Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Defekte Airbags: Toyota weitet Rückruf wegen Brandgefahr aus

Toyota Yaris: Auch Modelle der ersten Generation sind betroffen Zur Großansicht
Toyota

Toyota Yaris: Auch Modelle der ersten Generation sind betroffen

Für Toyota reißt die Serie der Rückrufe nicht ab. Nun muss der weltgrößte Autobauer erneut rund 650.000 Autos wegen Airbag-Problemen in die Werkstatt beordern.

Toyota weitet einen im vergangenen Jahr gestarteten Rückruf wegen defekter Airbags aus. Der japanische Autobauer meldete dem Verkehrsministerium in Tokio, dass zusätzlich rund 648.000 Autos in die Werkstätten geholt werden müssen. Insgesamt sind nun 2,27 Millionen Autos weltweit betroffen - darunter auch Fahrzeuge in Europa und Deutschland. Toyota begründete den erweiterten Rückruf damit, dass die von dem Autozulieferer genannten Seriennummern der schadhaften Airbags nicht vollständig gewesen seien. Ein Kunde in Japan habe sich beschwert, weil der Beifahrersitz seines Fahrzeugs teilweise in Brand geraten sei, teilte ein Unternehmenssprecher in Japan mit.

Zugleich beauftragte Toyota Händler in den USA und in anderen Auslandsmärkten damit, alle Generatoren der 2013 zurückgerufenen Fahrzeuge auszutauschen. Zunächst hatte Toyota nur den Austausch beauftragt, falls ein Fehler gefunden wird. Im vergangenen Jahr hatte der japanische Weltmarktführer bereits 2,14 Millionen Autos zurückbeordert.

Das Airbag-Problem zeigt exemplarisch die Kehrseite der Gleichteilestrategie. Um Kosten zu sparen, setzen die Hersteller möglichst viele gleiche Teile in unterschiedlichen Baureihen ein. Bei Toyota sind die betroffenen Airbags in 20 Modellen eingebaut worden, darunter auch in die Massenmodelle Corolla und Yaris ebenso wie in die Mittelklasse-Modelle Avensis, Avensis Verso, den Camry, Picnic und in den Lexus SC 430. Bei den Modellen handelt es sich überwiegend um Fahrzeuge älteren Baujahrs, sagte ein Toyota-Sprecher.

Das Qualitätsimage von Toyota hat in den letzten Jahren gelitten

Auch andere japanische Hersteller wie Nissan, Mazda oder Honda hatten Airbags mit einem Produktionsfehler des Zulieferers Takata bezogen. Der japanische Zulieferer Takata erklärte am Mittwoch, in einer Fabrik in Mexiko habe es Dokumentationsfehler gegeben. Eventuell seien weitere Reparaturen notwendig. In dem Werk seien 2001 und 2002 möglicherweise defekte Generatoren produziert worden, die den Airbag im Notfall mit Gas befüllen sollen.

Honda, Nissan und Mazda prüfen derzeit, ob ein weiterer Rückruf erforderlich sei. Dagegen erklärte BMW, keine Auswirkungen auf seine Fahrzeuge zu sehen.

Für Toyota reißt damit die Serie der Rückrufe nicht ab. Der einst als Qualitätsmeister bekannte Autobauer hatte in den vergangenen zwei Monaten bereits insgesamt mehr als neun Millionen Autos zurückgerufen. Erst im April hatte der Konzern 6,39 Millionen Autos wegen einer Reihe von technischen Problemen in die Werkstätten zurückbeordert.

Das Qualitätsimage des weltgrößten Autobauers hatte insbesondere zwischen 2009 und 2011 gelitten. Damals musste Toyota rund zwölf Millionen Autos weltweit wegen klemmender Gaspedale zurückrufen.

mhu/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Immer feste druff auf die Asiaten!
Loddarithmus 11.06.2014
Zum Glück haben wir Europäer nicht einen einzigen Rückruf in den letzten Jahren gehabt. Fair wäre eine Gesamtliste aller namhaften Hersteller unter Berücksichtigung der Auflagenstärke, denn große Stückzahlen bedeuten nicht gleichzeiteig größere Fehleranzahl. Millionen Fahrzeuge mit einem Fehler sind doch bessere Qualität als 100.000 mit 3 Fehlern. Aber wie gesagt: Immer feste druff!
2. Herrschaft der Volkswirte
quadraginti 11.06.2014
Entweder koennen die Ingenieure nichts mehr. Oder die Volks- und Betriebswirte haben die Herrschaft übernommen. So oder so: Da wird dann ein Kleinbauteil statt für (rechnerisch:) 0,5 € eines für 0,49 @ eingebaut. *Profitmaximierung klappt nur kurzzeitig*. Auf Sicht geht's daneben. So reitet man sich in die Pleite.
3. nie wieder
uterallindenbaum 11.06.2014
Toyota hatten wir im Betrieb. Dies ging mächtig in die hosen. Die 15 Wagen mussten viel zu oft in der Reparatur. Toyota kaufen wir nie wieder. Das gleiche gilt übrigens auch für Mitsubishi.
4. Zum Glück ...
Fekin Popow 11.06.2014
... haben die deutschen Premiumhersteller null Defekte Dank überlegener deutscher Ingenieurskunst - IRONIE AUS - Ich kann es nicht mehr hören! Immer drauf auf Toyota! Das was Toyota da macht nenne ich Transparenz und offene Kultur bezüglich bekannten Produktmängeln. Mann kann natürlich auch drauf warten, dass der Golf irgendwann zur Werkstatt kommt und der Fehler unter der Hand als "Service" durchgeführt wird, anstatt ordentlich Zurückzurufen. Aber das könnte ja das ach so schöne Image ankratzen. Nur wenn der Golf nicht kommt, weil die freie Werkstatt billiger ist, dann ist das Jammern groß. Ich erinnere mich an Motorschäden bei Audi oder einen unzureichenden Dichtring bei Mercedes, die einigen Kunden teuer zu stehen kamen und mit einem Rückruf erledigt gewesen wären. By the way. Ich hatte Autos von Mitsubishi, Opel, VW, Renault, Mercedes, Nissan, Toyota. Die Probleme am Auto sind immer die Gleichen, aber bei der Kommunikation mit dem Kunden haben die Asiaten eindeutig die Nase vorn.
5. Meiner Meinung...
trader_07 11.06.2014
Zitat von sysopToyotaFür Toyota reißt die Serie der Rückrufe nicht ab. Nun muss der weltgrößte Autobauer erneut rund 650.000 Autos wegen Airbag-Problemen in die Werkstatt beordern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/rueckruf-toyota-schickt-20-modelle-wegen-defekter-airbags-in-die-werkstatt-a-974458.html
Meiner Meinung nach ist es eine gute Idee von Toyota, unter anderem die Yaris zurückzubeordern. Die schlechte Idee ist allerdings, die auch wieder auszuliefern. So werden diese Karren wohl auch in Zukunft auf Landstraße und Autobahn im Weg rumstehen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Facebook


Aktuelles zu