A9 in Bayern Dobrindt plant Teststrecke für selbstfahrende Autos

Autofahrer sollen in Zukunft das Steuer aus der Hand geben. Verkehrsminister Dobrindt will auf der A9 in Bayern eine Teststrecke für selbstfahrende Autos einrichten.

Volvo

Selbstfahrende Autos gelten als das nächste große Ding - und sind ein Lieblingsthema von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Er sorgt sich um die deutschen Autohersteller - und will für sie nun in Bayern auf der A9 eine Strecke einrichten, auf der sie Prototypen testen können.

Die ersten Maßnahmen für das Pilotprojekt Digitales Testfeld Autobahn sollen noch in diesem Jahr starten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Strecke solle technisch so ausgerüstet werden, dass selbstfahrende Autos mit der Straße und anderen Fahrzeugen kommunizieren können. "Dort werden also Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und später auch vollautomatisierte Fahrzeuge fahren können", sagte Dobrindt der Zeitung. "Die deutsche Autoindustrie wird auch beim digitalen Auto Weltspitze sein können."

Google hatte die Autoindustrie im Sommer 2014 mit dem Prototyp eines selbst fahrenden Wagens düpiert und vor wenigen Tagen angekündigt, 150 Exemplare bauen zu lassen und in diesem Frühjahr in Kalifornien auf öffentlichen Straßen zu testen.

Google wolle die Fahrzeuge in fünf Jahren marktreif haben, kündigte die Firma an - und zeigte sich offen für Kooperationen mit Autobauern. Dobrindt setzt lieber auf Unabhängigkeit von Unternehmen wie Google: "Wir müssen uns gegen eine Monopolisierung der Daten wappnen. Wir müssen uns eine digitale Souveränität schaffen, unabhängig von Amerika und Asien."

Die deutschen Hersteller entwickeln derzeit zusammen mit Wissenschaftlern eigene Plattformen zur Vernetzung und Kommunikation von Daten. Den jüngsten Stand ihrer Technologien haben sie gerade erst auf der IT-Messe CES in Las Vegas vorgestellt.

vet/dpa

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t dog 26.01.2015
1. LKWs
Die selbstfahrenden LKWs von MercedesBenz wurden doch schon letztes Jahr für alle deutschen Strassen frei gegegeben. Oder?
flowpower22 26.01.2015
2. Super!
und ich dachte schon diese CSU-Typen seien NUR völlig verblödete Mauttaschen, die das Ansehen unseres süßen Ländles in der Welt ruinieren wollen. Wenn man bedenkt, welche "Strecke" unser Verkehr Jahr für Jahr erlegt, so muss man sich ernsthaft fragen, ob da nicht die Versicheerungsindustrie ihre Hände im Spiel hat.
elgrande78 26.01.2015
3. Niemals!
Bevor ich mein Schicksal in die Hände dieser "Autos" lege, muss mir ein Scharia-Gericht erstmal die Hände abhacken. Bis dahin kann Dobrindt seine Geisterkarren selbst fahren. Bzw. fahren lassen, oder wie man das dann auch immer nennen mag :-)
Zaunsfeld 26.01.2015
4. Teil 1
Na ich hoffe doch, der Herr Dobrindt richtet dann aus bayerischen Steuergeldern auch gleich einen mindestens 100 Millionen Euro schweren Fond, um damit die Schäden decken zu können, die mögliche selbstfahrende Autos verursachen. Denn das wird bei selbstfahrenden Autos in Zukunft das zentrale Problem sein. Die Autobauer werden keine Lust haben, für tödliche oder teure Unfälle, die von ihren Autos verursacht werden, zahlen zu müssen. Der Fahrer wird auch keine Lust haben, zahlen zu müssen, denn er fährt ja gar nicht. Schließlich hat er von einem Autobauer ein Auto gekauft mit dem Versprechen, dass er gerade NICHT fahren muss. Und von einem Menschen zu erwarten, dass er zwar nicht fahren muss, aber trotzdem auch auf langen Strecken (1 Stunde oder mehr) JEDERZEIT bereit sein muss, in einer Notsituation innerhalb von Sekunden ins Fahrgeschehen eingreifen zu können, ist völlig utopisch. Und selbst wenn man das so vorschreiben würde, wozu bräuchte man dann überhaupt ein selbstfahrendes Auto, wenn man trotzdem jede Sekunde hochkonzentriert den Verkehr beobachten muss, um auch ja notfalls in jeder Sekunden aktiv eingreifen zu können. Von den technischen Unzulänglichkeiten selbstfahrender Autos will ich gar nicht erst anfangen. Wer in seinem Audi, Mercedes oder BMW eine Abblendautomatik hat, die gerade mal 3 von 5 Mal zuverlässig funktioniert und in den anderen 2 von 5 Fällen macht, was sie will, wird sich denken können, welche unvorstellbar gewaltigen technischen Probleme noch gelöst werden müssten, um ein Auto zu bauen, dass nicht nur in 3 von 5 Fällen in jeder nur entfernt denkbaren, völlig individuellen Verkehrs- und Gefahrensituation richtig reagiert, sondern in 100.000 von 100.000 Fällen. .... weiter mit Teil 2
Zaunsfeld 26.01.2015
5. Teil 2
.... Fortsetzung von Teil 1 .... Einige Beispiele? Rechts vor Links ... Was macht das Auto, wenn da von Rechts kein Auto kommt, sondern ein Fahrrad, mit dem es nicht kommunizieren kann? Vielleicht über Sensoren lösbar. Vielleicht kommt das Fahrrad aber sehr langsam heran, vielleicht zögert der Fahrradfarer zu fahren und hält erst mal an, fährt dann aber wieder los, hält vielleicht nochmal an, weil er nicht weiß, was das Auto macht, vielleicht ist die Kreuzung auch schwer einsehbar wegen Häuserwänden usw. Was macht das Auto nun? Fährt es oder nicht? Eine ganz einfach Standardsituation, wie sie jeden Tag millionenfach vorkommt und die Menschen durch direkte und indirekte Kommunikation innerhalb von Sekunden problemlos lösen .... kann aber für rechnergesteuerte Autos in dieser individuellen Situation eine unlösbare Hürde darstellen. Wenn man das Auto konservativ programmiert, wird es auf Nummer sicher gehen und überhaupt nicht mehr losfahren. Programmiert man es zu progressiv, könnte es losfahren und versehentlich den Radfahrer platt machen. Wenn die Situation nur um Nuancen von meiner beschriebenen abweicht, könnte eine ganz andere Entscheidung des Autos richtig sein. Einmal ist Fahren richtig. Einmal ist Nicht-Fahren richtig. Diese Nuancen für jede individuelle, auch nur im entferntesten denkbare Situation richtig zu programmieren, halte ich für nahezu unmöglich. Die Autobauer (auch google) können schon froh sein, wenn ihre Autos es in den nächsten 20 Jahren unfallfrei über eine fast leere Autobahn oder Highway schaffen, aber niemals im normalen Landverkehr oder gar Stadtverkehr.
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