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Rußfilter-Skandal: Alle Infos zu Austausch und Herstellern

Um alte Diesel-Pkw für die Umweltzone fit zu machen, haben viele Autofahrer ihre Fahrzeuge nachgerüstet - doch über 40.000 verkaufte Rußpartikelfilter funktionieren nicht richtig. SPIEGEL ONLINE sagt Ihnen, welche Geräte schadhaft sind und was Sie jetzt tun müssen.

Zehntausende Diesel-Autos in Deutschland sind mit unwirksamen Rußpartikelfiltern nachgerüstet worden. Mehreren Herstellern wurde vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) die Betriebserlaubnis für Partikel-Filter entzogen. SPIEGEL ONLINE hat die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Wie viele Autos sind betroffen?

In etwa 40.000 Autos mit Dieselmotor wurden laut KBA Filter mit geringer oder keiner Wirkung bereits eingebaut. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die vergeblich Rückrufaktionen angemahnt hatte, spricht sogar von 60.000 betroffenen Autohaltern.

Was genau ist das Problem?

Einige Hersteller haben Filter verkauft, die nicht den Anforderungen des KBA entsprachen. Diese Geräte haben keine oder nur eine eingeschränkte Filterwirkung.

Wieso wurden diese Schrottfilter überhaupt zugelassen?

Das ist nicht hinreichend geklärt. Der Firma GAT, einem der größten Hersteller, wird beispielsweise vorgeworfen, bereits zugelassene Filter nachträglich modifiziert zu haben, ohne das KBA zu informieren. Bei GAT ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts. Regierung und KBA sehen sich getäuscht. Umweltschützer werfen dem Bundesumweltministerium hingegen vor, früh von den Problemen gewusst und diese ignoriert oder gar vertuscht zu haben.

Wie stelle ich fest, ob mein Auto betroffen ist?

Am Ende dieses Artikels finden sie eine Liste der betroffenen Hersteller. Klicken Sie auf den entsprechenden Link. Für jeden Filtertyp gibt es eine Allgemeine Betriebserlaubnis des KBA. Soweit bekannt, sind die ABE-Nummern schadhafter Filter aufgeführt. Das KBA hat zudem eine Webseite mit Informationen eingerichtet.

Wer haftet für entstandenen Schaden?

Autofahrer können unwirksame Rußpartikelfilter in Diesel-Pkw ab sofort kostenlos in den Werkstätten in funktionsfähige Filter umtauschen. Darauf haben sich Branchenverbände mit dem Bundesumweltministerium geeinigt. Gibt es für den entsprechenden Autotyp noch keine funktionsfähige Filter, sollen diese bis nächstes Jahr von den Herstellern entwickelt und dann ebenfalls kostenlos eingebaut werden.

Bekomme ich trotzdem eine Steuervergünstigung?

Lamellen in einem Rußpartikelfilter: Zehntausende schadhafte Filter wurden verbaut
DPA

Lamellen in einem Rußpartikelfilter: Zehntausende schadhafte Filter wurden verbaut

Für die Auto-Nachrüstung gibt es einen staatlichen Steuer-Bonus von 330 Euro. Wer bereits vor einigen Monaten einen Filter eingebaut hat, für den es eine Betriebserlaubnis (ABE) des KBA gab, hat weiter Anspruch auf den Bonus.

Allerdings dürfte die Politik nach Ansicht vieler Beobachter demnächst beschließen, dass dies nur innerhalb einer Schonfrist gilt. Möglicherweise müssen alle Filter bis zu einem Stichtag ausgetauscht werden. Detaillierte Auskünfte von Bundesumweltministerium oder Verkehrsministerium liegen dazu derzeit nicht vor.

Ich habe nachgerüstet, damit mein alter Diesel in die Umweltzone darf. Und nun?

Wie auch beim Steuerbonus gilt zunächst: Wenn der Filter vom KBA zugelassen war, bekommt man auch eine Umweltplakette, mit der man in Umweltzonen gegebenenfalls fahren darf - auch wenn das Auto weiterhin zuviel Ruß und Feinstaub produziert.

hil/dpa/AP/ddp


Informationen über Filterhersteller und Automarken

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