Las Vegas Selbstfahrender Bus startet - und wird gerammt

Es dauerte keine zwei Stunden, da gab es den ersten Unfall mit einem neuen selbstfahrenden Bus in Las Vegas. Schuld war allerdings ein Mensch - und nicht die Maschine.


Ein fahrerloser Shuttlebus ist am Mittwoch in Las Vegas mit einem Sattelzug zusammengestoßen - nur zwei Stunden, nachdem das Fahrzeug erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Wie die Polizei mitteilte, wurde bei dem Unfall niemand verletzt.

Nach Angaben der Stadt Las Vegas war nicht die Maschine schuld an dem Crash, sondern der Mensch , in diesem Fall der Fahrer des Lieferwagens. Laut einer Mitteilung der Stadt kam der fahrerlose Shuttle rechtzeitig zum Stehen, nachdem seine Sensoren das Hindernis erfasst hatten - aber "leider stoppte der Lieferwagen nicht" und streifte den Kotflügel des Kleinbusses.

Mit dem ovalförmigen Bus können bis zu zwölf Passagiere fahren. Eine Begleitperson ist vorgesehen, aber das Fahrzeug hat kein Lenkrad und keine Bremspedale. Um durch die Straßen zu navigieren, nutzt es unter anderem GPS und elektronische Kurvensensoren. Nach dem Zusammenstoß muss der selbstfahrende Kleinbus der französischen Firma Navya nun gleich am ersten Tag des Testprogramms aus dem Verkehr gezogen werden. Das zunächst für zwölf Monate angesetzte Projekt werde aber fortgeführt.

Der Zeitung "Las Vegas Review Journal" zufolge parkte der Sattelschlepper im Rückwärtsgang in eine Lieferanten-Einfahrt ein und querte dabei die Straße. Er sei mit einem eingeschlagenen Vorderrad gegen den stehenden Bus gefahren. "Wenn der Lastwagen die gleiche Sensor-Technik wie der Shuttle gehabt hätte, wäre der Zwischenfall verhindert worden", betonte die Stadt.

Die Unfall-Situation wirft zugleich die Frage auf, ob ein Mensch am Steuer des Busses eventuell noch den Rückwärtsgang eingelegt oder gehupt hätte, womit womöglich die Kollision noch vermieden worden wäre.

Auch in Deutschland tüfteln Unternehmen immer intensiver an Fahrzeugen, die ohne menschlichen Fahrer auskommen. Der jüngste Vorstoß: Die Deutsche Bahn setzt in Bayern einen autonom fahrenden Bus im öffentlichen Nahverkehr ein. Die Deutsche Post will 2018 eine Flotte selbstfahrender Autos auf die Straße schicken.

Im Video - der selbstfahrende Bus der Deutschen Bahn:

Getty Images

mja/cst/AP/Afp/dpa

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emil_erpel8 09.11.2017
1.
Ja, so geht, das, wenn das Zeug dann auf der Straße ist und das ganze Marketinggeschwafel und die gefälschten Schönwetterstatistiken nichts mehr zählen. Das war vorhersehbar. Es wird noch viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern, bis Rechner in der Lage sein werden, konsistent sicher auf nicht Eingeplantes zu reagieren. Wer Ahnung von der der Technik hat weiß doch längst, wie unglaublich weit Rechner davon noch entfernt sind.
taglöhner 09.11.2017
2.
A spokesman for the City of Las Vegas told the BBC the crash was a “fender bender” - a minor collision - and that the shuttle would likely be back out on the road on Thursday after some routine diagnostics tests. “A delivery truck was coming out of an alley,” public information officer Jace Radke said. "The shuttle did what it was supposed to do and stopped. Unfortunately the human element, the driver of the truck, didn’t stop.” BBC
sikasuu 09.11.2017
3. Ja doch, ein überzeugendes Beispiel für die Leistungsfähigkeit....
... und die soliden Aussagen der beteiligten Industrien! . Na ja, vielleicht auch die Ausnahme& der Vorführeffekt, doch nur 2-3 % solcher Irrläufer bei Millionen selbstfahrender "autonomer" Autos, machen die ganzen schönen Gewinne & die Akzeptanz kaputt! Wird nicht immer so "gut" ausgehen wie in diesem Fall . Das üben wir noch mal! Auf Wiedervorlage in 20-30 Jahren :-))
ratz1967 09.11.2017
4. Alkohol und Handy erhalten Neue Unfallgefahr...
Zu Alkoholunfällen und Handyunfällen gesellen sich jetzt noch zusätzlich Unfälle verschuldet durch die Rache unterbezahlter Programmierer. Es geht nicht und ich verstehe die Leute nicht, die behaupten, dass es geht! Autonome Fahrzeuge bräuchten Strassen, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen, deren Fahrbahnbreite bis aufs Muckeseggele stimmen, Kreuzungen, die überall gleich aussehen und Manuelle Fahrer, die alle gleich reagieren, keinen Alkohol trinken und keine Whatsapp Nachricht am Lenkrad schreiben. Es darf nie Ladung verloren werden, und, wie Tesla schon gezeigt hat: Es darf keine Kehrmaschine auf der Überholspur die Autobahn sauber machen. Alles.... ALLES was irgendwie aus der Norm fällt verursacht bei den autonomen Fahrzeugen Unfälle und Gefahr für Leib und Leben! Wer behauptet alle Unbillen im Strassenverkehr programmiert vorraussehen zu können, ist ein fast schon wahnsinniger Optimist!
pfeiffffer 09.11.2017
5. Sind die zu blöd, Sensoren in den Bus einzubauen?
Der simpelste Sensor wäre eine Plastikstange an der Front, die bei Berührung mit wasauchimmer in das Fahrzeug geschoben wird und dort einen Kontakt schließt und somit eine Vollbremsung auslöst. Da sind ja mein Rasenmäherroboter und Staubsauger schon weiter, als die mit ihren selbstfahrenden Autos! Und sowas wollen die wirklich auf die Menschheit loslassen?
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