Investor für Saab Asiaten wollen Schwedenmarke retten 

Der insolvente schwedische Autobauer Saab hat einen Käufer gefunden. Ein chinesisch-japanischer Investor übernimmt das Traditionsunternehmen - und will daraus einen reinen Elektroauto-Konzern machen.


Es war eine Schreckensmeldung für Mitarbeiter und Fans von Saab: Im Dezember 2011 verkündete der Autohersteller die Zahlungsunfähigkeit. Im April 2012 gingen im Werk am Stammsitz Trollhättan endgültig die Lichter aus, der Schuldenberg belief sich auf 1,4 Milliarden Euro.

Nun sieht plötzlich alles ganz anders aus. Ein neues Modell ist angekündigt, in anderthalb Jahren soll es auf den Markt kommen - ein Elektroauto. Möglich macht es der neue Besitzer von Saab: die Unternehmensgesellschaft National Electric Vehicle Sweden (NEVS).

Die Übernahme wurde am Mittwoch in Trollhättan bekannt gegeben. NEVS ist ein Zusammenschluss des auf alternative Energien spezialisierten Unternehmens National Modern Energy Holdings aus Hongkong und der Investmentfirma Sun Investment aus Japan. Den Kaufpreis für Saab gaben Unternehmen und Insolvenzverwalter nicht bekannt.

NEVS will nun nach eigenen Angaben am Saab-Standort in Trollhättan Elektroautos entwickeln. Das erste Modell soll auf dem Saab 9-3 basieren und Ende 2013 oder Anfang 2014 auf den Markt kommen. Ob es dann in Europa fährt, ist unklar - der E-Saab werde für den chinesischen Markt konzipiert, hieß es von den neuen Besitzern.

cst/AFP/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
gurrungu 13.06.2012
1. Da sag noch einer
die Asiaten sind nicht geschäftstüchtig! Es macht Sinn,eine Automobilfabrik mit dem know how,den Maschinen und den Kenntnissen der ehemaligen Mitarbeiter(von denen sicherlich wieder welche eingestellt werden)zu übernehmen. Das hätte ein europäisches Unternehmen auch haben können.Und Elektroautos! bauen.
Norbert1981 13.06.2012
2. ...
Zitat von gurrungudie Asiaten sind nicht geschäftstüchtig! Es macht Sinn,eine Automobilfabrik mit dem know how,den Maschinen und den Kenntnissen der ehemaligen Mitarbeiter(von denen sicherlich wieder welche eingestellt werden)zu übernehmen. Das hätte ein europäisches Unternehmen auch haben können.Und Elektroautos! bauen.
Welches Know-How hat Saab, das die Chinesen noch nicht haben? Unbekannte Autohersteller aus China - Bilder - autobild.de (http://www.autobild.de/bilder/unbekannte-autohersteller-aus-china-1210640.html) Über japanische Autos und deren Techniken braucht man überhaupt nicht mehr zu sagen.
socketuning 14.06.2012
3. Hmmm ...
Der Saab 9-3 basiert auf dem Opel Vectra, oder? Dem letzten Modell. Ein elektrischer Saab 9-3 wäre also sowas wie ein Opel Ampera/Chevrolet Volt auf älterer Basis. Haben die noch genug Teile auf Lager oder kann Opel noch genug Reste liefern?
Ursprung 14.06.2012
4. Lieber China-Saab als vulgo-VW
Zitat von Norbert1981Welches Know-How hat Saab, das die Chinesen noch nicht haben? Unbekannte Autohersteller aus China - Bilder - autobild.de (http://www.autobild.de/bilder/unbekannte-autohersteller-aus-china-1210640.html) Über japanische Autos und deren Techniken braucht man überhaupt nicht mehr zu sagen.
Das know how von Saab-Leuten rund um Trollhaettan liegt bei Ingenieuren, Handwerkern, Reparatur- und Tuningwerkstaetten, Nachhaltigkeits-Produktdenken, Improvisationstalent, Produktsicherheitsdenken. Dieses Niveau ist erheblich hoeher als im Mitarbeiterbereich und Umfeld saemtlicher anderer Autohersteller einschliesslich der Mercedes- und BMW-Marken, mit Ausnahme einiger Spots in Italien. Saabs Mitarbeiterumfeld ist allenfalls mit dem des untergegangenen Umfeldes von Borgward selig zu vergleichen aus der damaligen Borgward-Zeit. Die Kauf- und Marketingleute bei Saab dagegen waren im Vergleich zum technischen Bereich hinterwaeldlerische Amateure und dieser Umstand sowie die Fledderei der Marke durch General Motors hatte den Konkurs herbeigefuehrt. Es gibt noch Chancen, diese Ressourcen um Trollhaettan wiederzubeleben, noch ist die alte und positive Denke dort nicht gaenzlich generationsueberholt. Es kann also was Positives werden aus der neuen Kombination in Trollhaettan. Grund genug, sich mal das Produkt, welches dort entstehen soll, beizeiten zum individuellen Kauf hierzulande genauer anzuschauen, auch wenn es nicht fuer den deutschen Markt konzipiert werden soll. Das waere eher eine Empfehlung in meinen Augen. Jedenfalls fuehre ich in Westerland lieber einen Chinasaab aus, als einen Porsche, vulgo VW.
huettenfreak 14.06.2012
5. Eine clevere Entscheidung
Da die Marke Saab in ihrer Firmengeschichte schon für die eine oder andere Innovation gut war und sie auch heute noch über ein sehr gutes Markenimage verfügt kann die Entscheidung der Chinesen/Japaner als goldrichtig angesehen werden. Volvo haben die Chinesen schließlich auch wieder salonfähig gemacht. Ich wünsche viel Erfolg!
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