Mit 200 km/h durchs Tempolimit "Gotthard-Raser" soll Haft in Deutschland absitzen

"Durchgebolzt wie ein Affe": Weil er mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch den Gotthard-Tunnel raste, wurde ein Deutscher in der Schweiz zu 30 Monaten Haft verurteilt. Diese soll er nun in seinem Heimatland absitzen.

Gotthard-Tunnel in der Schweiz
REUTERS

Gotthard-Tunnel in der Schweiz


Ein als "Gotthard-Raser" bekannt gewordener Deutscher, der in der Schweiz mit Tempo 200 über eine Alpenautobahn gerast war und zu Haft verurteilt wurde, soll seine Strafe nun in Deutschland absitzen. Das Schweizer Justizministerium stelle demnächst einen Antrag auf stellvertretende Strafvollstreckung, sagte ein Sprecher in Bern. Das rechtskräftige Urteil und andere Dokumente zu dem Fall würden zurzeit aus dem Italienischen übersetzt.

Der Anfang-40-Jährige kommt nach Angaben der Luganer Staatsanwaltschaft aus Ditzingen bei Stuttgart. Er war im Juli 2014 in einem deutschen Sportwagen mit stark überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Tessin unterwegs. Er raste über die Autobahn, die ein Tempolimit von 120 Kilometern in der Stunde hat, und brachte laut Polizei im Gotthard-Straßentunnel andere Fahrer durch ständige und riskante Überholmanöver in Lebensgefahr. Die Polizei konnte ihn erst im Tessin mit einer Autosperre stoppen. Der Sportwagen wurde konfisziert.

Der Mann war im Februar 2017 in Lugano in Abwesenheit zu 30 Monaten Haft verurteilt worden, davon 18 auf Bewährung. Einsicht zeigte er nicht: Der Schweizer Boulevardzeitung "Blick" sagte er nach dem Urteil, er habe in der Schweiz Urlaub gemacht und Spaß bei seiner Spritztour gehabt. "Ich bin durchgebolzt wie ein Affe, das Urteil interessiert mich nicht", zitierte die Zeitung ihn. Ob der Mann in Deutschland ins Gefängnis muss, hängt unter anderem davon ab, ob das gleiche Vergehen in Deutschland ebenfalls mit einer Haftstrafe geahndet würde.

bam/dpa

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