USA Unfall mit selbstfahrendem Auto - Google räumt Mitschuld ein

Ein selbstfahrendes Google-Auto ist mit einem Bus zusammengestoßen. Vom Konzern heißt es dazu nun: "In diesem Fall sind wir klar mitverantwortlich."


Ein selbstfahrendes Auto von Google hat möglicherweise erstmals einen Unfall verursacht. Das Fahrzeug vom Typ Lexus RX450h sei am 14. Februar in Mountain View bei San Francisco gegen einen Linienbus gestoßen, als es ein Hindernis habe umfahren wollen, erklärte der Internetkonzern in einer Stellungnahme für die Behörden. Bei dem Zwischenfall wurde demnach der Kotflügel des Busses beschädigt. Verletzte habe es nicht gegeben.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet räumte am Montag ein, einen Teil der Verantwortung zu tragen: "In diesem Fall sind wir klar mitverantwortlich." Das Fahrzeug und auch sein Testfahrer hätten angenommen, dass der Bus abbremse oder das Auto durchlasse. Es sei genügend Platz vorhanden gewesen.

Den Angaben zufolge war das Google-Auto mit einer nur sehr geringen Geschwindigkeit von weniger als drei Stundenkilometern unterwegs, während es beim Bus 24 km/h waren. Der Konzern aktualisierte nach eigenen Angaben die Fahrzeugsoftware, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden. Wer die Schuld an dem Unfall trägt, ist nicht offiziell festgestellt worden.

Im November hatte Google erklärt, in der bisher sechsjährigen Versuchsphase mit selbstfahrenden Autos habe es 17 Bagatellunfälle gegeben. Meist wurden die autonomen Wagen von anderen Autos mit Menschen am Steuer von hinten angefahren. Fälle, in denen ein Fehler der Software den Unfall verursachte, wurden bisher nicht bekannt. Zugleich greifen auch die am Steuer sitzenden Mitarbeiter immer wieder ein, wenn sie den Eindruck haben, dass die Software überfordert sei.

Erst Mitte Februar hatte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA festgestellt, dass Computer grundsätzlich als Fahrer anerkannt werden können- ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft mit selbstfahrenden Autos. Zugleich schränkte die Behörde aber auch ein, dass das aktuelle Regelwerk an vielen Stellen eindeutig Menschen am Steuer und entsprechende Kontrollmechanismen wie Pedale voraussetze.

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aar/dpa/AFP/Reuters

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