Riesen-LKW Tiefensee gegen Gigaliner auf deutschen Straßen

Wolfgang Tiefensee hat der Zulassung superschwerer Lkw eine Absage erteilt. Sogenannte Gigaliner, die bis zu 60 Tonnen wiegen können, will der Bundesverkehrsminister nicht auf deutschen Straßen sehen. Die überlangen Straßen-Züge gelten als umweltpolitisch untragbar.


Berlin - Bis zu 60 Tonnen schwer, mehr als 25 Meter lang, 33 Liter auf hundert Kilometer - die sogenannten Gigaliner wären gewaltige Fremdkörper auf deutschen Autobahnen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee will die Straßen-Monster nicht über deutschen Asphalt rollen sehen - aber weniger aus Sicherheits- denn aus umweltpolitischen Gründen.

Die Monster-Laster hätten Expertisen zufolge "negative Folgen für den Straßen- und Güterverkehr und sollten deshalb nicht eingeführt werden", sagte Tiefensee der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch gegenüber den mit einem Gewicht von an die 40 Tonnen etwas leichteren überlangen Lkw hege er "große Skepsis", so der Minister. Mehrere Studien hatten ergeben, dass die Riesenlaster Brückenschäden verursachen können, Staus durch ihre Anwesenheit eher zu- als abnehmen würden und zudem mehr Güterverkehr von der Schiene zurück auf die Straße wandern würde, wenn die Gigaliner eingeführt werden dürften.

Im Hinblick auf die kleineren Gigaliner könne es aber sein, dass "wir durch zusätzliche Studien die Datenlage noch verbessern müssen", sagte der Minister dem Blatt. Dennoch halte er auch bei diesen Modellen, die bis zu 25,25 Meter lang sein können eine Zulassung für unwahrscheinlich. Er habe sich mit den Verkehrsministern der Länder darauf verständigt, bei der Verkehrsministerkonferenz im Oktober nach einer einheitlichen Lösung zu suchen. Er rechne damit, dass sich die überwiegende Mehrheit der Verkehrsministerkollegen in seiner Richtung positioniere.

Bei der Sitzung am 9. und 10. Oktober wollen die Minister über die Zukunft der Gigaliner in Deutschland diskutieren. Sämtliche Studien belegten, dass bei einer Zulassung von 60-Tonnern eine massive Rückverlagerung des Verkehrs von der Schiene auf die Straße zu erwarten sei, sagte der Minister. So würden "Erfolge, die wir in den vergangenen Jahren bei der Aufwertung der Schiene als Verkehrsträger erzielt haben", gefährdet. Außerdem sprächen auch Fragen der Standfestigkeit von Brücken und Autobahnbegrenzungen eindeutig gegen die Zulassung.

cis/ddp



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