Reaktion auf Skandale: ADAC will unpolitischer werden

Abgehoben: ADAC-Präsident Meyer (rechts) und Ex-Eurocopter-Chef Lutz Bertling Zur Großansicht
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Abgehoben: ADAC-Präsident Meyer (rechts) und Ex-Eurocopter-Chef Lutz Bertling

ADAC-Präsident Meyer verspricht eine Neuausrichtung seines Vereins. Nach den Skandalen in den vergangenen Tagen soll sich der Autoclub nun auf seine Kernkompetenz beschränken - und sich mit politischen Statements zurückhalten.

München - Der skandalgeschüttelte ADAC will sich laut Präsident Peter Meyer künftig auf Kernkompetenzen des Automobilclubs konzentrieren und damit das beschädigte Image aufpolieren. Meyer sagte der "Automobilwoche", der Club wolle bei politischen Diskussionen vorsichtiger agieren. Wenn der Club künftig zu politischen Fragen Position beziehe, sollten zunächst die Mitglieder durch ein anerkanntes Institut befragt werden.

Meyer verspricht: "Das Ergebnis dieser Umfrage, zertifiziert und bestätigt - das ist dann die Position des ADAC, weil sie eine Mehrheitsposition ist." Der ADAC steht seit Tagen massiv in der Kritik: Zunächst musste der Verein Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" zugeben. Dann kam heraus, dass das ADAC-Präsidium für Dienstreisen Rettungshubschrauber nutzt. Außerdem prüft das Münchner Amtsgericht den Vereinsstatus des ADAC.

Auch Präsident Meyer selbst soll einen ADAC-Rettungshubschrauber zur Anreise zu Veranstaltungen genutzt haben. Laut "Stern" war Meyer mit einem Hubschrauber mitten in Hamburg gelandet und von dort nach Wolfsburg weitergeflogen. Die Kosten für die Hubschrauber-Trips sind sehr hoch, ob der ADAC überhaupt eine Landegenehmigung für solche Flüge hat, ist unklar. Laut ADAC ist das Präsidium in den vergangenen zehn Jahren "weniger als 30 Mal" mit den Rettungshubschraubern gereist.

Der politische Druck auf den ADAC wächst. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte ebenso wie Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Konsequenzen aus dem Autopreis-Skandal. Seehofer sagte dem "Focus", beim ADAC habe sich "offenbar an einigen Stellen eine Tendenz zur Abgehobenheit und vielleicht sogar zur Selbstüberhöhung eingeschlichen". Er warnte davor, dass "Macht, die nicht wirksam kontrolliert wird, früher oder später aus den Fugen gerät". Der ADAC müsse sich auch eine neue Struktur geben. Über Fragen wie den Entzug der Gemeinnützigkeit werde zu reden sein. Schäuble sagte der "Bild am Sonntag": "Verantwortung, Kontrolle und Transparenz müssen jetzt die Stichworte sein."

lis/dpa

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1. Ganz blöd
otelago 25.01.2014
Zitat von sysopADAC-Präsident Meyer verspricht eine Neuausrichtung seines Vereins. Nach den Skandalen in den vergangenen Tagen soll sich der Autoclub nun auf seine Kernkompetenz beschränken - und sich mit politischen Statements zurückhalten. Skandale: ADAC-Chef spricht von Offenheit, nicht vom Hubschrauber - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/skandale-adac-chef-spricht-von-offenheit-nicht-vom-hubschrauber-a-945493.html)
Ganz falsch. Der ADAC muß die erkannten Fehler beheben, die Seriosität der Faktensammlung herstellen. Die Aufgabe ist eindeutig eine Interessenvertretung der Autofahrer und kritisches Hinterfragen der Aussagen aus Parteien, Politk und Industrie. Informationen und Fakten liefern - selbstverständlich auf seriöser Grundlage. Wenn der ADAC sich nun einfach ins gefällige Nirvana begibt dann trete ich aus.
2.
mb52 25.01.2014
Zitat von otelagoGanz falsch. Der ADAC muß die erkannten Fehler beheben, die Seriosität der Faktensammlung herstellen. Die Aufgabe ist eindeutig eine Interessenvertretung der Autofahrer und kritisches Hinterfragen der Aussagen aus Parteien, Politk und Industrie. Informationen und Fakten liefern - selbstverständlich auf seriöser Grundlage. Wenn der ADAC sich nun einfach ins gefällige Nirvana begibt dann trete ich aus.
Sie haben Recht und Sie werden auch austreten. Ich auch, denn die Führungsetage, da können wir sicher sein, die bleibt. Meyer & Co. kleben an ihren Sesseln, wie man es von diesen Herrschaften ja nicht anders erwartet.
3. Jetzt darf die von der CSU verlangte MAUT kommen und
anonym187 25.01.2014
wir Autofahrer müssen jetzt wegen Bürokratie mehr leiden! Das stinkt doch ganz gewaltig! Nichtsdestotrotz sollte die ADAC gegen die CSU wettern, weil die MAUT in Deutschland größter Schwachsinn ist
4. wer
HansOch 25.01.2014
kontrolliert den Dude? Verdächtig, dass alle Lösungen, eie mit dem ADAC umzugehen sei, eie aus der Pistole geschossen kamen. Der ADAC warnte vor Mautplänen der CSU, warnte vor den neuen Grossbaustellen, die von internationalen Konzernen mit Vollfinanzierung beeirschaftet werden sollen. Ermahnte die Städte bei der letzten Benzinpreis und Kartelldebatte, für grüne Eellen zu sorgen. Die Autofahrer wären ganz schlecht beraten, auf diesen durchsichtigen Zirkus der Lobbiisten hereinzufallen. Die wollen nur Eiderstände aus dem Weg haben. Schäuble, bleib bei deinem Leisten! Diese Quarktaschen! Das Muster ist dasselbe wie beim Schlachten des Wulf.. Die nächste Sau eird durchs Dorf gejagt. Und ich lege meine Hand dafür ins Feuer. Für die Kunden wird es nur Nachteile geben. Eir haben doch jetzt Erfagphrungen genug mit diesen überbezahlten Billigmanipulateuren. Hajü, Das Münchner Gericht mit seiner Kächeltante verdient besondere Aufmerksamkeit. Autofahrer... Ihr lasst Euch auch alles gefallen.
5. die Politik hat sich raus zu halten!
u57 25.01.2014
Es ist einfach unglaublich was sich diese kleine politische Partei am Rande der Alpen, vertreten durch ihren Patriarchen "Horsti" da anmaßt. "Zitat Horsti - Macht, die nicht wirksam kontrolliert wird, früher oder später aus den Fugen gerät". Bevor er solche Aussagen auf den ADAC überträgt, sollte er diesen Spruch besser bei seiner CSU belassen, denn da wurde er geprägt und im täglichen Umgang mit den Bürgern so gelebt. Das ADAC Präsidium ist nur seinen Mitgliedern verpflichtet und nicht der Politik und schon gar nicht einem H. Seehofer und H. Schäuble. Für mich verliert der ADAC an Wert wenn er sich zukünftig bei Sachfragen politisch gesehen zurück nimmt.
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