Schiersteiner Brücke Vollsperrung am Rhein

Verkehrschaos am Mittwoch rund um die Schiersteiner Brücke: Eine wichtige Autobahnverbindung zwischen Wiesbaden und Mainz ist wegen Sicherheitsmängeln kurzfristig gesperrt worden.

DPA

Wiesbaden/Mainz - Zehntausende Autofahrer auf beiden Seiten des Rheins standen am Mittwoch im Stau. Weil die wichtige Autobahnverbindung zwischen Wiesbaden und Mainz am Dienstagabend wegen Sicherheitsmängeln überraschend gesperrt werden musste, ruht der Verkehr. Für wie lange, ist noch unklar. Die Brücke bleibt jedoch mindestens bis Rosenmontag unpassierbar.

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) sagte am Mittwoch, die Experten gingen davon aus, dass die Ergebnisse der Untersuchung in der nächsten Woche vorlägen. "Wir rechnen damit, dass wir über einen längeren Zeitraum nachdenken." Der technische Leiter des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz, Bernd Hölzgen, sagte: "Die Sicherheit geht vor. Deswegen können wir die Brücke jetzt nicht freigeben."

Der Grund: Einer der Pfeiler der Schiersteiner Brücke auf Mainzer Seite habe sich geneigt, teilte am Mittwoch in Koblenz eine Sprecherin des Landesbetriebes Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz mit. Dadurch hänge der Überbau durch und die Fahrbahn habe sich um mehrere Zentimeter gesenkt.

Neubau frühstens in mehreren Jahren fertig

Auch Fußgänger und Radfahrer dürfen die Rheinbrücke nicht mehr benutzen. Alle Auffahrten auf die Autobahn 643 zur Schiersteiner Brücke zwischen den Landeshauptstädten von Hessen und Rheinland-Pfalz hin wurden gesperrt.

Die vor mehr als 50 Jahren gebaute Schiersteiner Brücke ist seit Langem marode und vielen Pendlern von den häufigen Staumeldungen im Radio bekannt. Täglich nutzten bis zu 90.000 Fahrzeuge die vier Spuren. Seit 2013 entsteht daneben ein sechsspuriger Neubau. Seine Fertigstellung ist aber erst in mehreren Jahren geplant.

smh/dpa

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insgesamt 72 Beiträge
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ketzer2000 11.02.2015
1. Typisch
Das Management der Infrastruktur in D ist auf Verschleiß angelegt. Lange Jahre wurde nichts investiert und Bauvorhaben dauern einfach immer länger und werden immer teurer als gedacht. Die Hauptsache ist, wir rennen der schwarzen "0" hinterher. Vielleicht wäre es auch besser gewesen, die Mittel für den Nürburgring für Brücken und Autobahnen zu verwenden. Zumindest dafür war ja offensichtlich Geld da!
meerwind7 11.02.2015
2. Busspur und Achlastbegrenzung.: Zwei wirksame Mittel
Busse stecken im Stau fest? Ein effektive Stadtverwaltung könnte in wenigen Tagen diverse Schilder "Busspur" aufstellen, und damit ein paar Trassen frei machen. Dann könnten vorzugsweise auch private Busbetreiber eine Zulassung erhalten und zusätzlichen Nahverkehr anbieten. Der Hauptfehler liegt wohl darin, nicht rechtzeitig Gewichtsbeschränkungen eingeführt zu haben, bzw. vor der Aufhebung von Gewichtsbeschränkungen mal die Statik nachzurechnen. Auch heute sollte der Verkehrsminister lieber mal an 10.000 Brücken Schilder zur Beschränkung der (Achs-)Lasten aufstellen, statt über ein Maut zu lamentieren, mit der vielleicht eine Handvoll dieser Brücken ersetzt werden könnte.
hk1963 11.02.2015
3. Busspur
Zitat von meerwind7Busse stecken im Stau fest? Ein effektive Stadtverwaltung könnte in wenigen Tagen diverse Schilder "Busspur" aufstellen, und damit ein paar Trassen frei machen. Dann könnten vorzugsweise auch private Busbetreiber eine Zulassung erhalten und zusätzlichen Nahverkehr anbieten. Der Hauptfehler liegt wohl darin, nicht rechtzeitig Gewichtsbeschränkungen eingeführt zu haben, bzw. vor der Aufhebung von Gewichtsbeschränkungen mal die Statik nachzurechnen. Auch heute sollte der Verkehrsminister lieber mal an 10.000 Brücken Schilder zur Beschränkung der (Achs-)Lasten aufstellen, statt über ein Maut zu lamentieren, mit der vielleicht eine Handvoll dieser Brücken ersetzt werden könnte.
Die Stadtverwaltung möchte ich mal sehen, die es schafft, auf einer Autobahn innerhalb weniger Tage Busspuren einzurichten...
pfalzgraf 11.02.2015
4. Letzlich eine Folge des überbordenden Straßenverkehrs
Immer mehr Güter auf Lkw, die immer größer bzw. schwerer dimensioniert wurden; aktuell hierzu die Diskussion um die Gigaliner. Dazu die weitverbreitete Haltung, jeden Meter mit dem eigenen Pkw zurückzulegen (Wie viel Platz und Ressourcen (ver-)brauchen 100 Menschen in 100 Autos mit jeweils 100 PS im Gegensatz zu einer vollbesetzten Straßenbahn?). Kein Wunder, dass das irgendwann kollabiert. Allgemein wäre eine Trendwende wünschenswert, hin zu öffentlichem Personennahverkehr und mehr Güter auf Schiene oder Schiff zu transportieren. Die betreffende Brücke wurde vor über 50 Jahren geplant und sah nur ein Bruchteil der heutigen Belastung vor. Fraglich ob sämtliche Brücken des ab 1958 einsetzenden Autobahnbaus in den nächsten Jahren 1:1 ersetzt werden können.
Mavomi1981 11.02.2015
5. Zu wenige Rheinbrücken
Es rächt sich jetzt, dass es zu wenige Rheinbrücken gibt - auf 90 km Länge zwischen Mainz und Koblenz nicht eine einzige! Immer wieder haben es die Grünen in Rheinland-Pfalz geschafft, Vorschläge zu notwendigen neuen Brücken, z. B. zwischen Bingen und Rüdesheim oder bei St. Goar (Mittelrheinbrücke), zu blockieren. Auch in anderen Regionen am Rhein, z. B. bei Köln/Leverkusen, oder bei Karlsruhe, gibt es zu wenige Brücken, und wenn, dann werden sie zu spät Instand gesetzt (siehe A1 bei Leverkusen). Die Politik ist dringend aufgefordert, diese Nadelöhre zu beseitigen. Dazu genügt es nicht, die Schiersteiner Brücke und die der A1 bei Leverkusen zu erneuern/neu zu bauen, es müssen weitere Brücken gebaut werden, um Alternativen zu haben und lange Staus zu vermeiden!
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