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Sinkender Spritpreis: US-Verbraucher verschmähen Öko-Autos

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Geht dem Elektroauto der Saft aus? Finanzkrise und bröckelnder Fahrzeugabsatz könnten die Öko-Projekte der Pkw-Hersteller erheblich verzögern. Wegen des gesunkenen Benzinpreises lässt auch das Interesse der Kundschaft an Hybridautos nach.

Hamburg/London - Barack Obama hat es geahnt. "Dann fallen die Preise - und als ob nichts gewesen wäre, betanken wir wieder unsere SUVs", prophezeite der designierte US-Präsident laut "Autobild" kürzlich. Offenbar hat der Demokrat das Umweltbewusstsein seiner Landsleute korrekt eingeschätzt: Rezession und die stark gesunken Spritpreise torpedieren laut Marktforschern den US-Absatz von Autos mit Hybridantrieb.

VW-Anzeigenmotiv zur Elektromobilität: Die Rezession könnte die Motoren-Revolution deutlich verzögern

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Im November ging der Verkauf von Hybridfahrzeugen um 53 Prozent zurück, zitiert die "Financial Times" den Marktforscher Autodata. Insgesamt sank der Autoabsatz in dem Monat im Jahresvergleich lediglich um 37 Prozent. Die Hybridtechnik, die Verbrennungsmotor und Elektroantrieb kombiniert, galt in den vergangenen Jahren als ein gewaltiges Zukunftssegment. Hersteller wie Toyota und Honda investierten hohe Summen in die umweltfreundliche, aber aufwendige Technologie. Hybridantriebe sind in den USA meist 3000 bis 5000 Dollar teurer als Benzinmotoren.

Seit der Benzinpreis von vier Dollar auf zwei Dollar je Gallone gepurzelt ist, macht sich allerdings Ernüchterung breit. Ein gebrauchter Toyota Prius war im vergangenen Jahr kurzzeitig teurer als ein (praktisch nirgendwo verfügbarer) Neuwagen. Nun ebbt das Konsumenteninteresse ab: Inzwischen hat Toyota die Eröffnung eines neuen Prius-Hybridauto-Werks im US-Staat Mississippi auf Eis gelegt.

Kein Geld für Innovationen

Unter ähnlich schlechten Vorzeichen stehen reine Elektroautos, die einige Hersteller schon für 2010 angekündigt haben. Für General Motors' Vorzeigeprojekt, den Chevrolet Volt, soll in Flint (Michigan) ein neues Motorenwerk gebaut werden. Die Arbeiten an der Fabrik wurden jedoch Mitte Dezember gestoppt, weil GM äußerst knapp bei Kasse ist. Wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden, ist derzeit unklar.

GM will den Volt bereits Ende 2010 in nennenswerten Stückzahlen verkaufen. Auch Mitsubishi, Renault-Nissan und andere Hersteller wollen bis dahin fahrtüchtige Elektroautos anbieten. Ob das klappt, ist bislang offen. Die Hersteller müssen wegen des massiv rückläufigen Absatzes nämlich Geld sparen - da liege es nahe, kostspielige Entwicklungsprojekte auf die lange Bank zu schieben.

Hinzu kommt, dass die Autofirmen darauf angewiesen sind, von der Zulieferindustrie ausgereifte Antriebssysteme und Akkus für ihre Elektrofahrzeuge zu bekommen. Doch auch die Zulieferer sind derzeit klamm. Continental etwa wollte groß in die Batterieproduktion einsteigen - und sollte eigentlich bei einem Joint Venture von Daimler und Evonik mit an Bord sein. Daraus wird wohl nichts: Nach einem Bericht des "Handelsblatts" kann sich der bedrängte Zulieferer derartige Investitionen in Schlüsseltechnologien zurzeit aber nicht leisten.

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Forum - Gehört die Zukunft dem Elektroauto?
insgesamt 4471 Beiträge
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1.
Parzival v. d. Dräuen 26.07.2008
Zitat von sysopBei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Soweit ich das beurteilen kann, schon. Hauptkritik am Individualverkehr war ja immer, dass da eine riesige Blechdose, tonnenschwer, durch die Stadt bewegt wird, damit mehrheitlich nur eine Person von A nach B gelangt. Und der relativ günstige Spritpreis hat es eben möglich gemacht. Jetzt, wo die Preise vielen ein gehöriges Loch in den Beutel reißen, beginnen die Leute nach Alternativen zu suchen. Schon heute wäre es möglich, in Leichtbauweise und breiter ästhetischer Palette Fahrzeuge herzustellen, die mit Elektromotor einen Aktionsradius von um die 120 KM haben. Ein Verbundsystem von Aufladestationen, ein Akku-Management, z. Bsp. auf Pfandbasis, würden auch die stete Verfügbarkeit von Energie gewährleisten. Durch neue Materialien sind die Elektromotoren leistungsfähiger und bei gleicher Leistung um die Hälfte kleiner geworden. Die Akku-Technik, sowie die marktdeckende Produktion wären in kurzer Zeit zu realisieren. Bei den E-Motoren selbst ist natürlich auch der Drehmoment unschlagbar. Daneben noch Hybrid-Systeme, die Energie speichern. Zusätzlich werden die Elektro-Autos schon in der Produktion weniger kapital-, energie- und fertigungsintensiv. Ein Viersitzer dürfte im Wesentlichen aus Kunststoffen gefertigt werden und um die 500-600 Kilogramm wiegen. Und auch bei der eingebaute passiven Sicherheit, die in den letzten Jahrzehnten eher einem Aufrüsten glich, kann reduziert werden. In den Städten entstehen durch viele kleinere Autos wahrscheinlich Parkraumüberschüsse, die Lärmbelästigung verringerte sich immens und die Luftqualität auch.
2.
Andreko, 26.07.2008
Zitat von sysopBei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Schwierig zu sagen. Ich denke das der hohe Ölpreis dazu führt, dass das Angebot an Öl ausgeweitet wird z.B. durch Kohleverflüssigung oder gänzlich neue Technologien wie diese http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,561833,00.html Dann könnte uns der Verbrennungsmotor noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Sehr langfristig gesehen (30 Jahre oder mehr) könnte das E-Auto wirklich eine Alternative werden, aus heutiger Sicht sind die Elektroautos aber noch weitgehend praxisuntauglich und deshalb werden sie sich so schnell nicht durchsetzen.
3. Verkehrskonzepte
Norbert Rost 26.07.2008
Zitat von sysopBei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Sicherlich wird Elektro künftig eine größere Rolle spielen als Öl, Peak Oil ( http://www.peak-oil.com/ ) wird dafür sorgen. Zweifel sind aber angebracht: Wie schnell geht die Entwicklung neuer Motoren, Versorgungsnetze und vor allem Speichern? Wahrscheinlicher ist doch, daß wir unsere Art Verkehr zu betreiben grundlegend überdenken. Es ist hochgradig ineffizient, wenn fast jeder Bürger ein Auto besitzt, da es überwiegend rumsteht und Platz wegnimmt. Das Teilen von Ressourcen könnte künftig ebenso wichtig werden wie eine Einstellungsänderung zu Mobilität und vor allem Reise-Geschwindkeit. Da gabs in der Zeit mal ein sehr schönes Interview mit Prof. Knoflacher (Wien): http://www.zeit.de/2007/38/Interv_-Knoflacher?page=all Dem öffentlichen Verkehr dürfte eine Renaissance bevorstehen. Und das Nachdenken über neue Versorgungsstrukturen wird hoffentlich ebenfalls bald beginnen. -- Zukunftsfähig Wirtschaften? http://www.regionales-wirtschaften.de
4. Eine GROSSE Chance allemal – wegen :
alpas 26.07.2008
Zitat von sysopBei steigenden Ölpreisen und schwindenden Ressourcen erscheinen Elektroautos als vernünftige Alternative. Werden sie in Zukunft benzingetriebene Autos ersetzen?
Grundenergieform-Unabhängig : Die Energiezwischenform Elektrizität wird (bereits) durch alle möglich (und unmöglichen) Grundenergieformen (CO2-behafete, und –unbehaftete) generiert und verteilt – auch wenn der Verteilungswirkungsgrad noch zu wünschen lässt, was jedoch durch vermehrte Supraleitertechnologie noch erhebliches Verbesserungspotential hat (ev. damit sogar noch Speicher-/ Batterietechnologie verbessert wird). Verzögerungskraft gleich wieder zurück in die Batterie (nicht in Umwelterwärmung verpufft) . Die ganze Antriebstechnologie noch mit seinem (kleinen) Bruder Elektronik hervorragend zu optimisieren und automatisieren. Stecker rein – und los geht’s, in einem ungefährlichen Vehikel ! Oder, was denkt der Fachmann….. ?
5. Der Wert eines Liters Flüssigkraftstoff......
Benjowi 26.07.2008
Im Grunde erfährt man jetzt hautnah, wie wertvoll ein Liter Flüssigkraftstoff eigentlich ist, denn die Alternativen wie Elektroantrieb mit Akku oder auch mit Brennstoffzelle sind auch bei den hohen Preisen bei weitem noch nicht konkurrenzfähig. Und das, obwohl der eigentliche Elektroantrieb einem Verbrenner haushoch überlegen ist. Letztlich scheitert es -wie schon von Anfang an- an der Energiespeicherung: Selbst die zur Zeit besten und hochgelobten Li-Ionen Akkus haben noch um den Faktor 50 schlechtere Energieinhalte und auch die höheren Wirkungsgrade des E-Antriebs lassen diesen Nachteil noch bei etwa 1:10 bestehen. Darüberhinaus sind diese Akkus extrem teuer, es ist nicht bewiesen, wie lange sie wirklich standfest sind und darüber hinaus fehlt es auf der Erde schlicht an genügend Lithium, um nennenswerte Stückzahlen von Kfz damit auszustatten. Der Einsatz der Brennstoffzelle scheitert nach wie vor an -wenn auch kleiner werdenden- technischen Problemen, vor allem aber an den Kosten und der fehlenden Infrastruktur für Wasserstoff. Letztere ist extrem teuer und kaum kurzfristig erstellbar. Außerdem gibt es keine klimafreundliche und einsatzfähige Erzeugungsmöglichkeit für Wasserstoff. Somit wird es vermutlich zu Lösungen kommen, bei denen ein kleiner Verbrenner die mittlere benötigte Leistung erzeugt und über einen relativ kleinen Zwischenspeicher einem E-Antrieb zur Verfügung stellt. Dadurch kann man erhebliche Verbrauchsreduzierungen erzielen, die eigentliche Energiespeicherung erfolgt aber im Flüssigtreibstoff. Letzterer würde möglicherweise auch durch Kohleverflüssigung bereitgestellt werden. Aber auch diese Lösung steht und fällt mit einem kostengünstigen und standfesten Zwischenspeicher! Ansonsten aber wird der grösste Teil der Menschheit weiter uneingeschränkt mit Verbrennern fahren und Staaten wie Indien oder China werden sich durch die deutschen Verrenkungen zur Klimarettung garantiert nicht sonderlich beeinflussen lassen - es sei denn das Wasser steht ihnen buchstäblich bis zum Halse!
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