SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

12. Dezember 2012, 15:18 Uhr

Defekte Fahrzeuge

Mercedes-Benz und Honda starten Rückrufaktionen

Die Autohersteller Mercedes-Benz und Honda rufen mehrere ihrer Modelle in die Werkstätten. Während bei Daimler nur eine geringe Stückzahl exklusiver Autos betroffen ist, stehen die Japaner vor einem weitaus größeren Problem: Sie ordern fast eine Millionen Exemplare zurück.

Honda ruft laut einem Bericht der New York Times weltweit insgesamt 871.000 Exemplare der Modelle Pilot und Odyssey (jeweils Baujahre 2003 bis 2004) sowie Acura MDX (Baujahre 2003 bis 2006) zurück. Grund dafür sei ein Defekt am Zündschloss: Bei den betroffenen Modellen lasse sich der Schlüssel abziehen, obwohl das automatische Getriebe nicht in den Park-Modus geschaltet ist. Dadurch können die Fahrzeuge auf abschüssigen Straßen davon rollen.

Alleine 807.000 Exemplare müssten in den USA zurückgerufen werden. Dort ist es Vorschrift, dass sich der Zündschlüssel nur abziehen lässt, wenn die Park-Position eingelegt ist. Laut Angaben einer Honda-Sprecherin werden die betroffenen Modelle, nicht auf dem europäischen Markt angeboten.

Mindestens ein Honda-Fahrer wurde bereits überrollt

Bislang seien der amerikanischen Verkehrsicherheitsbehörde im Zusammenhang mit dem Defekt 42 Beschwerden von Fahrzeugbesitzern bekannt. In 16 Fällen krachten die wegrollenden Autos demnach gegen Wände oder andere Fahrzeuge. In einem Fall habe sich ein Besitzer sogar das Bein gebrochen, weil er von seinem Honda überrollt worden sei.

Erst im Oktober musste Honda in den USA und Europa rund 489.000 Fahrzeuge des SUV CR-V der Baujahre 2002 bis 2006 zurückrufen. Bei den Geländewagen konnte bei Regen Wasser in den Schalter des elektrischen Fensterhebers eindringen, was einen Brand zur Folge haben könnte.

Rückruf der Edelkarossen

Auch Mercedes-Benz startet eine Rückrufaktion. Die Schwaben haben allerdings mit geringeren Stückzahlen zu kämpfen, bei ihnen sind weltweit 18.000 Autos betroffen - unter anderem die Modelle S63, S550, S400, E350, CL63, die oft weit über 100.000 Euro kosten.

Ursache ist ein Konstruktionsfehler im Benzinfilter, wodurch Benzin im Motorraum austreten könne. Ein Feuer könne dadurch aber nicht ausbrechen, sagte ein Daimler-Sprecher. Es handelt sich um Autos aus der Bauzeit von April bis Juli 2011. Der Fehler sei erkannt und abgestellt worden.

cst/dapd

URL:

Mehr auf SPIEGEL ONLINE:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH