dann nur noch die Werkstatt helfen.

Wenn die Schrauben angesetzt und per Hand angezogen sind, vorsichtig mit dem Radkreuz über Kreuz festziehen. Keinesfalls mit Gewalt. Auch nicht direkt die Schrauben ganz zudrehen, immer nur so weit, wie es ohne Probleme geht. Danach das Auto vorsichtig ablassen. Jetzt erst die Schrauben über Kreuz ganz fest drehen. Wer einen Drehmomentschlüssel zur Hand hat, sollte ihn auf 110 Newtonmeter einstellen. Notfalls in der Bedienungsanleitung nachsehen, ob ein anderer Wert angegeben ist.

Jetzt wieder über Kreuz die Schrauben anziehen. Wenn der Drehmomentschlüssel "knackt", ist der eingestellte Wert erreicht. Das Procedere mit den drei anderen Rädern wiederholen. Sind alle Räder gewechselt, sollte unbedingt der Luftdruck überprüft werden. Auch eine Probefahrt ist sinnvoll. Am besten auf einer geraden, möglichst sauberen und trockenen Strecke. Man sollte keinerlei Geräusche von den Reifen (außer dem Abrollgeräusch, was bei Winterreifen etwas lauter ist) hören. Bei langsamer Fahrt das Lenkrad für einen Moment loslassen und auf die Bremse treten. Das Auto sollte gerade abbremsen. Zieht der Wagen bei wiederholtem Bremsen in die gleiche Richtung, sollte eine Werkstatt aufgesucht werden. Auf jeden Fall nach 50 Kilometer die Radschrauben noch einmal kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen.

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